Sternschnuppenliebhaber haben erneut die Möglichkeit, den Nachthimmel zu beobachten: Die Bedingungen zur Sichtung der sogenannten Lyriden sind laut Uwe Pilz, dem Vorsitzenden der Vereinigung der Sternfreunde mit Sitz im südhessischen Bensheim, am günstigsten von 01:00 Uhr bis zum Morgengrauen, bevor die Dämmerung einsetzt, so die Deutsche Presse-Agentur.

Das Maximum der Lyriden wird rechnerisch am Abend des Mittwochs, dem 22. April, erwartet. Zu diesem Zeitpunkt ist der Ausstrahlungspunkt, auch bekannt als Radiant, jedoch noch nicht sichtbar. Erst ab Mitternacht erreicht er eine ausreichende Höhe, um die Sternschnuppen gut beobachten zu können.  "Der höchste Punkt wird kurz vor der Morgendämmerung erreicht", so Pilz.

Höhepunkt am Mittwoch: Zahlreiche Sternschnuppen am Nachthimmel sichtbar

"Diese günstige Lage und die Abwesenheit des Mondes am Morgenhimmel lassen für diese Nacht ein beeindruckendes Himmelsschauspiel erwarten", ergänzte Pilz. Die Lyriden sind ein Strom mit mittlerer Aktivität. "Man kann mit 15 bis 20 Sternschnuppen in einer Stunde rechnen." Die Sternschnuppen können auch in einigen Nächten vor und nach dem Maximum beobachtet werden.

In der Nacht des Maximums stehen die Chancen, das Spektakel zu beobachten, laut dem Deutschen Wetterdienst in weiten Teilen des Landes gut. In Norddeutschland, von Ostfriesland bis zur Oder, sind die Chancen am geringsten, erklärte ein Sprecher.

Dort sollen Wolkenfelder aufziehen. In jedem Fall kann man das Spektakel südlich des Harzes in der Mitte und im Süden des Landes sehen. "Da steht dem Schauspiel nichts entgegen." Wer Sternschnuppen beobachten möchte, sollte allerdings an eine warme Jacke, dicke Socken und Handschuhe denken. In Bodennähe sind laut den Meteorologen frostige Temperaturen zu erwarten.

Sternschnuppen verglühen mit 180.000 Kilometern pro Stunde

Die Meteore dringen mit einer Geschwindigkeit von etwa 50 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre ein und verglühen. Das entspricht 180.000 Kilometern pro Stunde. Der Ausstrahlungspunkt befindet sich zwischen dem Herkules-Viereck und dem Sternbild Leier.

Die Lyriden sind abgesplitterte Bruchstücke des Kometen C/1861 G1 (Thatcher), durch die die Erde auf ihrer Umlaufbahn zieht.