Sagen werden seit jeher von Generation zu Generation weitergegeben. Da diese mit realen Personen oder Orten in Verbindung stehen, ist es oft schwer zu sagen, wie viel Wahres an der Erzählung dran ist. Wir haben einige der besten Sagen aus Oberfranken für Sie zusammengestellt - von Bamberg über Arzberg bis ins Fichtelgebirge.

Die Jungfrau an der Fürstenthüre des Domes zu Bamberg

Der Wärter am Jackobsthore (Jakobstor) zu Bamberg hatte eine schöne Tochter. Deswegen wollten viele Männer sie verführen. Doch sie bewahrte dennoch ihre Unschuld. Das gefiel dem Teufel nicht. Deswegen sorgte er dafür, dass das Mädchen fälschlicherweise bei ihrem Vater angeklagt wurde. Der Vater hat die falschen Aussagen geglaubt und ließ seine eigene Tochter zum Tode verurteilen. Als die Hinrichtung kurz bevorstand, warf sie sich auf die Knie und rief zur heiligen Jungfrau. Sie war bereit, in den Tod zu gehen, bat die heilige Jungfrau jedoch darum, ihr das Leid einer öffentlichen Hinrichtung zur ersparen. Daraufhin fiel ein Ziegel vom Dach und erschlug das Mädchen. Das Volk erkannte die Unschuld der Tochter an und stellte zum Andenken an sie zwei Bildsäulen auf.

 

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Die Seelenwägung zu Bamberg

Im Bamberger Dom befindet sich das Kaisergrab des heiliggesprochenen Kaiserpaares Heinrich II. und Kunigunde. Auf den Seitenwänden sind Reliefs verewigt, die Legenden aus dem Leben des Kaiserpaares zeigen. Eines der Reliefs ist die "Seelenwägung". Dieses zeigt, wie sich Erzengel Michael und der Teufel um die Seele Heinrichs streiten. Erzengel Michael hält hierbei als Seelenwäger die Waagschale. Der Teufel versucht eine Seite der Wage mit bösen Taten zu belasten. Der Kelch, den der heilige Laurentius jedoch als Zeichen für die frommen Taten des Kaisers in die Waagschale legt, lässt diese zu Gunsten des Kaisers ausschlagen. Der Legende nach soll, sobald die Waage ins Gleichgewicht kommt, die Welt untergehen.

 

Mehr über Kaiser Heinrich II.

Goldsuchende Venezianer im Fichtelgebirge

Viele Männer aus Venedig kamen in die deutschen Berge, um Gold zu suchen. Einer von ihnen kehrte oft bei einem Landmann (=Landwirt) in Wülfersreuth ein. Dieser war immer gastfreundlich zu ihm. Als der Venezianer zum letzten Mal bei ihm erschien, um sich für immer zu verabschieden, bot er dem Landmann seine Hilfe an, falls er jemals in Not geraten sollte. Nach Jahren kamen schwere Zeiten auf den Landmann zu und so beschloss er, das Angebot seines Freundes in Venedig anzunehmen. Als er ihn fand stellte er fest, dass der Venezianer sehr wohlhabend war und so zahlte dieser ihm seine Gastfreundschaft vielfach zurück. Der Landmann aus dem Fichtelgebirge führte von nun an ein sorgenfreies Leben.

 

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Die schwarze Kuh in Schlottenhof bei Arzberg

In der Nähe von Arzberg liegt das ehemalige Kloster Schlottenhof. In dem Stall des dortigen Ritterguts stand vor Zeiten eine schwarze Kuh. Da sich erzählt wurde, dass wenn eine schwarze Kuh nicht auf einem bestimmen Platz steht, der Stall von einer Seuche heimgesucht wird, hatte man immer eine zweite schwarze Kuh bereitgestellt, falls die eine Kuh stirbt. Eines Tages versank die schwarze Kuh plötzlich im Boden. Daraufhin fand man heraus, dass die Kuh auf einer eisernen Tür gestanden hatte, die eine tiefe Höhle überdeckte. Daraufhin wurde die Öffnung mit einer neuen Tür versehen und die zweite schwarze Kuh darauf gestellt. Irgendwann starb die Kuh jedoch und es war keine andere bereit, ihren Platz einzunehmen. Deswegen blieb der Platz unbesetzt. Kurze Zeit später wurde das ganze Vieh des Pächters krank und verstarb. Daraufhin besorgte er sich schließlich eine neue schwarze Kuh und stellte sie wieder auf die Eisentür. Von da an blieb alles Vieh gesund.

 

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Dom und Brücke zu Bamberg

Ein berühmter Meister und sein Geselle haben den Turm des Bamberger Doms und die dortige Brücke um die Wette gebaut. Während der Meister fast fertig war, lag der Geselle noch weit zurück. Deswegen hat dieser einen Bund mit dem Teufel geschlossen. Der Teufel sollte ihm die Brücke schnell fertig bauen. Im Gegenzug erhält er das erste lebende Wesen, das die Brücke überquert. Als die Brücke fertig war, hat der Geselle einen Hahn über die Brücke gejagt. Der Teufel war erbost und zog sich mit dem Hahn zurück. Der Baumeister hingegen war so erschüttert darüber, dass der Geselle vor ihm fertig war, dass er sich vom Turm herabgestürzt hat.

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