"Heute ist ein besonderer Tag, heute schlagen wir den Meister", schrie der Hallensprecher vor der Partie ins Mikrofon - und die Bayern ließen den Worten Taten folgen. In einer packenden und von der Spannung lebenden Partie setzte sich der FC Bayern München nach zwei Verlängerungen gegen den Spitzenreiter aus Bamberg mit 107:103 (36:43, 78:78, 90:90) durch und festigte den fünften Tabellenplatz vor den punktgleichen Würzburgern.
"Aufgrund ihrer energischen Leistung im vierten Viertel und in den beiden Verlängerungen sicherten sich die Bayern einen verdienten Sieg. Wir dürfen nicht groß jammern. Wenn du in der zweiten Halbzeit von 22 Freiwürfen nur neun triffst, ist es extrem schwierig, so ein knappes Spiel zu gewinnen", zog Brose-Trainer Chris Fleming Bilanz.

Anfängliche Ballverluste

Nach nur 57 Sekunden lag Bayern mit 9:0 vorn - Bambergs Coach rüttelte seine Jungs in einer frühen Auszeit wach. Einen zwischenzeitlichen 3:13-Rückstand machten den Gäste mit einem 12:2-Lauf wett. Jetzt stand auch die Verteidigung, und die anfänglichen Ballverluste reduzierten sich.
In den zweiten zehn Minuten übernahm der Favorit dann endgültig das Kommando. Weil Marcus Slaughter, Julius Jenkins, P.J. Tucker und Anton Gavel nicht zu stoppen waren, zog der Spitzenreiter bis auf 43:32 davon. Die etwa 1400 Fans aus Freak City hatten die Oberhand im Audi Dome.Auch nach dem Seitenwechsel bestimmte der Favorit das Geschehen und baute seinen Vorsprung nach zwei Dreiern von Casey Jacobsen auf 57:43 aus. Doch die Hausherren gaben nicht auf: Beim neunten Versuch versenkte Demond Greene endlich den ersten Dreier für die Münchner, Robin Benzing ließ ebenfalls einen erfolgreichen Distanzwurf folgen. Auf der anderen Seite beantwortete Karsten Tadda den 9:0-Lauf der Bayern mit einem trockenen Dreier aus der Ecke zum 62:52.

Slaughter überragend

Im Schlussviertel zeigten die "Bauermänner" angeführt von Je'Kel Foster noch einmal ihre Klasse, während die Bamberger ihren Faden verloren, sich in Einzelaktionen verzettelten und Jonathan Wallace nicht mehr in den Griff bekamen. Obwohl Steffen Hamann mit fünf Fouls ausschied, ging der Hausherr 79 Sekunden vor dem Ende erstmals wieder mit 76:74 in Front. Doch Roberts und der überragende Slaughter sicherten Bamberg die Verlängerung.
In den ersten fünf Extraminuten duellierten sich vor allem Wallace und Jenkins, doch eine Entscheidung konnte keiner der Scharfschützen herbeiführen. In der zweiten Verlängerung führten dann Jared Homan und Je'Kel Foster die Bayern endgültig auf die Siegerstraße. Bamberg ließ insgesamt 15 Punkte an der Freiwurflinie liegen (Trefferquote 48 Prozent) und musste sich somit zum vierten Mal in dieser Saison auswärts geschlagen geben.

Die Statistik


Bayern München —Brose Baskets 107:103 n.V.
(19:15, 17:28, 22:22, 20:13, 29:25)
München Homan (21 Punkte), Wallace (20/2 Dreier), Troutman (20), Foster (19/2), Benzing (11/1), Hamann (6), Greene (4/1), Jagla (4), Nadjfeji (2), Schwethelm, Doreth
Bamberg Slaughter (23), Jenkins (22/4), Gavel (17/2), Tucker (13/1), Jacobsen (11/3), Roberts (10), Pleiß (4), Tadda (3/1)
SR Lottermoser, Matip, Brendel
Zuschauer 6700 (ausverkauft)
Gesamtwurfquote München 52 Prozent (36 Treffer/69 Versuche) / Bamberg 53 (39/73)
Dreierquote München 35 Prozent (6 Treffer/17 Versuche) / Bamberg 36 (11/31)
Freiwurfquote München 85 Prozent (29/34) / Bamberg 48 (14/29)
Rebounds München 42 (30 defensiv/ 12 offensiv) / Bamberg 33 (23/10)
Ballgewinne/-verluste München 6/15 / Bamberg 8/13
Assists München 18 / Bamberg 14
Fouls München 26 / Bamberg 24