David ist begeistert: "Das war total cool", sprudelt es aus aus dem elfjährigen Garitzer heraus, als er den Bogen weg legt. Johannes Adler hat ihn gerade schießen lassen. "Ich war schon öfter hier, aber heute habe ich zum ersten Mal mit dem Bogen geschossen", erzählt er. Und was fasziniert ihn so am Mittelalter? "Die Ritterkämpfe" sagt David sofort.

Dass er solche Kämpfe auf der Burg Botenlauben hautnah miterleben kann, ist auch der Verdienst von Werner Vogel. "Entstanden ist alles aus der 750-Jahr-Feier", berichtet er. Die Premiere während des Jubiläums schlug so gut ein, dass die Stadt anregte, das fest zu wiederholen. Mittlerweile steht es alle zwei Jahre im städtischen Terminkalender. 26 Mal stand Vogel selbst als Otto von Botenlauben auf der Bühne. Vor zwei Jahren übergab er das Amt dann an einen Profi: Knud Seckel präsentierte bei einem Konzert Minnesang in höchster Qualität. "Ich habe auch gesungen, aber nicht mit dieser Professionalität", würdigt Vogel die leistung seines Nachfolgers, an dessen seite seine Tochter Catherine Vogel als Beatrix von Courtenay auftritt.


Schauspiel und Farbenmischen
"Beim zweiten Mal ist man gar nicht mehr so angespannt", berichtete Knud Seckel. Vieles habe er natürlich von seinem Vorgänger übernommen, aber: "Das Ensemble ist insgesamt verjüngt, und wir haben vieles neu durchdacht", berichtet der Hauptdarsteller. Die Besucher würden die Details aber kaum bemerken.

Ein Generationswechsel bahnt sich auch im Skriptorium an: Dort ist Reinhold Schädlich seit 1992 der Meister. Der 68-jährige Münnerstädter ist pensionierter Kunstlehrer und kümmerte sich im Verein zunächst um die Heraldik, also um die richtige Darstellung der Schilde. Bereits zum fünften Mal ist nun Thomas Roth (23) aus Würzburg mit im Skriptorium, um den Besuchern die "langsame Kunst" des Schreibens und Farbenmischens vorzuführen.