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Neuer Aussichtsturm auf dem Zabelstein: Darum muss die Eröffnung noch warten 

Vor fast genau drei Jahren musste der Aussichtsturm auf dem Zabelstein im Steigerwald aus Sicherheitsgründen gesperrt werden. Jetzt ist das 475.000 Euro teure Nachfolge-Bauwerk im Landkreis Schweinfurt fertig. Allerdings steht momentan noch nicht fest, wann Ausflügler den neuen Zabelstein-Turm besteigen dürfen.
Bald ein markantes Ausflugsziel im Steigerwald: Der Aussichtsturm auf dem Zabelstein ist fertig. Momentan steht aber noch nicht fest, wann er für die Öffentlichkeit freigegeben wird. Landratsamt Schweinfurt/Anand Anders

Rechtzeitig vor dem Wintereinbruch konnten alle bauausführenden Firmen ihre Arbeiten abschließen – nun steht ein neuer Aussichtsturm auf dem Zabelstein. Das teilt das Landratsamt Schweinfurt mit.

Der Turm in Holz-Stahlbauweise füge sich gut in die Landschaft ein und sollte eigentlich noch heuer für die Öffentlichkeit freigegeben werden. Aufgrund der aktuellen Pandemie müsse der Eröffnungstermin allerdings verschoben werden.

Neuer Zabelstein-Aussichtsturm fertiggestellt: vorerst keine Freigabe für den Publikumsverkehr 

„Der Turm ist fertig, aber aufgrund der Corona-Situation ist es leider nicht möglich, ihn wie geplant für den Publikumsverkehr freizugeben“, erklärt Landrat Florian Töpper. „Was das betrifft, bitte ich noch um ein wenig Geduld. Schauen wir derweilen auf das Positive: Die Bauarbeiten sind nach Plan verlaufen, der Turm entspricht neuesten Sicherheitsstandards und optisch ist das Bauwerk ein echter Hingucker.“ Töpper bedankt sich bei den beteiligten Firmen und insbesondere bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Hochbauamts im Landratsamt Schweinfurt – dort wurde unter der Leitung von Frank Hart das Bauprojekt zielgerecht geplant und umgesetzt.

Der Zabelstein ist mit circa 483 Metern die höchste Erhebung des nördlichen Steigerwalds und sowohl bei Einheimischen als auch bei Touristen aus Nah und Fern ein beliebtes Ausflugsziel im südlichen Landkreis Schweinfurt.

Ein erster Aussichtsturm auf dem Zabelstein wurde bereits im Jahr 1956 errichtet. Diesem Aussichtsturm folgten noch zwei weitere Türme. Der neu gebaute Aussichtsturm ist demnach bereits der vierte Turm an der gleichen Stelle.

Wunderbare Fernsicht von der Plattform aus

Wie der alte bietet auch der neue Turm von seiner Aussichtsplattform eine wunderbare Fernsicht in das Steigerwaldvorland, bei klarem Wetter sogar bis in das Maintal, die Haßberge und die Rhön.

Die wichtigsten Fragen rund um den neuen Turm beantwortet das Landratsamt wie folgt:  

  • Wann wird der neue Zabelsteinturm geöffnet? Das steht aufgrund der aktuellen Corona-Situation noch nicht fest. Selbstverständlich wird die Verwaltung die aktuelle Corona-Situation im Blick haben und den Aussichtsturm, so bald wie möglich zum Besuch freigeben. 
  • Wer übernimmt die Kosten für den neuen Zabelsteinturm? Die Kosten für den neuen Aussichtsturm bleiben nach aktuellem Stand im Kostenrahmen und wurden (zunächst) vom Landkreis Schweinfurt übernommen. Dem Landratsamt steht für den Turmbau sowie begleitende Maßnahmen (u.a. Informationstafeln) ein Gesamtbudget in Höhe von 475.000 Euro zur Verfügung, inklusive möglicher Fördergelder. Was die Fördergelder betrifft: Das bayerische Umweltministerium hat dem Naturpark Steigerwald e. V. als Maßnahmenträger über die Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinie (LNPR) eine Förderung in Höhe von 230.000 € für den neuen Turm in Aussicht gestellt. Dies entspricht einem Fördersatz von 50 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben. 
  • Wie sieht der neue Zabelsteinturm aus? Den Grundriss des neuen Aussichtsturms mit einer Gesamthöhe von etwa 19,50 Metern bildet ein regelmäßiges Sechseck mit einer Seitenlänge von etwa zwei Metern. Die Außenstützen auf den sechs Eckpunkten sind in Brettschichtholz ausgeführt, was die gebogene Form ermöglicht. Für die horizontalen Querträger zwischen den Stützen sowie die Aussteifungsdiagonalen wurden schlanke Stahlquerschnitte verwendet. Zudem wurde für die hochbelastete Treppenanlage korrosionsgeschützter Stahl genutzt. Ab einer Höhe von 11,25 Metern sind die Holzstützen nach außen gebogen, sodass sich das Sechseck bis auf eine Seitenlänge von etwa vier Metern aufweitet. Dadurch entsteht die notwendige Fläche für die Aussichtsplattform. 
  • Wie wurde der neue Zabelsteinturm vor Ort aufgebaut? Um die im Werk vorgefertigten Bauteile und den Kran für die Montage in einem ersten Schritt bis zum Turmstandort transportieren zu können, mussten die Wege vom Zabelsteinparkplatz aus ertüchtigt werden. Der Leiter des Hochbauamts, Frank Hart, berichtet, dass der Transport der Brettschichtholzstützen ohne diese Vorarbeiten nicht möglich gewesen wäre. „Trotz der Vorarbeiten ging es aber immer noch sehr knapp zu. Wir hätten keinen Zentimeter weniger ertüchtigen dürfen. Fast hätte ein nicht stammbündig zurückgeschnittener Aststummel mit den Bindern beim Transport kollidiert.“ Nachdem die erste große Hürde geschafft war, wurden im nächsten Schritt die sechs Außenstützen aus Brettschichtholz mithilfe eines großen Mobilkrans aufgestellt und mit schlanken Stahlquerschnitten verbunden. Danach wurde die Treppenanlage und die Aussichtsplattform mit dem Kran von oben hineingehoben und an den bereits montierten Außenstützen und den Stahlquerschnitten befestigt. Abschließend wurden die Außenstützen mit Holzschindeln aus Lärchenholz verkleidet. 

