Ab Juli werden die Standesämter von Bad Kissingen und Nüdlingen zusammengelegt. Einstimmig beschlossen das die Stadträte in ihrer Sitzung. Je Einwohner stellt die Stadt der Nüdlinger Gemeinde künftig einmal im Jahr eine Pauschale in Rechnung. Für beide Partner ein gutes Geschäft, denn das Wichtigste am Nüdlinger Standesamt bleibt.

"Wir können keine Heiratsurkunde ausstellen, aber das Heiraten geht nach wie vor", sagt Harald Hofmann (CSU), Nüdlingens Bürgermeister. Das wird künftig Chefsache sein. Die Standesbeamtin, die bisher die Ehepaare getraut hat, darf das dann nicht mehr. Trotzdem, für Harald Hofmann und seine Gemeinderäte eine klare Sache. Anfang Mai hatten sie einstimmig den Beschluss gefasst, ihr Standesamt an das Kissinger Amt anzugliedern. "Es geht keine kommunale Identität verloren. Die Hochzeit findet trotzdem noch mit dem Bürgermeister in der Gemeinde statt", sagt Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) in der Stadtratssitzung. "Ich werbe dafür, dass sich noch mehr zusammenschließen." So wie auch schon Oerlenbach. Die Gemeinde hat sich schon an das Bad Kissinger Standesamt angeschlossen. Laut Gemeinde lässt sich die Mehrheit der Bürger weiterhin in der Gemeinde trauen.

Ausgaben einsparen

Die Kosten für den Betrieb seien nicht unerheblich, meint der OB. Das hat auch die Gemeinde Nüdlingen gespürt. Software, Schulungen - für die Gemeinde rechnet es sich finanziell, die Arbeiten des Standesamts von den Kissingern übernehmen zu lassen. Und die können sie annehmen, ohne eine zusätzliche Stelle schaffen zu müssen. Besonders jetzt, wo die Geburtenstation des Krankenhauses geschlossen ist und die Geburtsurkunden ausbleiben. Wegfallen wird in Nüdlingen kein Posten. Einer der beiden Standesbeamten der Gemeinde wird in den nächsten Wochen in den Ruhestand wechseln. Nüdlinger, die Ahnenforschung betreiben, müssen künftig nicht nach Bad Kissingen fahren, um in den Büchern zu wälzen. Das Archiv bleibt in der Gemeinde. Dafür müssen die Bad Kissinger bald genauer hinschauen, wo sie ganz besondere Zettel einschmeißen.

Immer mehr Briefwähler

Die Stadt will ihre Wahllokale neu ordnen. Die 24 Urnenwahllokalen sollen künftig auf 15 reduziert werden. Im Gegenzug soll es mehr Briefwahllokale geben, denen mehr Wahlhelfer zugeteilt werden. Damit reagiert die Stadt auf mehrere Trends, die sie während der vergangenen sieben Wahlen beobachtet hat: Es wird immer schwieriger, ehrenamtliche Helfer zu finden, der Anteil der Briefwähler wächst stetig und die Wahlbeteiligung sinkt. Für die Neuordnung setzte die Verwaltung den Maßstab, in jedem Ortsteil ein Wahllokal zu halten. Gab es in einem Ortsteil zwei Urnenwahllokale, soll künftig noch eins am Wahltag geöffnet sein. Mit der neuen Ordnung werden 70 Wahlhelfer weniger gebraucht. Bevor der Stadtrat über eine neue Ordnung der Bad Kissinger Wahllokale entscheidet, wird die Verwaltung weiter an der neuen Aufteilung arbeiten.

Geschenk nicht gleich Geschenk

Bei einem Punkt auf der Tagesordnung der Stadtratssitzung klinkten sich die Bürgermeister aus: Wie geht die Bürgermeisterei mit Geschenken um? Zuvor lieferte die Verwaltung eine Definition, denn Geschenk ist nicht gleich Geschenk. Zu unterscheiden sind: Geschenke an die Stadt und persönliche Geschenke.Die erste Kategorie ist unbedenklich. Ein Bürgermeister nimmt im Namen der Stadt ein Geschenk an, das anschließend der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Bei persönlichen Präsenten sieht es anders aus. Die müssen mit dem Stadtrat besprochen werden. Damit der nicht über jeden Kugelschreiber debattieren muss, haben die Räte jetzt eine Wertgrenze festgelegt. Persönliche Geschenke, die einen Wert von 20 Euro übersteigen, werden einem sozialen Zweck zugeführt.