Harmonischer als vor sechs Jahren ist der Stadtrat in die neue Amtsperiode gestartet. Damals war es zu einer Kampfabstimmung um den Posten des zweiten Bürgermeisters gekommen. Doch diesmal ging es ohne parteipolitische Scharmützel ab.

Für den neuen Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) war die Wahl seiner beiden Stellvertreter ein Signal für die fraktionsübergreifende Zusammenarbeit. Die Absprachen im Vorfeld hielten: So ging der Posten des zweiten Bürgermeisters an Reimar Glückler vom CBB, der nach Stimmenanteil zweitstärksten Fraktion. Glückler hatte keinen Gegenkandidaten und bekam 19 von 24 Stimmen. Die restlichen Stimmen verteilten sich auf Elisabeth Wende (2), Gudrun Kleinhenz (1), Dominik Sitter (1) und Hans-Dieter Scherpf (1).


Neue Stadträte

Den Stuhl des dritten Bürgermeister hatten die Fraktionen untereinander der SPD zugesprochen, der drittstärksten Fraktion. "Auch wenn es dem einen oder anderen nicht leicht gefallen ist", wie Warmuth in seiner Antrittsrede erklärte. Er sprach der bisherigen dritten Bürgermeisterin, Elisabeth Wende (CSU), Anerkennung dafür aus, dass sie diesen Weg mitgegangen sei, obwohl auch andere Varianten denkbar gewesen wären.

Neue dritte Bürgermeisterin ist nun Rita Schaupp. Auf sie entfielen 18 der 24 Stimmen. Jeweils eine Stimme bekamen Elisabeth Wende und Norbert Schaub. Vier Stadträte stimmten für Dominik Sitter. Ihn hatte Thomas Reuter ins Rennen geschickt mit der Bitte, den Wählerwillen zu beachten.

Rita Schaupp gehört zu den 13 neuen Stadträten, die in der konstituierenden Stadtratssitzung ihren Eid ablegten oder in der kommenden Sitzung noch ablegen müssen. "Ich sehe im Zusammenspiel von erfahrenen und neuen Kräften eine interessante Mischung und eine große Chance für eine erfolgreiche Arbeit", erklärte Warmuth. Zum ersten Mal sind acht Fraktionen im Stadtrat vertreten. Diese Zersplitterung wird noch mehr fraktionsübergreifende Zusammenarbeit erfordern. Zu ihr bekannten sich denn auch alle Fraktionen. "Wir wollen über Parteigrenzen hinweg arbeiten", sagte Martin Wende von der CSU, der mit Abstand größten Fraktion. Er nannte die Kinderbetreuung und den Tourismus als künftige Aufgabenfelder.

Glückler und Schaub (SPD) erinnerten an die Wunschliste des alten Stadtrats, die aufgenommen werden solle. Florian Röthlein (Grüne/ BfU) erwähnte die Bahnhofstraße, von der die Leute erwarteten, dass sie saniert werde.
Gabriele Ebert (Freie Wählerschaft) wünschte sich Offenheit und Fairness. Edmund Schaupp (H.A.B.) appellierte ebenfalls an die Gemeinsamkeiten. Christian Fenn (Junge Liste) sprach Dominik Sitter (Bürgerliste Obereschenbach) direkt an. Er bat diesen, die Besetzung der Stellvertreterposten nicht als Wahl gegen sich zu verstehen. Sitter wollte die Wahl denn auch nicht als Niederlage bezeichnen, sondern als Ansporn für die Stadtratsarbeit der neuen Gruppierung Bürgerliste Obereschenbach. So trübte nichts die auf Harmonie bedachte Stimmung.

Stadträte Der Stadtrat hat 13 neue Mitglieder. Es sind: Elisabeth Assmann, Markus Göbel, Jens Hart, Detlef Heim, Bernd Hüfner, Albrecht Leurer, Thomas Reuter, Florian Röthlein, Norbert Schaub, Rita Schaupp, Dominik Sitter, Martin Wende und Daniel Wolf.

Ortsbeauftragte Auch die Mehrheit der Ortsbeauftragten ist neu. Elisabeth Assmann ist als Ortsbeauftragte von Diebach Nachfolgerin von Armin Warmuth. Neuer Ortsbeauftragter von Pfaffenhausen ist Detlef Heim, von Untererthal Bernd Hüfner. Mit Thomas Reuter hat Obereschenbach nach zwölf Jahren wieder einen Ortsbeauftragten. Auch der Nachbarort Untereschenbach ist mit Albrecht Leurer mit einem Ortsbeauftragten vertreten. Edmund Schaupp bleibt weiterhin für Gauaschach zuständig und Gabriele Ebert für Westheim. Da der Bürgermeister nicht mehr aus der Kernstadt kommt, könnte es als Novum zusätzlich einen Beauftragten für Hammelburg selbst geben. Über einen möglichen Stadtbeauftragten will der Stadtrat noch diskutieren.