Update vom 01.07.2026, 17.55 Uhr: Tödliche Schüsse von Stade - große Trauer und offene Fragen
Trauer und Fassungslosigkeit vereint sie. Nach den tödlichen Schüssen auf vier Frauen und zwei Männer in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade haben sich Hunderte Menschen in der Marktkirche Hannover versammelt. Viele weinen, immer wieder wischen sie sich Tränen aus den Augen. Die Gewalttat habe das ganze Land schockiert, sagt Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) als einer von mehreren Rednern während der Andacht.
Mit Gebeten, Texten und Musik soll ein Zeichen der Verbundenheit gesetzt werden, auch für alle Beschäftigten der Jugendämter. Die Kirche ist voll. Es sind so viele Menschen gekommen, dass die Plätze nicht ausreichen. Darunter sind Familienangehörige, Freunde und Bekannte der Getöteten – und viele Arbeitskollegen. Einen ähnlichen Andrang hatte es tags zuvor in der St.-Wilhadi-Kirche in Stade gegeben. Auch dort kamen zahlreiche Menschen zusammen, um Trost und Halt zu finden.
Sechs Erwachsene wurden am Montag brutal aus dem Leben gerissen – darunter zwei Frauen und ein Mann aus dem Raum Hannover, die als Mitarbeitende des Jugendamtes der Region Hannover in der Stader Jugendhilfeeinrichtung waren. Getötet wurden zudem zwei Frauen und ein Mann, die als Beschäftigte der Stader Jugendhilfeeinrichtung vor Ort waren. Bei einem Termin sollte es um das Sorgerecht für ein Baby gehen. Der Vater des Kindes soll geschossen haben.
Sechs Tote in Stade: Polizei bittet Bevölkerung um Mithilfe
Der tatverdächtige 45-Jährige sitzt in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm sechsfachen Mord vor. Demnach schoss der Mann mit türkischer Staatsangehörigkeit während eines Gesprächstermins in der Einrichtung plötzlich mit einer mitgebrachten Schusswaffe auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Fünf der Getöteten starben am Tatort, ein weiteres Opfer im Krankenhaus.
Nach den Schüssen in der Stadt westlich von Hamburg floh der Mann in einem Auto, das eine 65-Jährige fuhr. Beamte schossen auf die Reifen des Wagens und nahmen die Insassen fest. Nach derzeitigen Erkenntnissen hat die Frau eine enge Verbindung zur Familie des Tatverdächtigen. Die Polizei befragte sie, inzwischen ist sie aus dem Gewahrsam entlassen.
Eine Mordkommission hat die Ermittlungen übernommen. Die Polizei bittet die Bevölkerung um Mithilfe. Zeugen sollen sich melden, Fotos und Videos hochladen. Derweil werden immer mehr Informationen zu dem Tatverdächtigen bekannt. So führte die Staatsanwaltschaft Hannover ein Ermittlungsverfahren gegen den Mann – wegen des Verdachts der Bedrohung.
Staatsanwaltschaft ermittelte schon vor der Tat gegen Todesschützen
"Der Beschuldigte soll am 22. April im Zusammenhang mit der Behandlung seiner Tochter wegen eines Schütteltraumas gegenüber Ärzten der MHH aggressiv aufgetreten sein und ihnen verbal gedroht haben", teilte ein Sprecher der Behörde zu einem Vorfall in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) mit. Verschiedenen Medien zufolge soll der Mann sein Kind zuvor durch Schütteln verletzt haben. Eine Bestätigung von offizieller Seite lag der dpa zunächst nicht vor.
Mutter des Kindes ist eine 34-Jährige. Ein Amtsgericht hatte unter anderem angeordnet, dass Mutter und Tochter gemeinsam in einer Mutter-Kind-Einrichtung untergebracht werden sollen. Zudem gab es eine Entscheidung, dass beiden Elternteilen die Gesundheitssorge entzogen bleibt.
In dem Sorgerechtsstreit stand eine Entscheidung des Oberlandesgerichts (OLG) Celle aus. Beide Elternteile hätten Beschwerde gegen ein familiengerichtliches Eilverfahren vom Amtsgericht Neustadt am Rübenberge eingelegt, bestätigte eine Sprecherin des OLG. Nach der Tat wurde die 34-Jährige von der Polizei befragt. Nach der Schließung der betroffenen Mutter-Kind-Gruppe wurden sie und ihr Baby anderweitig untergebracht, wie das Sozialministerium mitteilte.
