Eine Woche nach dem vierten Triumph im Pokalwettbewerb haben die Bamberger Basketballer auch in der Bundesliga nichts anbrennen lassen. Mit ihrem ungefährdeten 97:69 (49:37)-Heimerfolg gegen den abstiegsgefährdeten Tabellen-16. Phoenix Hagen steuern die Brose Baskets unbeirrt der Hauptrunden-"Meisterschaft" entgegen. Nach der Ulmer Niederlage in Frankfurt ist der Vorsprung des souveränen Spitzenreiters vor den letzten fünf Punktspielen jetzt sogar auf sechs Punkte angewachsen.
Sieben Tage nach dem Pokal-Endspiel in Bonn taten sich die Bamberger in der ausverkauften Stechert-Arena zunächst schwer, in den Bundesliga-Alltag zurückzufinden. "Wir waren zu Beginn des Spiels nicht fokusiert", meinte Trainer Chris Fleming. Das galt offenbar auch für die Fans: In Erwartung eines klaren Sieges lag der Geräuschpegel weit unter den sonst üblichen Dezibel-Werten.
Zwar lagen die Gastgeber nach den ersten zehn Minuten erwartungsgemäß in Führung (25:20), doch verwirrten die Westfalen ihren Gegner zunehmend mit einer unorthodoxen Verteidigung. "Das war interessant. Wir wussten nicht, ob es eine Zone ist oder sie einfach nur ihren Mann an den Mitspieler übergeben", erklärte Center Tibor Pleiß, der mit 18 Punkten und acht Rebounds zusammen mit P.J. Tucker (21/6) effektivster Spieler seiner Mannschaft war. Während die Bamberger im ersten Viertel vier Dreier versenkten, fand von den nächsten elf Versuchen aus der Distanz nur noch einer den Weg in den Korb.
Dennoch fanden die Gastgeber schließlich einen Weg, die "Feuervögel" zu zähmen. Sie zogen nach der Pause das Tempo merklich an, verteidigten konsequenter und blieben beim Rebound klar dominierend. Und schließlich fielen die Distanzwürfe auch wieder. Als Pleiß seinen zweiten Dreier zum 59:46 (27. Minute) versenkte, war der Bann endgültig gebrochen.

"Hunderter" knapp verpasst


Der zweifache Double-Gewinner zog nun gegen überforderte Hagener auf und davon und zeigte dem Gegner klar die Grenzen auf. Dennoch war Gäste-Trainer Ingo Freyer am Ende zufrieden mit seinem Team: "Nach 25 Minuten hier noch im Spiel zu sein, war nicht so schlecht." Am Ende konnten die Hagener aber froh sein, nicht zum zweiten Mal in einer Woche 100 Punkte kassiert zu haben, nachdem sie am Mittwoch bei Alba Berlin mit 86:114 unter die Räder geraten waren. Die Bamberger verpassten den "Hunderter" nur, weil sie in der Schlussphase sechs Freiwürfe in Folge vergaben.
Am Karsamstag werden die Brose Baskets bei den Artland Dragons sicher wesentlich mehr gefordert sein. Doch auch wenn das Rennen um Platz eins zu ihren Gunsten fast schon gelaufen ist, wollen sie auch in den restlichen Partien vor dem Start in die Play-offs Vollgas geben: "Wir werden uns konzentriert auf alle Gegner vorbereiten, die noch kommen", versprach Pleiß.

Die Statistik


Brose Baskets Bamberg — Phoenix Hagen 97:69
(25:20, 24:17, 25:18, 23:14)
Bamberg Tucker (21 Punkte/2 Dreier), Pleiß (18/2), Jenkins (15/2), Roberts (9/2), Gavel (8/2), Jacobsen (7/1), Schmidt (7/1), Suput (6), Slaughter (4), Neumann (2), Tadda
Hagen White (15/1), Hasquet (14/2), Blackwood (12/2), Jonusas (8), Seward (7), Constantine (6), Brooks (4), Spohr (3/1), Rockmann
SR Matip, Michael, Hack
Zuschauer 6800 (ausverkauft)
Gesamtwurfquote Bamberg 50 Prozent (33 Treffer/66 Versuche), Hagen 42 (28/66)
Dreierquote Bamberg 34 Prozent (12/35), Hagen 26 (6/23)
Freiwurfquote Bamberg 68 Prozent (19/28), Hagen 50 (7/14)
Rebounds Bamberg 47 (34 defensiv/13 offensiv), Hagen 32 (24/8)
Ballgewinne/-verluste Bamberg 4/10, Hagen 3/13
Assists Bamberg 17/ Hagen 14
Fouls Bamberg 15/ Hagen 26