Schon früh wusste Andreas Steinbauer aus Neuendettelsau, dass das Bierbrauen ein wichtiger Teil seines Lebens sein würde. Einen Höhepunkt erreichte diese Karriere am ersten Juniwochenende 2026. Am Kohlschlag 2 eröffnete er seine eigene Brauerei - und sie soll die erste offizielle in der Geschichte der jahrhundertealten Gemeinde sein.
Zumindest komme ein Heimatforscher zu dem Schluss, und auch Steinbauer kenne als gebürtiger Neuendettelsauer bisher keine andere offizielle Brauerei - abgesehen von Bewohnern, die mit Glühweinerhitzern Versuche machten, und einem Brauer in einem Gästehaus, der "nach zwei Suden wieder aufgegeben" habe. So berichtet es der 59-Jährige im Gespräch mit inFranken.de. Die Eröffnung zeugte von einem großen Interesse der Neuendettelsauer.
Neuendettelsauer erfüllt sich Traum mit eigener Brauerei - das sind die Bier-Pläne
Bürgermeister Christoph Schmoll (SPD), Bezirksrat Hans Popp (CSU) und Landrat Marco Meier (Freie Wähler) kamen unter anderem zu dem Fest, das Livemusik und Biergarten-Feeling bot. "Gefühlt das ganze Dorf ist gekommen", heißt es in einem Zusammenschnitt auf der Instagramseite der Brauerei.
Etwa ein Jahr dauerte der Bau der Brauerei Steinbauer. Aktuell müsse der 59-Jährige noch etwa vier Wochen warten, bis er mit dem Brauen anfangen könne, teilt er mit. Bis dahin gibt es seine vier eigenen, fremdgebrauten Biersorten aus der Flasche. In der Brauerei können Gäste dann später in den Genuss von Fassbier kommen. "Ich denke, wir fangen mit einem Kellerbier an. Dann werden wir ausprobieren", sagt der Braumeister. Dabei wolle er auch Kundenwünsche wahrnehmen. Eine Anfrage gebe es bereits.
Schon für die Abitur-Facharbeit braute Andreas Steinbauer Bier, "mit dem Wurstkessel im Keller", wie er sich im Gespräch erinnert. 1988 machte er schließlich eine Lehre als Brauer und Mälzer bei der Stadtbrauerei Roth. In Weihenstephan schloss er dann sein Studium als Diplombraumeister ab. "Meine Idee war immer, mal was Eigenes aufzumachen", führt er fort. Vor der Eröffnung seiner Brauerei führte er bereits seine eigene Gaststätte "Zum Spundloch" auf der anderen Straßenseite. Sie bleibt weiter bestehen.
Steinbauer plant verschiedene Bier- und Braukurse
Platz für Gäste hat Steinbauer reichlich. In der Brauerei gibt es etwa 30 Sitzplätze, im Biergarten rund 40 und in einem Veranstaltungsraum 35. Aktuell ist die Brauerei donnerstags und freitags, samstags zwischen 9 und 12 Uhr und bei schönem Wetter ebenfalls sonntags geöffnet. Steinbauer plant daneben Braukurse. "Bei einer Bierverkostung erzähle ich, wie das Bier gebraut wird, und bei einem vierstündigen Braukurs gibt es entweder Mittag- oder Abendessen", führt er aus. Auch ein ganzer Brautag schwebt ihm vor.
Wie schwer der reine Vertrieb von Bier für kleinere Unternehmen geworden ist, zeigt aktuell das Beispiel von Landbierparadies aus Nürnberg. Wegen hoher Auflagen schließt zunächst der Onlineshop und nun auch aus vielfältigen Gründen das Geschäft. Das Unternehmen konzentriert sich fortan auf seine Wirtshäuser. Welche fränkischen Brauhäuser unsere Leser empfehlen, zeigt unser Ranking. Weitere Nachrichten aus Ansbach und Umgebung findest du in unserem Lokalressort.