Drei Wochen, fünf Strandungen, ein Wettlauf gegen die Zeit: Was der Buckelwal "Timmy" vor der Insel Poel durchmacht, bewegt ganz Deutschland. Nachdem Wissenschaftler, Behörden und Umweltorganisationen den geschwächten Wal bereits aufgegeben hatten, wagte eine private Initiative das Unmögliche – und versucht seitdem, das zwölf Tonnen schwere Tier mithilfe von Luftkissen, Pontons und einer Spezialplane in die Nordsee und nach Möglichkeit weiter in den Atlantik zu bringen. Hinter der spektakulären Rettungsmission stehen Mediamarkt-Gründer Walter Gunz und Unternehmerin Karin Walter-Mommert.

Doch trotz des enormen Aufwands bleibt ein Durchbruch aus. Am Montagmorgen hatte sich der Wal wieder in Bewegung gesetzt - damit machte er den Rettern allerdings einen Strich durch die Rechnung. Am Dienstag gab es neue Aktionen am Wal - und das Rettungsteam kämpft mit internen Differenzen und Ausfällen.

Update vom 21.04.2026, 18.30 Uhr: Interne Streitigkeiten - DLRG-Helfer mit neuem Wal-Rettungsplan

Um den in einer Bucht der Ostsee-Insel Poel festliegenden Wal soll eine Art Korsett aus sechs oder mehr großen Sandsäcken aufgebaut werden, damit er nicht weiter in die Flachwasserzone rutscht. In der vergangenen Nacht habe sich das Tier infolge des Drucks von Wind und Wellengang etwa 80 Meter im "Rückwärtsgang" bewegt, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD).

Die sogenannten Big Bags sollen demnach im Rücken des Wals aufgestellt werden. Sie sollen verhindern, dass er sich noch weiter von der möglicherweise rettenden Fahrrinne entfernt. "Er braucht ja nicht viel, um in tieferes Wasser zu kommen", sagte Backhaus. 

Die Idee für das Setzen der Big Bags kam dem Minister zufolge von Helfern der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), die inzwischen eine Leitungsfunktion innerhalb der privaten Wal-Rettungsaktion eingenommen habe. "Sie hat eine Struktur geschaffen, mit der wir gut arbeiten können", sagte Backhaus.

Update vom 21.04.2026, 12.07 Uhr: Neue Aktion am Wal - "Timmy" werden Hering und Shrimps angeboten

Nach dem gescheiterten Versuch vom Vortag gibt es erneut Aktivität am Buckelwal vor Poel. Es werde Saug- und Spülgerät eingesetzt, um den Wal zu entlasten, erklärte Umweltminister Till Backhaus (SPD) nach einer Lagebesprechung im Hafen von Kirchdorf. Von der Initiative selbst gab es zunächst keine Angaben. Wegen des gesunkenen Wasserstands ragt das Tier weiter aus dem Wasser und sein Gewicht drückt stärker auf seine inneren Organe.

Helfer bespritzen den Buckelwal vor der Insel Poel mit Wasser. Das Tier liegt an der gleichen Stelle wie am Vortag. Der bei Wismar gestrandete Buckelwal hatte sich am 20.04.2026 freigeschwommen und sich mehrere Kilometer bewegt.
Jens Büttner/dpa

Am Vormittag nahmen Mitglieder der privaten Initiative ihre Arbeiten am Wal wieder auf. In den Livestreams ist zu sehen, wie Menschen in Neoprenanzügen durch das flache Wasser zu "Timmy" waten. Mit Hilfe von Paddeln und mit bloßen Händen bespritzen sie den Wal mit Wasser. Später fährt ein Schiff mit schwerem Gerät in die Nähe, die Spülversuche starten. 

Auch solle dem rund zwölf Meter langen Meeressäuger Nahrung angeboten werden, hieß es von Bachhaus. Dabei handele es sich um Hering und Shrimps. Der Wal sei natürlich in einem kritischen Zustand, sei aber dennoch vital und habe eine Chance. 

Update vom 21.04.2026, 9.57 Uhr: Teammitglieder verlassen Wal-Rettungsinitiative

Mehrere Mitglieder des Teams haben die private Initiative zur Rettung des Wals vor Poel verlassen oder fallen vorerst aus. Christiane Freifrau von Gregory, die als Pressesprecherin des Teams fungierte, tritt zurück. Sie mache den Weg frei, da eine konstruktive und professionelle Zusammenarbeit unter den aktuellen Bedingungen "für uns" nicht mehr möglich sei. "Unser Ziel war es stets, die professionelle und ruhige Umsetzung des Konzepts, das Mensch und Tier schützt. Die aktuellen Entwicklungen und die Dynamiken vor Ort entsprechen jedoch nicht mehr den Grundwerten und Standards, für die ich persönlich und wir als Team stehen", heißt es in einer schriftlichen Mitteilung von Gregorys.

