Die finanziell angeschlagene fränkische Modekette Adler erhält Unterstützung in Höhe von zehn Millionen Euro vom Bund, verkündete ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums  in Berlin am Dienstag (18.05.2021). Adler gab dazu keine Stellungnahme. Das fränkische Unternehmen, das seinen Sitz in Haibach bei Aschaffenburg hat, hatte Anfang Mai in einem öffentlichen Statement über mangelnde Unterstützung der Bundesregierung geklagt.  Laut eigener Einschätzung seien die firmeninternen Finanzprobleme unverschuldet und durch die pandemiebedingten Schließungen der Geschäfte verursacht worden.

Adler ist in ganz Deutschland an 140 Standorten vertreten, beschäftigt derzeit 3200 Mitarbeiter und befindet sich seit Januar im Prozess einer Insolvenz in Eigenverwaltung. Die fränkische Firmenkette hatte sich nach eigener Aussage wochenlang um ein Darlehen aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds bemüht, der als staatlicher Rettungsschirm in der Corona-Krise dient. Auch andere Unternehmen wie der Reisekonzern Tui, die Lufthansa und der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof haben schon finanzielle Unterstützung aus dem Fond bezogen.

Der Umsatz der Adler-Gruppe betrug im Jahr 2019 495,4 Millionen Euro mit einem Nachsteuergewinn von 5,1 Millionen Euro. Das Unternehmen wurde 1948 als Konfektionsbetrieb in Annaberg gegründet.