Was lange währt, wird endlich gut - diesem Motto folgend präsentierten die Brose Baskets gestern Nachmittag den lange versprochenen Kracher für die neue Saison. Der 2,06 Meter große slowenische Flügelspieler Bostjan Nachbar soll beim dreimaligen Double-Gewinner in der neuen Saison die Akzente in der Offensive setzen. "Boki ist ein Spieler, der über sehr, sehr viel Erfahrung in Europa und in der NBA verfügt. Er spielt seit Jahren auf Topniveau und wird für uns eine stabile Scoring-Option auf den Positionen drei und vier sein. Er passt charakterlich sehr gut in unser Konzept und wird uns in der Offensive sehr helfen", charakterisiert Trainer Chris Fleming seinen prominenten Neuzugang.
Sechs Jahre stand Nachbar in der besten Basketball-Liga der Welt für die Houston Rockets, die New Orleans Hornets und die New Jersey Nets auf dem Parkett und erzielte in 335 Spielen in der NBA die stolze Zahl von 5961 Punkten.
Warum spielt solch ein Hochkaräter in Bamberg? "Wir haben uns mit unserem tollen Programm in Europa Respekt verschafft und spielen jetzt zum fünften Mal in der Euroleague. Nachbar kommt sicher nicht wegen des Geldes nach Bamberg. Das Umfeld hier ist für ihn ein großer Reiz", schildert Manager Wolfgang Heyder die Umstände für die Verpflichtung des Flügelspielers, der in der Vergangenheit in der NBA und in Russland bereits einige Millionen verdient hat.
Ein Engagement in Bamberg habe dem 32-Jährigen auch Brose-Kapitän Casey Jacobsen schmackhaft gemacht, der Nachbar aus gemeinsamen NBA-Zeiten kenne, berichtet Heyder.
Nach seinem Knöchelbruch in der letzten Saison wird Nachbar in Bamberg derzeit gründlich untersucht. In der zweiten Saisonhälfte ging der Slowene aber bereits für den russischen Top-Klub Unics Kasan auf Korbjagd. Zuvor sammelte er bei Benetton Treviso, Olimpia Ljubljana, Dynamo Moskau und Efes Pilsen Istanbul Erfahrung in der europäischen Königsklasse (70 Spiele) und im Eurocup (13).
"Er wird wie P.J. Tucker auf der Position des Power Forwards starten und dann Casey Jacobsen auf der Position drei entlasten", schildert Heyder die Pläne mit dem Ex-NBA-Star, für den die letzten zwei Jahre auch auf Grund der Verletzung nicht nach Wunsch gelaufen seien und der in Istanbul und Kasan teilweise vor gerade einmal 500 Zuschauern angetreten sei.
"Wir wollten eine wichtige Position mit viel Qualität besetzen, und ich glaube, das ist uns gelungen", war Heyder auch ein bisschen stolz, einen solchen Hochkaräter zumindest für ein Jahr nach Bamberg und in den Bundesliga gelockt zu haben.
Zur Personalie Brian Roberts merkte der Manager an, dass der Scharfschütze bei den Brose Baskets einen gültigen Vertrag besitze, aus dem er gestern noch bis Mitternacht aussteigen konnte. "Brian will in die NBA, doch bis jetzt liegt ihm wohl kein Vertragsangebot vor. Zum jetzigen Zeitpunkt gehen wir davon aus, dass er in der kommenden Saison in Bamberg spielt", berichtete Heyder, der hofft, dass der Spielmacher sich heute endgültig für die Brose Baskets entscheidet.