Weiterhin erklärt sie: "Um die Integrität unserer bisherigen Arbeit zu wahren und die weitere Rettung des Tieres nicht durch interne Differenzen zu belasten, ist ein klarer Schnitt zum jetzigen Zeitpunkt unumgänglich."

Der Rückzug der Sprecherin ist nicht der einzige Verlust, den die private Initiative verkraften muss. Die leitende Tierärztin, Janine Bahr-van Gemmert, war am Montag (20- April 2026) mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht worden, teilte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) mit.

Tierwohl steht bei Walrettung im Mittelpunkt

Demnach fällt auch eine weitere Tierärztin aus. "Ich habe natürlich auch mit großer Sorge zur Kenntnis genommen, dass die aus Hawaii eingeflogene Tierärztin abgereist ist", sagte Backhaus am Dienstagmorgen. "Das nehme ich zur Kenntnis." Medien hatten zuvor berichtet, dass Jenna Wallace aufgrund von Differenzen im Team abgereist sei.

Walter Gunz, Mitgründer von Mediamarkt und Mitfinanzierer der Aktion, sprach von einer enormen Belastung für das gesamte Team. Er selbst habe in den letzten acht Tagen nur drei bis vier Stunden pro Nacht geschlafen und sei ebenfalls angeschlagen. "Wir sind alle am Ende." Die Initiative wolle jedoch nicht aufgeben. Es gehe auf jeden Fall weiter.

Backhaus (SPD) betonte, das Wohl des Tieres stehe bei der Rettungsaktion für den Buckelwahl im Mittelpunkt. Für ihn gelte der Grundsatz Tierwohl und Tierschutz. "Wenn das abdriftet in eine Richtung, dass dem Tier Schaden zugefügt wird, dann ist eine Grenze erreicht", sagte Backhaus in Kirchdorf. Im teilweise abgesperrten Hafen des kleinen Ortes auf der Insel Poel wollten die Mitglieder der privaten Rettungsinitiative, die DLRG-Einsatzkräfte, Behördenvertreter und Backhaus am Dienstagmorgen um 9 Uhr über das weitere Vorgehen beraten.

Wasserstand in Wismarer Bucht deutlich gesunken

Der Wal sei nun zum fünften Mal gestrandet, betonte der Minister. Seine Orientierung führe ihn immer wieder in seichte Gewässer. Auch das müsse man zur Kenntnis nehmen. "Auf der anderen Seite habe ich persönlich immer gesagt, wir helfen ihm. Solange er lebt, helfen wir ihm." In der Nacht hatte sich Backhaus gemeinsam mit Experten der Landesfischereiaufsicht dem Tier mit einem Boot bis auf etwa 500 Meter genähert. Die Atemfrequenzen hätten zunächst zwischen zwei und vier Minuten gelegen, seien im Verlauf aber auch wieder langsamer geworden, erklärte Backhaus. Das zeige, dass der Wal von den Ereignissen des Tages gestresst sei.

Nachdem sich der Wal am Montag bei steigendem Wasserstand freigeschwommen hatte, ist der Pegel in der Wismarer Bucht am Dienstag merklich niedriger. Wie eine Sprecherin des Wasserstandsvorhersagedienstes Ostsee mitteilte, liegt dieser etwa 50 Zentimeter unter dem Niveau der gleichen Uhrzeit am Vortag. Derzeit befindet er sich auf dem Normalstand. Bis 10 Uhr sollte er um zehn Zentimeter ansteigen und seinen Höchststand erreichen. Im Verlauf des Tages wird er dann bis etwa 18 Uhr um 30 Zentimeter absinken und ungefähr auf diesem Niveau bleiben.

Bereits in der Nacht zum Montag war der Wasserstand mit etwa 45 Zentimetern über dem Normalstand erhöht und stieg am Vormittag weiter an, bis er 50 Zentimeter erreichte.

