Das Votum ist zwar nicht repräsentativ, aber eindeutig: 146 Nutzer von infranken.de haben sich an unserer Umfrage zum Stadtstrand beteiligt, für 125 von ihnen hat sich das Angebot heuer verschlechtert, für sechs ist der Stadtstrand gleich ganz überflüssig. Nur vier bewerten das Angebot 2014 besser als das von 2013, die restlichen elf haben keinen Vergleich, sind aber zufrieden. Neben der Abstimmung gibt es auch jede Menge Kommentare auf dem Portal selbst oder auf Facebook zu unserem Bericht über die Bilanz des Betreibers.

"Ort für die Jugend verschwunden"

"Schön für ihn, dass er eine gute Bilanz ziehen konnte. Ich finde es allerdings sehr schade, dass damit ein Ort für die Jugend wieder verschwunden ist", schreibt Stefan Zilz. Die Stadt müsse was dagegen tun, dass die meisten Jugendlichen, die Abitur machen, so schnell weg wollten wie nur möglich: "Wenn es so weitergeht, dann wird die Alterspyramide in Kissingen schweben, weil es die Spitze nicht mehr geben wird."

"Wie man aus einem florierenden Geschäft eine Farce macht" hat Nutzer "LoveKG" seinen Kommentar überschrieben. Leider sei bereits die angekündigte Eröffnung zum Osterwochenende nicht eingehalten worden. Dabei sei das Wetter im April gut gewesen. Ironische Kritik übt LoveKG unter anderem an der Gestaltung des Geländes: "Die diesjährige Lösung, nämlich die Brückenbögen provisorisch, mit Bauzäunen zu umstellen, war eindeutig eine optisch herausragendere Leistung." Er habe sich gestört gefühlt, dass die Zäune sogar bis zum Rakoczy-Fest standen. Seine Meinung dazu: "Peinlich und unprofessionell." Viel zu spät seien die Bögen "ehrlicherweise auch sehr schön und stilvoll" verkleidet worden. Sein vernichtender Kommentar für den Service: untragbar.

Aber es gibt auch andere Stimmen: "Das Gemecker vom letzten Jahr schon vergessen?", schreibt etwa Facebook-Nutzerin Eri Eichhorn und verweist darauf, dass es auch 2013 Kritik gab. Andere schreiben, dass der frühere Betreiber "pleite" gemacht habe. Andreas Lampert, der den Stadtstrand 2013 aus der Taufe hob und aus dem Nichts aufbaute, wollte sich gestern trotz Nachfrage nicht äußern. Auch die Frage, ob er sich im kommenden Jahr erneut bewerben wolle, ließ er offen.

Es bleibt bei der positiven Bilanz

"Meine Mannschaft und ich hatten viele, viele sehr zufriedene Gäste", erneuerte der aktuelle Betreiber Edgar Gleinser gestern seine positive Bilanz von vergangener Woche. Zwar gesteht auch er "Startschwierigkeiten" ein, allerdings hätten die zum Teil auch an seinem Vorgänger gelegen, von dem er Teile der Einrichtung übernehmen wollte: "Da war vieles unbrauchbar, von den Liegestühlen bis zum Küchen-Container", stellt Gleinser klar. Und: "Was viele nicht begreifen wollen, ist, dass man nicht so einen Rabatz machen kann wie im vergangenen Jahr."
Das sehen etliche Besucher auf Facebook anders: "Gerade für die jungen Leute sollte was gemacht werden, und das war im letzten Jahr top. Und nun gehen Omas und Opas hin, als ob es nicht schon genügend Veranstaltungen für diese Altersgruppen gibt", meint etwa Alexandra Scheler. Und: "Hauptsache für die Jungen wieder alles kaputt gemacht. Und am Stadtrand ist dieses Jahr definitiv tote Hose, bin oft genug vorbei gegangen." Und für den Nutzer "Don Matteo" steht schon der Slogan für 2015 fest: "Willkommen beim Kissinger Stadt Strand. Der erste ,Open Air Senioren Stift der Welt'."

Lesen Sie hier auch einen aktuellen Kommentar von Ralf Ruppert zum Thema.

Weitere Reaktionen:
"DocHappy" : "Wenn es das Ziel des diesjährigen Stadtstrandbetreibers war, für Ruhe am Saale-ufer zu sorgen, damit sein Hauptgeschäft nicht beeinträchtigt wird, dann hat er es voll erreicht. Selbst an sonnigen Tagen war kaum Betrieb und auch in den Abendstunden war der Stadtstrand häufig geschlossen oder nahezu verwaist. Vom attraktiven Angebot des letzten Jahres, welches auch uns aus Bad Neustadt mit Familie nach Kissingen gelockt hat, war der Stadtstrand dieses Jahr jedenfalls weit entfernt.
Wer junge Menschen als Lärmbelästigung empfindet und Angst davor hat, sie würden zahlungskräftige Konsumenten vertreiben, der darf sich nicht wundern, wenn die Kinderzahl in Deutschland weiter abnimmt.
Gerade Kissingen bietet ein reichhaltiges Angebot für Senioren und Frührentner. Das Angebot für Familien und Jugendliche ist jedoch klar ausbaufähig. Hoffentlich stehen bei der Entscheidung über den Betrieb 2014 nicht nur wirtschaftliche Interessen und der Wunsch nach einer ruhigen Nachbarschaft im Vordergrund, sondern auch die Überlegung, wie man Kissingen attraktiver machen kann. "

"SindySo" : "Leider konnte man sich in diesem Jahr zuallererst mal nicht darauf verlassen, ob der Stadtstrand nun geöffnet hat oder nicht. (...) Mit Kritik via Facebook wollte man sich nicht auseinander setzen und hat Kommentare gelöscht sowie Leute blockiert. Alles in allem hat man gemerkt, dass ein Publikum unter 50 herzlich wenig erwünscht war.(...) Es war deutlich zu spüren, dass der Stadtstrand nur gemacht wurde damit man sich nicht mit einem anderen Pächter auseinandersetzen muss sondern wenn man keine Lust hat einfach mal den Stadtstrand geschlossen lässt. Hauptsache, den alten Pächtern den Stadtstrand entreißen und eine "Rentner"-Veranstaltung drauß gemacht. Sehr schlechte Entscheidung der Stadt Bad Kissingen. "

"ShangFu" : "Es ist doch kein Wunder, wenn in 20 Jahren kein Mensch mehr in Bad Kissingen wohnen will, wenn jetzt versäumt wird, auch für die Jugend was zu tun. (...) Aus meiner Sicht wird Bad Kissingen immer mehr eine Stadt für Über-55-Jährige. Schade eigentlich "

"Volker von Burkardroth" "Um Himmels Willen nicht noch ein weiteres Jahr."

"Sunrise Tequila" : "Frage mich wie er zufrieden sein kann! Wenn man runtersah, war entweder nichts los oder er war geschlossen. Das war letztes Jahr viel besser. Da war immer auf, man hatte das Gefühl, dass der 2013er Stadtstand das Durchschnittsalter von Bad Kissingen runtergeschraubt hat."

"Dani Schmitt" : "Wenn das Team von 2013 wieder kommt, bin ich dort gerne wieder Gast!"