Lassen sich solche Taten verhindern?
Nach der Gewalttat stellen sich viele Fragen – auch dazu, ob es die richtigen Sicherheitsvorkehrungen gab. Der 45 Jahre alte Verdächtige war polizeilich bekannt. Laut Lüneburgs Polizeipräsidentin Kathrin Schuol galt er aber nicht als "absolut gewalttätig".
Dass ein sogenanntes Hilfeplangespräch wie in Stade in der Einrichtung und nicht auf einer Polizeiwache oder bei einem Gericht stattfindet, ist laut niedersächsischem Sozialministerium üblich. "Es gab vereinzelt Fälle in der Vergangenheit, wo auch die Polizei dazugeholt wurde von der Kommune, vom Jugendamt, wenn die Gefahrenlage so eingeschätzt wurde, dass das nötig ist", sagte eine Ministeriumssprecherin. Dies sei hier nicht der Fall gewesen.
Wenn es beim Jugendamt Kenntnisse über Gefährdungen gebe, dann werde das natürlich berücksichtigt und es gebe Ratgeber dafür, hieß es. "Ob es darüber hinaus noch weitere Vorgaben geben muss über Sicherheitsvorkehrungen, darüber wird auf jeden Fall zu sprechen sein." In welcher Form und in welchem Ausmaß, ließe sich zu diesem Zeitpunkt aber nicht sagen.
Update vom 30.06.2026, 20.06 Uhr: Haftbefehl gegen den Tatverdächtigen
Nach den tödlichen Schüssen auf sechs Menschen in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade hat das Amtsgericht Haftbefehl gegen den 45 Jahre alten Tatverdächtigen erlassen. Die Staatsanwaltschaft bewertet die Taten aufgrund des Vorliegens von Mordmerkmalen, insbesondere Heimtücke und niederen Beweggründen, als sechsfachen Mord, hieß es in einer Mitteilung.
Nach den tödlichen Schüssen bereitet die Polizei die Einrichtung einer Mordkommission vor. Wegen des Umfangs und der Komplexität des Tatgeschehens sollen die Ermittlungen in Kürze von den Sonderermittlern übernommen werden, wie Staatsanwaltschaft und Polizei mitteilten.
Die Ermittler werten demnach derzeit auch Hinweise aus der Bevölkerung aus. Die Polizei bittet Zeuginnen und Zeugen weiter um Fotos und Videos, die im Kontext der Tat stehen könnten. Material könne über ein eingerichtetes Hinweisportal hochgeladen werden. Unter den sechs Todesopfern sind nach Angaben der Behörden Beschäftigte der Jugendhilfeeinrichtung sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendamtes der Region Hannover.
Update vom 30.06.2026, 12.05 Uhr: Bluttat in Stade: Kanzler Merz ist "erschüttert bis ins Mark"
Die Bluttat von Stade erschüttert das Land. Am Montag (29. Juni 2026) fielen dort Schüsse in einer Mutter-Kind-Wohngruppe, insgesamt verloren sechs Menschen ihr Leben.
Mittlerweile ist die Spurensicherung im Gang. Wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft erklärte, bleibt der Tatort voraussichtlich für den gesamten Dienstag über gesperrt. Viele Fragen bleiben weiter offen.
Sechs Tote nach Schüssen in Niedersachsen
Kurze Zeit nach den Morden hatten Einsatzkräfte der Polizei den Tatverdächtigen festgenommen. Ob die Behörde einen Haftbefehl gegen den festgenommenen 45-Jährigen beantragen wird, entscheidet sich im Laufe des heutigen Tages. Der Mann soll die tödlichen Schüsse auf die Opfer, vier Frauen und zwei Männer, abgegeben haben, wobei eines der Opfer erst im Krankenhaus verstarb.
Hintergrund der Tat in der niedersächsischen Stadt westlich von Hamburg ist nach Polizeiangaben möglicherweise ein Sorgerechtsstreit. Der tatverdächtige Mann mit türkischer Staatsangehörigkeit hatte in der Einrichtung einen Termin bezüglich des Sorgerechts für seine drei Monate alte Tochter. Weder das Kind noch dessen Mutter sind unter den Toten, ersten Erkenntnissen zufolge waren die Opfer Angestellte der Einrichtung und des Jugendamtes und waren dort beruflich tätig.