Update vom 21.4.2026, 07.10 Uhr: Wal Timmy liegt ruhig - weiteres Vorgehen wird beraten

Zwar gab es am Montag noch große Hoffnungen, doch: Das Drama um den gestrandeten Buckelwal in der Ostsee nimmt kein Ende. Die Helfer hoffen, dass das tonnenschwere Tier nach einer nächtlichen Erholungspause erneut losschwimmt und den Weg aus der Kirchsee, einer flachen Bucht der Insel Poel nördlich von Wismar, findet. In der Nacht näherte sich Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) gemeinsam mit Experten der Landesfischereiaufsicht dem Tier bis auf etwa 500 Meter. "Der Wal liegt ruhig", sagte der Minister der Deutschen Presse-Agentur danach.

Nachdem sich das Tier am Montagmorgen bei steigendem Wasserstand in der Bucht zunächst freigeschwommen hatte, lag es zwei Stunden später wieder im vielerorts hüfttiefen Wasser fest. Am Abend waren noch einmal Bewegungen des Wals in Richtung der tiefen Fahrrinne zu sehen – dann ruhte er wieder. Sollte es mit dem erneuten Losschwimmen klappen, muss der Buckelwal nach dem Verlassen der Bucht in die richtige Richtung schwimmen – nach Nordwesten, zum offenen Meer hin. Mehrere Boote sollen ihm deshalb den Weg nach Osten, in Richtung Wismar, versperren. Dort war der Wal schon Anfang März im Hafenbecken gesehen worden.

Doch was, wenn das Tier sich nicht aus eigener Kraft befreit? Der Berliner Walforscher und Meeresbiologe Fabian Ritter spricht sich gegen weitere Rettungsversuche aus. "Wir müssen jetzt endgültig einsehen, dass es für uns nicht möglich ist, diesen Wal aktiv zu retten", sagte er. "Wir sollten ihm im Moment nur den größten Gefallen tun, indem wir ihn sein lassen." Die ruhende Position im flachen Wasser nimmt der Wal der Überzeugung des Experten nach immer wieder freiwillig ein, "weil er sich das Leben erleichtern will". "Er liegt im Wasser, das trägt ihn, das heißt, er erdrückt sich nicht mit seinem eigenen Gewicht. Er muss nicht dafür sorgen, dass er an die Oberfläche kommt. Er braucht sich nicht bewegen, wenn er Schmerzen hat. Und er kann atmen, die ganze Zeit."

Doch die Zeit drängt: Der Wasserstand sollte in der Nacht und am Dienstag sinken. Dem Meeresbiologen Boris Culik zufolge kann das für den rund zwölf Tonnen schweren Wal schlimme Folgen haben: "Wenn er jetzt gemütlich mit dem Bauch auf einer Sandbank liegt und oben guckt das Blasloch raus, alles gut. Aber wenn dann 50 Zentimeter weniger Wasser da sind, dann entwickelt er ein unheimliches Gewicht, das dann auf seinen inneren Organen lastet. Er hat ein ganz schwaches Skelett im Vergleich zu uns." Es werde höchste Zeit, ihn von der Stelle weg zu bugsieren. Wale atmen über ein oder zwei Blaslöcher auf dem Kopf, die als modifizierte Nasenlöcher dienen, da sie Säugetiere mit Lungen sind. Sie atmen nicht durch das Maul, sondern stoßen beim Auftauchen Luft unter hohem Druck aus.

Update vom 20.4.2026, 20.02 Uhr: Wal Timmy wieder in Bewegung laut Backhaus

Im Drama um den in einer Bucht der Ostsee-Insel Poel feststeckenden Buckelwal keimt Hoffnung auf. Der im flachen Wasser liegende Wal bewege sich, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) am Abend. Bis zur Fahrrinne mit tieferem Wasser sei es aber noch ein Stück.

 

Helfer hatten zuvor Schlick unter dem Tier weggeblasen, um ihm den Start zu erleichtern. Es ist ein Kampf gegen die Zeit: In der Nacht soll der Wasserstand sinken.

Nachdem das Tier rund drei Wochen in der Bucht fest gelegen hatte, war der Wal am Morgen plötzlich losgeschwommen. Nach zwei Stunden lag er aber am Ausgang der Kirchsee genannten Bucht wieder im flachen Wasser fest.

Nach Auskunft des beauftragten Tauchunternehmers Fred Babbel soll der Buckelwal aus dem Kirchsee in die Wismarbucht und dort Richtung Nordwesten zum offenen Meer geleitet werden. Boote sollen ihm demnach den Weg nach Osten, in Richtung Wismar, versperren.

