• Wandern im Steigerwald: Hier treffen sich Kunst und Natur
  • Streckenlänge: ca. 10 Kilometer
  • Dauer: ca. 4 Stunden

Mit dem Urwald im Steigerwald ist es so eine Sache: Die einen wollen ihn unbedingt, sprich einen Nationalpark, die anderen können damit gar nichts anfangen. Gemeinsam ist beiden, dass sie dem Wald-Laien nicht vermitteln können, wie er denn aussehen könnte, der Steigerwald-Urwald.

Also schnüren wir die Wanderschuhe und besuchen ihn, denn es gibt ihn schon, Schlangen inklusive. Keine Angst: Sie klappern und sie beißen nicht, die Schlangen, die dem "SWg" den Namen geben. Er heißt so, weil er sich parallel zum lauschigen Böhlgrund durch urige Schluchten des Steigerwaldes schlängelt.

Urtümlicher Charakter

Der urtümliche Charakter des Trampelpfades begründet, warum er so geblieben ist: Diese Ecke des Steigerwaldes ist so unzugänglich, dass intensive Forstwirtschaft hier kaum möglich ist. Die zehn Kilometer lange Wanderung beginnt am Ortsausgang von Zell (in Richtung Oberschleichach). Man fährt ein Stück Richtung Böhlgrund und stellt das Auto ab. Dort beginnt an einem Schilderbaum der sehr gut markierte Schlangenweg. So lange man noch nah' am Ort ist, unterscheidet sich der Weg kaum von anderen. Er ist breit, der Wald licht, hier stehen auch Kiefern und Fichten.

Doch schon bald ändert sich der Charakter des Weges. Er wird schmal, steil, führt in immer abenteuerlicher werdendem Zick-Zack an steilen Hängen durch enge Schluchten.

Der Schlangenweg war lange Zeit ein echter Geheimtipp und bisweilen so verwunschen, sprich zugewachsen, dass man ihn ohne Pfadfinderausbildung besser nicht betreten hätte.

Beliebtes Ziel für die ganz Aktiven

Heute wird der Weg vielfach begangen, auch von großen Gruppen, und selbst die Mountainbiker haben den Trail entdeckt; aber seinen Charme hat er behalten. Dazu gehört es, dass man auch mal über einen umgefallenen Baum kraxeln muss.

Wenn es kräftig geregnet hat, gleicht er an mancher Stelle einer Rutschbahn. Gutes Schuhwerk und Trittsicherheit sind angeraten, Stöcke nützlich. Die Stiftung Warentest hat Wanderstiefel unter die Lupe genommen und verglichen. Das Ergebnis überrascht – wir stellen Ihnen die Testsieger vor.

Der Schlangenweg führt am Ende hinab in den Böhlgrund, etwa auf halben Weg gibt es eine Abkürzung - steil und oft rutschig. Zehn Kilometer lang ist die Runde, man muss etwa vier Stunden veranschlagen, mit der Abkürzung zweieinhalb.

Zu den Besonderheiten des geschlängelten Weges gehört der Rest eines uralten Steinbruchs. Hier hat der Künstler herman de vries eine seiner vergoldeten Inschriften hinterlassen. Das Projekt "Spuren" besteht aus 30 Punkten im Steigerwald, dem Atelier des Künstlers, der international hoch angesehen ist. Die Spur am Schlangenweg ist vieldeutig, vor allem für die, die sich ihres Weges im Urwald nicht ganz sicher sind: "natura numquat errat": "Die Natur irrt nie". Hier gibt es noch viel mehr Infos zum Thema Wandern in Franken.