Im Herbst 2021 hat die Drogerie-Kette dm ein Pilotprojekt gestartet: Kunden sollten leere Plastikflaschen zum Markt zurückbringen, damit das Unternehmen diese für Eigenmarken-Produkte recyceln und wiederverwenden kann. Laut watson.de wurden in 150 Märkten im Karlsruher und Münchner Raum bestimmte Behälter dafür an den Kassen aufgestellt.

Jetzt wurde das Projekt allerdings abgebrochen, da sich der wirtschaftliche Aufwand für die wenigen zurückgebrachten Flaschen nicht lohnte. Das teilte dm-Geschäftsführerin Kerstin Erbe der "Lebensmittelzeitung" mit. Es gab kein Pfandsystem und daher waren nur wenige Kunden motiviert.

Projektabbruch bei dm - zu wenige Kunden nutzten das Angebot

Für die Recycle-Aktion wurde dm laut Lebensmittelzeitung von vielen Konkurrenten und Experten kritisiert. Laut ihnen picke sich die Kette die "Rosinen" aus dem Recycel Material heraus, welches dem Gesamtsystem danach fehlen. Somit könnte es sogar dazu kommen, dass die gesetzliche Recycel-Quote nicht erfüllt werden kann. Ob sich dies bewahrheiten würde, konnte allerdings bisher nicht herausgefunden werden.

Trotz des Abbruchs des Projekts möchte dm in Zukunft stärker auf Recycling setzen, schreibt watson.de. Schon jetzt gäbe es trotz fehlender Rückgaben genügend Material und der Drogeriemarkt will sogar bis 2025 die Hälfte aller Produkte - abgesehen von Nahrungsmitteln - in recycelte Behälter füllen.

Obwohl der im vergangenen Herbst gestartete Versuch misslang, könnte es in der Zukunft mehr solcher Projekte geben. "Circleback", ein Berliner Start-up, entwickelt schon jetzt ein ähnliches Konzept. Es soll in Zukunft möglich sein, Kunststoffverpackungen einfach zu den normalen Rückgabeautomaten für Getränke im Supermarkt zu bringen und dafür auch Pfand zu erhalten. Dieser besteht aus 20 Cent Gutschriften von am Projekt teilnehmenden Unternehmen.