Update vom 20.04.2026, 16.22 Uhr: Wal in Ostsee nicht weiter zu retten versuchen? Forscher mit Rat

Der Wal soll sich nach nach seinem Losschwimmen am Montagmorgen (20. April 2026) unnatürlich bewegt haben. Das sagt der Walforscher und Meeresbiologe Fabian Ritter. Grund dafür könne zwar die geringe Wassertiefe gewesen sein. "Es kann aber auch daran gelegen haben, dass er Schmerzen hat oder eine Verletzung und auch daran, dass er eben 20 Tage lang lag. Das macht was mit den Muskeln, das macht was mit dem Organismus."

Nach drei Wochen des Stillstands gab es plötzlich Bewegung – jedoch nur kurz: Der vor Poel gestrandete Buckelwal ist am frühen Montagmorgen (20. April 2026) bei steigendem Wasserstand von selbst losgeschwommen. Rund zwei Stunden versuchten Menschen, den zwölf Meter langen Wal von Booten aus in die richtige Richtung zu lenken. Dann stoppte der Wal und blieb am Übergang des Kirchsees zur Wismarbucht liegen, die ihn letztlich in die Ostsee führen könnte. Mobilisierungsversuche durch nahes Heranfahren brachten bis zum Nachmittag keinen Erfolg.

In Livestreams war zu sehen, wie der Wal nahe von Fahrwassertonnen auf Grund liegt. Er liege nach vorliegenden Erkenntnissen nicht vollständig auf, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) am frühen Mittag. "Er könnte nach links ohne weiteres ausweichen, um dann in tiefes Fahrwasser zu kommen, um ihn dann aus dem Kirchsee herauszuführen."

Wasserstände sinken wieder 

"Es ist ein Nadelöhr, durch das er durch muss", sagte Unternehmerin Karin Walter-Mommert, die den privaten Bergungsversuch mitfinanziert. Das Wasser außerhalb der Fahrrinne ist im Kirchsee vielerorts nur hüfttief. Backhaus sagte, man gehe davon aus, dass der Wal sich ausruhe und sich dann wieder aufmache.

Allerdings drängt die Zeit: Der Wasserstand in der Lübecker Bucht sollte ab Montagmittag bis Dienstag wieder zurückgehen. Laut dem Meeresbiologen Boris Culik könnte das für den etwa zwölf Tonnen schweren Wal ernste Konsequenzen haben: "Wenn er jetzt gemütlich mit dem Bauch auf einer Sandbank liegt und oben guckt das Blasloch raus, alles gut. Aber wenn dann 50 Zentimeter weniger Wasser da sind, dann entwickelt er ein unheimliches Gewicht, das dann auf seinen inneren Organen lastet. Er hat ein ganz schwaches Skelett im Vergleich zu uns." Es werde höchste Zeit, ihn von der Stelle zu wegzubugsieren.

Culik zufolge könnte der Wal bewusst immer wieder flache Stellen angesteuert haben: Ein geschwächter Wal könne durchaus auch absichtlich stranden, wenn ihm dies das Atmen erleichtere. "Dass er in der Ostsee eine Sandbank aufsucht, um sich zu erholen, kann man sich schon vorstellen", sagte er. Das Tier war seit März bereits viermal an verschiedenen Orten gestrandet, teils nur einige Stunden lang, zuletzt vor Poel vor etwa drei Wochen.

Wal soll noch besendert werden

Walforscher Ritter plädierte dafür, das Tier nun wirklich in Frieden zu lassen. "Dieser Wal macht, was er will. Er ist nicht zu kontrollieren und wir müssen jetzt endgültig einsehen, dass es für uns nicht möglich ist, diesen Wal aktiv zu retten", sagte der Meeresbiologe. "Wir sollten ihm im Moment nur den größten Gefallen tun, indem wir ihn sein lassen." Entweder finde er wieder zu Kräften und die Schädigungen seien nicht so groß, so dass er ohne Zutun den erneuten Aufbruch schaffe. "Oder er ist halt auf dem Weg zu seinem Lebensende. Das müssen wir einfach jetzt akzeptieren."

Auch Ritter geht davon aus, dass der Wal die ruhende Position im flachen Wasser immer wieder einnimmt, "weil er sich das Leben erleichtern will". "Er liegt im Wasser, das trägt ihn, das heißt, er erdrückt sich nicht mit seinem eigenen Gewicht. Er muss nicht dafür sorgen, dass er an die Oberfläche kommt. Er braucht sich nicht bewegen, wenn er Schmerzen hat. Und er kann atmen, die ganze Zeit."