So entstand der neue Zabelsteinturm - von Anfang 2018 bis Ende 2020 im Schnelldurchlauf 

Zum Jahreswechsel 2017/2018 wurde der Vorgängerturm aus Sicherheitsgründen für die Öffentlichkeit gesperrt. Eine Überprüfung der Statik durch externe Fachleute hatte gezeigt, dass der Turm erhebliche Mängel aufwies. Weitere Untersuchungen zeigten, dass bei einer Sanierung Kosten und Nutzen in keinem vertretbaren Verhältnis gestanden hätten. Aus diesem Grund fiel die Entscheidung auf den Neubau des Turms.


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Nach diversen Gesprächen mit den zuständigen Stellen, Verbänden und Staatsbehörden wurde die Planungsleistung ausgeschrieben und beauftragt. Parallel hierzu wurde nach geeigneten Fördermöglichkeiten gesucht und es wurden erste Fördervoranfragen gestellt. Der erste Vorentwurf für einen neuen Turm ähnlich dem Lörmecke-Turm (ein Aussichtsturm im Naturpark Arnsberger Wald, Sauerland) lag dann bereits Mitte 2018 vor. Von diesem Vorentwurf waren zunächst alle begeistert.

Problematisch waren bei diesem Turm allerdings die Kosten, denn diese wurden deutlich höher geschätzt als ursprünglich angenommen.

Suche nach kostengünstiger Variante

In den Folgemonaten wurden Vorentwürfe für kostengünstigere Türme ausgearbeitet. Im Februar 2019 hatten die Mitglieder des Kreisausschusses des Landkreises Schweinfurt dann mehrheitlich für den Neubau des Turms nach dem Entwurf der jetzigen Bauweise gestimmt. Daraufhin wurde der Entwurf für den Turm in der heutigen Form weiter präzisiert. Es wurden vor allem Pläne und eine detaillierte Kostenberechnung erstellt. Daneben wurden die Bauantragsunterlagen und die Zuwendungsantragsunterlagen vorbereitet und bei den zuständigen Stellen eingereicht.

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Zudem wurde der Vorgängerturm von rund 30 ehrenamtlichen Mitgliedern des THW Gerolzhofen Stück für Stück zurückgebaut. Ende 2019 lag dann sowohl der Baugenehmigungsbescheid von der unteren Bauaufsichtsbehörde als auch der Inaussichtstellungsbescheid von der Regierung von Unterfranken vor. Dem Bau des neuen Turms stand somit nichts mehr im Weg. Es wurden die Ausschreibungsunterlagen für die bauausführenden Firmen vorbereitet. Zudem wurde der direkte Kontakt zu den bauausführenden Firmen vor allem auch im näheren Umkreis gesucht.

Daneben wurde die Detailstatik des Tragwerksplaners durch die LGA, das Prüfamt für Standsicherheit, abschließend geprüft. Anfang 2020 wurden die bauausführenden Arbeiten ausgeschrieben und beauftragt. Unmittelbar nach der Beauftragung folgte die endgültige Planung und Vorfertigung des Turms bei den Firmen. 

Ablauf von Anfang 2018 bis Ende 2020 im Überblick 

  • Ende 2017/Anfang 2018: Sperrung des Turms, Entscheidung zwischen Neubau oder Sanierung 
  • bis Mitte 2018: Prüfung der Zuwendungsvoraussetzungen, Ausschreibung und Beauftragung der Planungsleistung, Ausschreibung und Beauftragung von Gutachterleistungen, Ausarbeitung eines Vorentwurfs ähnlich dem Lörmecke-Turm 
  • bis Ende 2018/Anfang 2019: Ablehnung des Vorentwurfs ähnlich dem Lörmecke-Turm aus Kostengründen, Ausarbeitung von Vorentwürfen für kostengünstigere Türme 
  • bis Mitte 2019: Ausarbeitung des Entwurfs für den Turm in der heutigen Form, Ausarbeitung von Planunterlagen und einer detaillierten Kostenberechnung für den Turm in der heutigen Form, Abbau des Vorgängerturms 
  • bis Ende 2019/Anfang 2020: Eingang des Baugenehmigungsbescheids und des Inaussichtstellungsbescheids, Prüfung der Detailstatik durch LGA, Kontaktaufnahme mit bauausführenden Firmen 
  • bis Mitte 2020: Ausschreibung und Beauftragung der Bauleistungen, Beginn der Werkplanung und der Vorfertigung der Bauteile 
  • bis Ende 2020: Wegeertüchtigung, Montage des Turms vor Ort 

Ein weiteres beliebtes Ausflugsziel im Steigerwald ist der Baumwipfelpfad bei Ebrach im Landkreis Bamberg. Wir verraten Ihnen, warum sich ein Besuch im "Himmel über Franken" lohnt.

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