Der Wallhäußer Preis 2013 geht an Dr. Gero Beckmann, Fachtierarzt für Mikrobiologie. Die Jury honoriert mit dieser Preisverleihung das Lebenswerk Beckmanns auf dem Gebiet der Mikrobiologie.

Grundlage für diese Entscheidung war eine Publikation aus dem Jahr 2013 "Mikrobiologischer Zwischenfall: Der Fall NECC (New England Compounding Center)", erschienen in GMP Journal Ausgabe 28, Juli/August 2013. Diese Publikation steht nur beispielhaft für die vielfältigen Veröffentlichungen des Preisträgers. Der Artikel beschreibt die dramatischen Auswirkungen von mikrobiologischen Abweichungen in der Sterilproduktion an einem aktuellen Beispiel. In Folge einer Kontamination starben in den USA 54 Menschen, mehr als 700 Menschen erkrankten an teilweise lebensbedrohlichen Hirnhautentzündungen.

Mediale Aufmerksamkeit

Beckmann verweist auch auf einen Fall, der in Deutschland im Jahr 2010 kurzzeitig die mediale Aufmerksamkeit auf die Wichtigkeit der mikrobiologischen Qualitätssicherung gelenkt hatte. Hier hatte es auf der Frühchenstation der Uniklinik Mainz drei Todesfälle nach Infusionen gegeben, die mit Escherichia hermannii und Enterobacter cloacae kontaminiert waren.

Über den Tellerrand

Die Arbeiten von Beckmann sind darauf ausgerichtet, Gefahren durch mikrobiologische Kontaminationen aufzuzeigen und derartige Fälle durch geeignete Qualitätssicherung zu vermeiden. Dabei geht es ihm immer um die Verhältnismäßigkeit der eingesetzten Mittel. 2014 hat Beckmann mit Co-Autoren, unter anderem von der Hochschule Fulda, zur Keimzahlbestimmung mit der "Probable Number"-Methode in der Zeitschrift "Die pharmazeutische Industrie" einen Artikel veröffentlicht. Die Bücher: "Schönheit und Mikrobiologie" - hier hat er die Ästhetik von Mikroorganismen in der Routinediagnostik fotografiert - sowie das Buch "Kapuzinerkresse kreativ - eine kulinarische Exkursion" zeigen seine Neigung, über den Tellerrand zu schauen. Daneben ist Beckmann Interviewpartner und Gast in Presse, Rundfunk und Fernsehen.