Sollte sich die Gelegenheit bieten, soll der Wal nach Angaben aus dem Schweriner Umweltministerium noch mit einem Sender ausgestattet werden. Damit ließe sich der Standort auch noch erkennen, sollte der Wal später in tieferem Gewässer abtauchen.

Eigentlicher Rettungsplan nicht durchführbar 

Das Fahrwasser im Kirchsee ist nach Aussage eines Sprechers des Ministeriums etwa zweieinhalb bis drei Meter tief. Ansonsten sei die Bucht etwa zwischen 90 und 110 Zentimeter tief. Deutlich tiefer ist seinen Angaben nach das Fahrwasser der sich anschließenden Wismarbucht mit mehr als neun Metern. Doch auch dann ist der Wal noch nicht wieder in seinem natürlichen Lebensraum: Der Wal müsste wieder zurück in die Nordsee und dann weiter in den Atlantik gelangen.

Der morgendliche Aufbruch des Wals durchkreuzte die eigentlichen Pläne der privaten Initiative. Vorgesehen war, dass unter den Wal eine zwischen Pontons – schwimmenden Plattformen – befestigte Plane geführt wird. Damit sollte er aus dem flachen Bereich geborgen und Richtung Nordsee gebracht werden. Die Pontons sollten dazu von einem Schlepper gezogen werden. Die Netzplane für das Tier war nach Behördenangaben bereits im Wasser. Falls der Wal – wie nun geschehen – wegen der steigenden Wasserstände losschwimmt, sollte nach Angaben der Initiative "Plan B" greifen und das Tier von Booten geleitet werden.

Am Montagmorgen war  versucht worden, den Wal mithilfe von Booten in Richtung der offenen Ostsee zu lenken. Doch das Tier änderte wiederholt seine Richtung. Es gab direkt Vermutungen von Wal-Beobachtern zum Hin- und Herschwimmen, dass der Wal so geschwächt sein könnte, dass er in Küstennähe bleiben möchte. Eine weitere Erklärung könnte sein, dass der Wal so desorientiert ist, dass er den Weg zurück ins offene Meer nicht allein findet.

Erste Sichtungen bereits vor rund sieben Wochen 

Die ersten Sichtungen des Wals datieren auf Anfang März zurück. Am 3. März wurde der Buckelwal im Hafen von Wismar gesichtet, was viele Schaulustige an die Kaikante lockte. Doch am Abend schwamm er wieder in Richtung Ostsee. In den folgenden Tagen wurde er sowohl vor der Ostseeküste Schleswig-Holsteins als auch vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns gesichtet.

Experten zufolge hatte sich das Tier wiederholt in Netzen verfangen. Einsatzkräfte und Meeresschützer der Organisation Sea Shepherd befreiten es von einem Teil des Materials. Am 23. März strandete der Wal erstmals auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand in der Lübecker Bucht. Umfangreiche Rettungsversuche wurden gestartet, doch das Tier schwamm schließlich von selbst weiter.

Wenige Tage später strandete es erneut, diesmal auf einer Sandbank in der Wismarbucht. Bei steigendem Wasserstand schwamm der Wal in der Nacht weiter, strandete jedoch kurz darauf erneut in der Wismarbucht. Seit dem 31. März sitzt er nun wieder fest, diesmal in der Kirchsee-Bucht. Die aktuelle Strandung im Rahmen der morgendlichen Treibversuche ist bereits die fünfte in Folge.

Update vom 20.04.2026, 12.25 Uhr: Krimi um Wal "Timmy" - Ministerium geht nicht von erneuter Strandung aus

Nach rund drei Wochen, in denen der Buckelwal vor der Insel Poel in der Wismarbucht lag und sich kaum bewegte, folgte Montagmorgen (20. April 2026) dann die Überraschung: Der Meeressäuger begann bei steigendem Wasserstand zu schwimmen. Zunächst hin und her, dann von Booten in Richtung Ostsee getrieben. Allerdings stoppte das Tier rund zwei Stunden später erneut. Man lasse dem Tier momentan eine Pause, hieß es aus dem Schweriner Umweltministerium. Es habe am Morgen schätzungsweise drei bis fünf Kilometer zurückgelegt.