Berichte, wonach der festgenommene Mann Mitglied eines Clans sein soll, wurden von den Ermittlern nicht bestätigt. "Wir haben derzeit keine Hinweise darauf, dass eine Clanzugehörigkeit besteht", sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Der Mann stammt den Angaben nach aus dem Raum Hannover. Er war polizeilich bekannt, doch galt er laut Lüneburgs Polizeipräsidentin Kathrin Schuol "bisher nicht als absolut gewalttätig". Falls die Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl gegen den Tatverdächtigen beantragt, muss das Amtsgericht Stade noch am Dienstag entscheiden, ob der Mann in Untersuchungshaft genommen wird.
Tatverdächtiger festgenommen: Merz drückt Mitgefühl aus
Fragen werfen die Tatwaffe und der Tathergang auf. Aus ermittlungstaktischen Gründen sagte die Polizei zunächst nicht, um welche Art von Waffe es sich handelte - oder wie der mutmaßliche Täter an sie herankam. Nach Angaben der Behörden hat der Verdächtige keine Erlaubnis zum Besitz von Waffen. Auch der genaue Ablauf der Tat in der Jugendhilfeeinrichtung war bisher nicht öffentlich bekannt. Die Ermittler verwiesen auf die aufwendige und detaillierte Arbeit der Spurensicherung.
Neben dem 45-Jährigen wurde auch eine 65-jährige Frau festgenommen, sie war die Fahrerin des Fluchtfahrzeugs. Die Frau hat nach derzeitigem Erkenntnisstand eine enge Verbindung zur Familie des mutmaßlichen Täters.
Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) nannte die Tat noch am Abend einen singulären Fall, der nichts mit früheren Fällen zu tun habe. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz drückte sein Mitgefühl aus: "Die Nachricht aus Stade erschüttert bis ins Mark", schrieb der CDU-Politiker auf der Plattform X. Mittlerweile haben trauernde Menschen Blumen und Kerzen an dem Gebäude abgelegt.
Update vom 29.06.2026, 20.06 Uhr: Sorgerechtsstreit soll Motiv für die Tat sein
Die bei den Schüssen in Stade westlich von Hamburg getöteten Menschen sind alle Mitarbeiter der Jugendeinrichtung. Das sagte Kathrin Schuol, die Polizeipräsidentin der Polizeidirektion Lüneburg. Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) sprach auf einer Pressekonferenz von einer "kaltblütigen" Tat.
Motiv für die Tat in Stade mit sechs getöteten Menschen war vermutlich ein Sorgerechtsstreit. Das sagte die Lüneburger Polizeipräsidentin Kathrin Schuol auf einer Pressekonferenz. Medienberichten zufolge soll es sich bei dem mutmaßlichen Täter um den Vater eines Babys handeln, das in der Einrichtung betreut wurde.
Update vom 29.06.2026, 19.35 Uhr: Bislang eine Person festgenommen
Nach den tödlichen Schüssen in einer Jugendhilfeeinrichtung im niedersächsischen Stade hat die Polizei ihre Angaben zu den Verdächtigen präzisiert. Festgenommen worden sei eine Person – der mutmaßliche Schütze, sagte ein Polizeisprecher.
Zwei weitere Personen befänden sich in polizeilichen Maßnahmen, seien aber nicht festgenommen worden. Sie würden vernommen und gegebenenfalls einer Spurensicherung unterzogen. Welche Rolle sie gespielt haben könnten und in welcher Beziehung der mutmaßliche Schütze zu den Opfern stand, sei Gegenstand der Ermittlungen. Zuerst hatte es geheißen, dass nach den tödlichen Schüssen in Stade zwei Personen verhaftet worden seien.
Update vom 29.06.2026, 17.30 Uhr: Weiteres Todesopfer in Stade
Nach den Schüssen in Stade westlich von Hamburg ist ein weiterer Mensch gestorben. Wie die Polizei mitteilte, starben fünf Menschen vor Ort, eine sechste Person erlag im Krankenhaus ihren Verletzungen.
Bei den Schüssen in einer Jugendhilfeeinrichtung sind vor Ort vier erwachsene Frauen und ein Mann getötet worden. Das sagte ein Polizeisprecher am Tatort der dpa. Weitere Angaben zu ihrer Identität und zur Frage, in welcher Beziehung sie zu den mutmaßlichen Tätern stehen, gab es zunächst nicht.
