Schwertransporter sollen immer freie Fahrt haben, wenn sie die riesigen Bauteile für den neuen Windpark im Maßbacher Heidig anliefern. Die Regelung hat in Maßbach für einige Unruhe gesorgt. Bürgermeister Johannes Wegner und der zuständige Beamte des Ordnungsamtes, Volker Heim, sind nach eigenen Angaben seit Tagen darum bemüht, die Sache zu entschärfen. Einen kleinen Teilerfolg haben sie bereits erzielt.

Zumindest die Halteverbotsschilder in den Parkbuchten sind weg. Denn die mit dem Aufstellen der Schilder beauftragte Firma hatte auch hier Verbotsschilder aufgestellt; das hatte in der Bevölkerung für Unsicherheit und auch für Ärger gesorgt. Elisabeth Denner und ihr Mann Wolfgang Denner gehören zu den rund 20 Geschäftsleuten, die in der Hauptstraße von Maßbach angesiedelt sind. Elisabeth Denner bestätigt die Irritationen. Dass das Halteverbot für die Parkbuchten nicht gilt, entspanne die Situation etwas, meint die Geschäftsfrau.

Mittlerweile beobachtet sie, dass sich mancher Autofahrer schon wieder von den Hinweisschildern unbeeindruckt zeigt und sein Auto zumindest für kurze Zeit außerhalb der Parkbuchten abstellt - absolutes Parkverbot hin oder her.

Doch Bürgermeister Johannes Wegner und Volker Heim wollen sich um weitere Lockerungen bemühen. Zum einen müsse gesichert sein, dass trotz des Halteverbots ein Andienen der Geschäfte möglich ist. Rein rechtlich wäre das momentan verboten. "Das kann nicht sein", so Wegner. Betroffen ist beispielsweise die Post, die ihre Pakete und Briefe an der Hauptstraße be- und entlädt.

Wegner hofft außerdem, dass die Dauer des Halteverbotes besser eingegrenzt werden kann. Zwei volle Monate ein durchgehendes Halteverbot während der Geschäftszeiten auszusprechen, hält er für problematisch.

Änderungen sind denkbar

Die Gemeinde steht deshalb mit der Genehmigungsbehörde am Landratsamt in Verbindung. Die Ortsdurchfahrt in Maßbach ist teilweise Staatsstraße, teilweise Kreisstraße. Die Gemeinde hat deshalb nur begrenzten Einfluss auf solche verkehrsrechtlichen Anordnungen. Deshalb habe man auch nicht vorher reagieren können. Am Landratsamt ist Jenny Weipert für die Anordnungen zuständig. Sie betont, dass die Regelung nochmals überarbeitet wird. So soll es eine genaue Aufstellung der Baufirma über den Bauablauf geben. Es könnte sein, dass sich Änderungen ergeben, so Weipert.

Lieber hätte es Bürgermeister Wegner ohnehin gesehen, wenn die Schwertransporter abends nach Geschäftsschluss durch Maßbach gefahren wären. Die Beeinträchtigungen für die Geschäftswelt wären weniger gewesen. Doch die Anfahrt über die Autobahn sei nur am Tag genehmgt worden. Und eine Alternativroute zur Baustelle gibt es nicht.

Die Firma Green City Energy (München), die den Maßbacher Windpark bauen lässt, ist nach Angaben ihrer Pressereferentin Laura Rottensteiner mittlerweile ebenfalls um eine Korrektur der starren Halteverbotsregelung bemüht. Dass diese in der Bevölkerung nicht so gut angekommen ist, hat die Firma bei einer Informationsveranstaltung in dieser Woche zu spüren bekommen.

Firma ist selbst überrascht

Nach Angaben von Laura Rottensteiner sei man selbst davon überrascht, dass das Halteverbot über diesen langen Zeitraum ausgesprochen worden sei. Eigentlich sei man im Unternehmen davon ausgegangen, dass im Februar gar keine Transporter durch den Ort fahren müssen. Die Projektleitung vor Ort kümmere sich jetzt, inwieweit der Lieferzeitraum für die Bauteile stärker eingeschränkt werden kann.

Bürgermeister Johannes Wegner und Volker Heim gehen von rund 120 Schwertransporten aus. Die ersten Fahrzeuge haben sich bereits durch den Maßbacher Innerort gezwängt. Die Transporter wurden von Polizeifahrzeugen begleitet.