In Livestreams war am Vormittag zu sehen, wie der Wal nahe von Fahrwassertonnen auf Grund zu liegen scheint. Helfer auf den Booten gingen davon aus, dass sich das Tier frei bewegen könne, sagte die Ministeriumssprecherin. Sollte sich die Gelegenheit bieten, werde es bald mit einem Sender zur Ortung ausgestattet. Damit ließe sich der Standort auch noch erkennen, sollte der Wal später in tieferem Gewässer abtauchen.

Ein Sprecher des Umweltministeriums erklärte, nach seinem Wissen sei der Ausgang des Kirchsees teils sehr flach. Der Wal müsste demnach einen Bogen schwimmen, um gut herauszukommen. Das Fahrwasser sei etwa zweieinhalb bis drei Meter tief. Ansonsten sei die Bucht etwa zwischen 90 Zentimeter und 1,10 Meter tief. Deutlich tiefer ist seinen Angaben nach das Fahrwasser der angrenzenden Wismarbucht mit mehr als neun Metern. Durch die Wismarbucht müsste der Wal schwimmen, um in die Ostsee zu gelangen.

Greenpeace spricht von hohem Stress für Wal

Am Morgen war von Booten aus versucht worden, den Wal auf Kurs Richtung offene Ostsee zu bringen. Immer wieder kehrte das Tier um und schwamm weiter in die als Kirchsee bekannte Bucht mit dem Ort Kirchdorf am Ende hinein. Nach Einschätzung der Naturschutzorganisation Greenpeace bedeutet die Situation für den Buckelwal eine hohe Stressbelastung. "Das ist natürlich ein Megastress für das Tier", sagte ein Organisationssprecher. Der Wal habe die letzten Jahre ohne Kontakt zu Menschen verbracht, nun gebe es ständig Aktivitäten. Das Tier müsse sich erst einmal von den vergangenen Tagen erholen und sei nun Motorenlärm von den Booten ausgesetzt.

Es gab Vermutungen von Wal-Beobachtern zum Hin- und Herschwimmen. Demnach könnte das Tier so geschwächt sein, dass es versucht, in Küstennähe zu bleiben. Eine andere Erklärungsmöglichkeit wäre, dass der Wal so desorientiert ist, dass er den Weg zurück ins offene Meer nicht allein findet.

Der morgendliche Aufbruch des Wals durchkreuzte die eigentlichen Pläne einer privaten Initiative. Vorgesehen war, dass unter den Wal eine zwischen Pontons – also schwimmenden Plattformen – befestigte Plane geführt wird. Damit sollte er aus dem flachen Bereich geborgen und Richtung Nordsee gebracht werden. Die Pontons sollten dazu von einem Schlepper gezogen werden. Die Netzplane für das Tier war nach Behördenangaben bereits im Wasser.

Wetterumschwung schürt Hoffnung auf Rettung

Das Wetter spielte den Helfern vor der Insel Poel laut Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) in die Karten. "Manchmal ist es so im Leben, plötzlich gibt’s eine Chance und das regelt sich alles von allein", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Die deutliche Wetteränderung habe 60 bis 70 Zentimeter mehr Wasserhöhe am Wal gebracht.

"Unsere Strategie geht ja doch auf mit der Initiative", hoffte Backhaus. Der große Meeressäuger sei am Morgen mit relativ hoher Geschwindigkeit unterwegs gewesen, "nämlich zwischen fünf und sieben Knoten". Das entspricht etwa 9 bis 13 Kilometer pro Stunde. Geleitet von mehreren Booten schwamm der Wal zunächst mehrfach hin und her, dann beständig in die richtige Richtung – bis er jedoch erneut am Ende der Kirchsee genannten Bucht stoppte. Wenn der Wal für längere Zeit abtaucht, könnte eine Ortung zum Problem werden, sagte Bachhaus.

Zunächst bewegte sich das Tier jedoch anhaltend gar nicht weiter.

Geldgeber Gunz zeigt sich ernüchtert

Am Sonntag sahen sich Vertreter der Rettungsinitiative auf Poel noch auf sehr gutem Weg - schlossen aber auch nicht aus, dass sich der rund zwölf Meter lange Meeressäuger noch aus eigener Kraft freischwimmt. In diesem Fall greife "Plan B". "Das heißt, die DLRG-Boote sind auf Stand-by, dass für den Fall, dass er losschwimmt, wir ihn dann guiden können", sagte Constanze von der Meden von der privaten Rettungsinitiative.

Ein Finanzier der Aktion, der Mediamarkt-Mitgründer Walter Gunz, zeigte sich bereits am Sonntag pessimistischer, ob sich der Wal im Fall der Fälle leiten lässt. Nach dem Losschwimmen des Wals am Montagmorgen sagt er der dpa, "und jetzt ist das aus der Bahn gelaufen alles." Mehr könne er derzeit nicht sagen. "Jetzt kann man nur hoffen, dass die Begleitung gelingt."

