Drei verletzte Polizisten beklagt die Polizei in Aschaffenburg nach einem größeren Polizeieinsatz am Perth Inch:  Laut Polizei hatten am Freitagabend rund 600 Personen am Mainufer aufgehalten - die meisten davon friedlich und unter Beachtung der vergebenen Corona-Sicherheitsmaßnahmen. Jedoch wurden drei Beamte durch tätliche Angriffe leicht verletzt. Insgesamt acht Personen mussten im Laufe der Nacht in Gewahrsam genommen werden. Mehrere strafrechtliche Ermittlungsverfahren wurden eingeleitet. "Zum Schutz der Bevölkerung" will  die Polizei auch weiterhin verstärkt präsent sein.

Bedingt durch das bevorstehende Wochenende und das gute Wetter hatten sich im Laufe des Abends bis zu 600 Menschen am Perth Inch aufgehalten. Die Stimmung war überwiegend ausgelassen und friedlich und die sichtbare Polizeipräsenz fand in großen Teilen der Besucher einen durchaus positiven Anklang. 

"Angespannte" Stimmung am Perth Inch

Der Hintergrund des Einsatzes ist laut Polizei in dem Umgang mit den Corona-Beschränkungen zu suchen. An beliebten öffentlichen Plätzen, wie eben beispielsweise auch am Perth Inch, kommt es seit der Verkündung von Lockerungen der Infektionsschutzmaßnahmen wieder zu größeren Menschenansammlungen. Insbesondere dort, wo viele Menschen aufeinander treffen, ist  aber nach wie vor besondere Vorsicht geboten. Daher zeigt die Polizei verstärkte Präsenz, um "diejenigen zu schützen, die sich vorbildlich an die geltenden Regeln halten und das Infektionsrisiko bei Aufenthalten im öffentlichen Raum so gering wie möglich halten möchten". Gleichzeitig müsse man aber auch die gesetzlichen Vorgaben durchsetzen.  Die Kontrollen erfolgten laut Polizei jedoch "stets mit dem erforderlichen Augenmaß".

Dies sahen am Freitag scheinbar nicht alle Besucher des Perth Inch in Aschaffenburg so. Zwar hätten sich der Großteil der Anwesenden an die Vorgaben gehalten, jedoch gab es eben auch einige aggressive Vorfälle und die Atmosphäre sei zwischendurch "angespannt" gewesen. Die Lage erinnert an einen ähnlichen Vorfall in Kitzingen, bei dem es im Juni Angriffe auf Polizisten gegeben hatte. Zum ersten Vorfall in Aschaffenburg kam es kurz nach 20 Uhr, nachdem ein offenbar betrunkener Mann in den Main gestürzt war. Während der Rettungsmaßnahmen versammelten sich rund 50 bis 60 Neugierige. Unter ihnen befand sich auch ein stark alkoholisierter 20-Jähriger, der die Rettungskräfte behinderte. Er schrie auch die eingesetzten Polizeibeamten an und bäumte sich drohend vor ihnen auf. Nachdem er einen Platzverweis nicht befolgte und stattdessen bedrohlich auf die Beamten zu rannte, musste er unter Einsatz unmittelbaren Zwangs überwältigt und in Gewahrsam genommen werden. Er leistete bei der Maßnahme Widerstand und griff die Beamten mittels Fußtritten und Kopfstößen tätlich an. Verletzt wurde dabei glücklicherweise niemand. 

Neben einem weiteren 22-Jährigen, der den Rettungseinsatz ebenfalls gestört und einen polizeilichen Platzverweis nicht befolgt hatte, musste zusätzlich auch der stark alkoholisierte Mann im Alter von 20 Jahren in Gewahrsam genommen werden, der zuvor in den Main gestürzt war. Er hatte sich zunächst nicht weiter vom Rettungsdienst behandeln lassen, und war aufgrund seiner starken Alkoholisierung nicht in der Lage, seinen Weg alleine fortzusetzen. Ein Alkoholtest ergab bei ihm einen Wert von etwa 2,6 Promille. 

Eskalation am Spielplatz - Flaschenwürfe auf Polizisten

Nachdem sich die zwischenzeitlich angespannte Situation am Perth Inch spürbar beruhigt hatte, kam es gegen 23 Uhr zu einer tätlichen Auseinandersetzung zwischen zwei jungen Männern im Alter von 21 und 26 Jahren im Bereich des Spielplatzes. Der daraus resultierende Polizeieinsatz lenkte wiederum das Interesse von etwa 60 bis 70 Besuchern auf sich, die sich jedoch fast ausschließlich friedlich verhielten. Bei dem Versuch die beiden Kontrahenten zu trennen, wurde ein Beamter von dem 21-Jährigen an den Beinen tätlich angegriffen und geschlagen. Auch er versuchte mit aller Kraft, sich der bevorstehenden Ingewahrsamnahme zu widersetzen. Ein Beamter wurde dabei an der Hand verletzt. Auch der 26-Jährige musste die Polizei zur Dienststelle begleiten, da gegen ihn ein Haftbefehl in anderer Sache vorlag. Der Mann sitzt inzwischen in einer Justizvollzugsanstalt ein.

Unter den Neugierigen, die den Polizeieinsatz im Bereich des Spielplatzes verfolgten, befand sich eine bislang noch unbekannte Person, die die eingesetzten Beamten aus der Menge heraus mit Glasflaschen bewarf. Zwei Polizisten wurden getroffen und leicht verletzt. Durch Zeugenbefragungen erlangten die Beamten eine Täterbeschreibung. Die anschließenden Fahndungsmaßnahmen führten bislang jedoch noch nicht zur Identifizierung eines Tatverdächtigen. 

Während des Einsatzes, der bis etwa 02.00 Uhr andauerte, stellte die Polizei von mehreren Beschuldigten und Zeugen Personalien fest. Insgesamt 13 Personen mussten Platzverweise erteilt werden. Acht Männer wurden zur Unterbindung von Straftaten oder wegen Nichtbefolgens von Platzverweisen in Gewahrsam genommen.

Trotz der Vorkommnisse bedankte sich die Polizei bei den meisten Besuchern: "Ein großer Dank ergeht dem Großteil der insgesamt rund 600 anwesenden Personen, die am Perth Inch friedlich ihre Freizeit verbrachten und überwiegend vorbildlich verhielten. Insbesondere auch zu ihrem Schutz wird die Polizei auch am Samstag und an den folgenden Wochenenden verstärkt präsent sein und als Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung stehen", heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei. Wie genau die dieser Schutz gewährleistet werden soll, wird nun auch in  engem Austausch mit der Stadt Aschaffenburg besprochen. So war der Oberbürgermeister während des Einsatzes am Freitagabend selbst vor Ort, um sich ein Bild zu verschaffen. Schon am kommenden Montag ist ein gemeinsamer runder Tisch geplant, um das bereits bestehende Sicherheitskonzept weiterhin zu optimieren.