"Ich hab’ Schüsse gehört", erzählt Zeuge Vitali Martens dem "Stader Tageblatt". Dann habe er überall Polizisten gesehen. Was genau sich gegen 12.10 Uhr in den Räumen der Einrichtung mit Mutter-Kind-Wohngruppen westlich von Hamburg geschah, werden die Ermittler erst nach und nach rekonstruieren. Ein anderer Zeuge schildert "Focus Online", dass kurz nach den Schüssen eine Frau und ein junger Mann versucht hätten, vom Tatort wegzufahren.
Ein Polizist habe gebrüllt: "Anhalten, stehen bleiben", berichtet der Mann dem Magazin. Das Auto sei weitergefahren. Mehrere Beamte sollen das Feuer eröffnet haben. Mindestens zehn, fünfzehn Schüsse seien gefallen, schätzt der Zeuge. Auf Bildern und Videos von der Szenerie ist zu sehen, wie die Polizei einen dunklen Wagen stoppt und die Insassen festnimmt.
Update vom 29.06.2026, 15.35 Uhr: Offenbar Menschen in Lebensgefahr
Bei Schüssen in einer Jugendhilfeeinrichtung im niedersächsischen Stade sind fünf Erwachsene getötet worden. "Es gibt mehrere Menschen, die zum Teil schwer verletzt wurden", sagte eine Polizeisprecherin der dpa. Es sei nicht auszuschließen, dass die Zahl der Todesopfer noch steige. Der mutmaßliche Schütze und eine weitere Person sind festgenommen worden.
Nähere Angaben zur Identität der Toten und der Tatverdächtigen machten die Ermittler zunächst nicht. Offen ist auch noch, welche Rolle die zweite festgenommene Person bei der Tat gespielt haben soll. Die Hintergründe des Gewaltverbrechens in der Stadt westlich von Hamburg sind zunächst völlig unklar.
Polizei und Rettungskräfte sind mit einem Großaufgebot im Einsatz. Sie riefen Menschen auf, den betroffenen Bereich weiträumig zu verlassen und den Anweisungen der Einsatzkräfte zu folgen. "Aktuell besteht keine weitere Gefahr für die Bevölkerung", betonte die Polizeisprecherin. Auf Bildern von der Umgebung des Tatortes waren zahlreiche Einsatzfahrzeuge und Rettungskräfte zu sehen.
Update vom 29.06.2026, 14.39 Uhr: Mehrere Verletzte und zwei Festnahmen
Bei den Schüssen in Stade sind auch mehrere Menschen verletzt worden. Das teilte die Polizei mit. Fünf Erwachsene sind demnach bei der Tat gestorben. Es hat mittlerweile zwei Festnahmen gegeben. Darunter ist auch der mutmaßliche Schütze, wie eine Polizeisprecherin auf dpa-Anfrage bestätigte.
Die Schüsse in Stade westlich von Hamburg, bei denen es fünf Tote gab, sind in einer Jugendeinrichtung gefallen. In der Erstmeldung hatte es geheißen, die Schüsse seien nahe der Jugendeinrichtung abgefeuert worden. In der Einrichtung sind Mutter-Kind-Wohngruppen untergebracht, wie eine Polizeisprecherin auf dpa-Anfrage bestätigte.
Die ursprüngliche Meldung vom 29.06.2026, 13.58 Uhr: Fünf Tote bei Schüssen in Stade - Polizeieinsatz läuft
Bei Schüssen in Stade westlich von Hamburg sind fünf Menschen gestorben. Ein Tatverdächtiger wurde festgenommen, wie ein Polizeisprecher auf dpa-Anfrage bestätigte. "Es wurde in der Nähe einer Jugendeinrichtung in der Innenstadt geschossen", sagte der Sprecher. Über die Hintergründe sei noch nichts bekannt. Zuvor hatten Medien darüber berichtet.
"Polizeieinsatz in der Dankersstraße in Stade", heißt es in einem Post in den sozialen Medien von der Polizeidirektion Lüneburg. Derzeit (Stand 13.33 Uhr) komme es in Stade zu einer polizeilichen Einsatzlage. Die Polizei warnt: "Meidet den Bereich weiträumig!"