Minister Till Backhaus sagte am Morgen auf Poel erneut, er begleite den Wal bis zum Ende. "Ob lebend oder auch tot. Und das mache ich jetzt auch." Die Initiative sei aktiv und man dulde alle Maßnahmen, die notwendig seien, das Tier zu begleiten.

 Wal-Drama löst laut Ethikrat-Mitglied einigen die Ohnmacht

Erste Sichtungen des Wals hatte es Anfang März gegeben. Am 3. März tauchte der Buckelwal im Hafen von Wismar auf und lockte Schaulustige an die Kaikante. Gegen Abend schwamm er wieder Richtung Ostsee. In den Tagen darauf wurde er vor der Ostseeküste Schleswig-Holsteins sowie der Küste Mecklenburg-Vorpommerns gesehen. Das Tier hatte sich Experten zufolge wiederholt in Netzen verfangen. Einsatzkräfte und Meeresschützer der Organisation Sea Shepherd hatten es von einem Teil des Materials befreit.

Am 23. März strandete der Wal das erste Mal auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand in der Lübecker Bucht. Umfangreiche Rettungsversuche starteten, das Tier schwamm schließlich selbst los. Wenige Tage später strandete es auf einer Sandbank in der Wismarbucht. Bei steigendem Wasserstand schwamm der Wal in der Nacht kurzzeitig weiter, lag kurz darauf in der Wismarbucht wieder auf, schwamm erneut weiter. Seit 31. März saß er dann erneut fest, diesmal in der Kirchsee-Bucht.

Das Drama um den Buckelwal führt laut einem Mitglied des Deutschen Ethikrats dazu, dass einige Menschen mehr Handlungsfähigkeit statt Ohnmacht empfinden.

Immer wieder Neubewertung der Situation notwendig

Einige hätten das Gefühl, "hier noch irgendwas machen zu können, irgendwas tun zu können, irgendwas noch zu tun, weil alle anderen Krisen, sei es die Klimakrise, sei es die Kriege, ja doch in ein gewisses Ohnmachtsgefühl führen", sagte Kerstin Schlögl-Flierl in einem am Freitag aufgezeichneten Interview mit dem Sender News5. "Wir fühlen uns ohnmächtig und da können wir jetzt was tun." Dies erkläre die Reaktion vieler, die sonst keine Verbindung zu Walen gehabt hätten.

Das Phänomen, dass eine solche Mensch-Tier-Beziehung wichtiger erscheine als alle Kriegsszenarien um uns herum, sei auch ein Zeichen der Zeit, sagte sie. "Und es ist sehr interessant, dass in diesen großen Krisenzeiten diese, in Anführungszeichen, kleine, für manche sehr große Krise, ja alles andere überschattet."

Die Frage nach der passenden Hilfe sowie deren Umfang müsse stets neu bewertet werden. "Ich würde immer sagen, maximal viel für das Tier, aber auch nicht unverhältnismäßig für den Menschen." Dieses Abwägen mache es schwierig, eine Seite als richtig zu beurteilen. "Es ist ein Prozess, immer wieder zu entscheiden, jeden Tag."

Ethische Abwägungen bei der Frage der Rettung

Die Meinung der Fachwissenschaft sei essenziell. "Ich würde immer Meeresforscher, diejenigen, die sich wirklich mit den Walen auskennen, fragen, weil die können es am besten beurteilen", sagte sie. Sie sprach sich gegen sogenannte Quasiexperten aus. Der sehr spezifische Fall des Buckelwals sei sowohl eine tierethische, als auch eine medienethische Frage.

Eine gewisse Verpflichtung der Menschen bestehe jedoch: "Der menschliche Eingriff in die Natur ist so stark, also wir sind so invasiv, dass wir immer mehr moralische Verantwortung tragen, auch solche Arten zu retten."

Update vom 20.04.2026, 10.06 Uhr: Buckelwal scheint an einer Stelle zu verharren

Knapp zwei Stunden, nachdem der Buckelwal vor Poel mit den steigenden Wasserständen losgeschwommen war, hat er scheinbar gestoppt. In Livestreams ist zu beobachten, wie das Tier in der Nähe von Fahrwassertonnen zu liegen scheint. Die Begleitboote, die ihn zuvor in Richtung der offenen Ostsee geleitet hatten, hielten meist Abstand.

Der Meeressäuger hatte sich am Montagmorgen (20. April 2026) auf den Weg gemacht. Er änderte mehrfach seine Richtung - mit Kirchdorf am Ende der Bucht auf der einen und dem Weg zur Ostsee auf der anderen Seite. Schließlich schwamm er, von den Booten begleitet, stetig in die richtige Richtung - bis zum Halt am Ende der als Kirchsee bekannten Bucht.

Ein Sprecher des Schweriner Umweltministeriums erklärte, nach seinem Wissen sei auch der Ausgang des Kirchsees teilweise sehr flach. Der Wal müsste daher einen Bogen schwimmen, um problemlos herauszukommen. Das Fahrwasser sei etwa zweieinhalb bis drei Meter tief. Ansonsten sei die Bucht etwa zwischen 90 Zentimetern und 1,10 Metern tief. Deutlich tiefer sei seinen Angaben zufolge das Fahrwasser der anschließenden Wismarbucht. Dieses sei mindestens mehr als neun Meter tief. Durch die Wismarbucht müsste der Wal schwimmen, um in die Ostsee zu gelangen.

Update vom 20.04.2026, 07.55 Uhr: "Timmy" überrascht alle - gestrandeter Ostsee-Wal schwimmt wieder

Große Überraschung: Der an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns gestrandete Buckelwal schwimmt wieder. Dies war auf Live-Streams im Internet zu erkennen. Der Meeressäuger lag seit dem 31. März in der Wismarbucht vor der Insel Poel fest.

Der Wal war am frühen Montagmorgen (20. April 2026) bei steigenden Wasserständen und starkem Wind losgeschwommen. Dies war auf Livestreams im Internet zu erkennen. Er wechselte immer wieder die Richtung.

Für die Retter vor Ort bedeutet das aller Wahrscheinlichkeit nach, dass Plan B greifen dürfte. "Wir haben momentan auch den Plan B vorbereitet, auch aktiviert. Die DLRG-Boote sind auf Stand-by für den Fall, dass er losschwimmt, sodass wir ihn dann leiten können. Und es ist sichergestellt, dass wir ihn dann auch über die Nordsee in den Atlantik guiden können", so die Anwältin der Wal-Helfer,  Constanze von der Meden, gegenüber der Bild.

Buckelwal hat laut Ministerin noch keinen Sender

Die Boote seien unterwegs, sagte die leitende Tierärztin der privaten Initiative, Janine Bahr-van Gemmert, der Nachrichtenagentur dpa. Von den Booten aus wurde zunächst vergeblich versucht, ihn gezielt in Richtung offene Ostsee zu lenken. Der Schweriner Umweltminister Till Backhaus (SPD), hatte am Sonntag gesagt, es werde geprüft, den Wal mit einem GPS-Sender zu versehen.

Der Wal hatte seit dem 31. März in der Wismarbucht vor der Insel Poel festgelegen. Bislang geplant war, dass unter den Wal eine zwischen Pontons – also schwimmenden Plattformen – befestigte Plane geführt wird. Damit sollte er aus dem flachen Bereich geholt und später Richtung Nordsee gebracht werden. Für den Fall, dass der Wal losschwimmt, sollte den Angaben der Initiative "Plan B" greifen und der Wal durch Boote geleitet werden.

Einen Sender hat der Meeressäuger bislang nicht. Laut letztem Stand von Sonntag sollte dieser erst noch angebracht werden, sagte eine Ministeriumssprecherin. Dazu sollte noch die Art des Geräts, des Klebers und die Stelle am Wal geklärt werden, auch wegen der Hautprobleme des Wals.

Update vom 20.04.2026, 6.40 Uhr: Droht Rettung zu scheitern? Geldgeber skeptisch

Schwindet die Hoffnung nun? Der Fortgang des bislang geplanten Versuchs zur Rettung des vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns gestrandeten Buckelwals ist offen. Der Wal hat sich laut Wasserschutzpolizei Wismar über Nacht zwar etwas bewegt, liegt demnach aber nach wie vor an der etwa gleichen Stelle. Während Vertreter der privaten Rettungsinitiative vor Ort sich zuletzt auf sehr gutem Weg und im Zeitplan sahen – gleichwohl aber auch auf einen Plan B hinwiesen – äußerte sich einer der Geldgeber der Aktion pessimistisch. 

Mediamarkt-Mitgründer Walter Gunz, der die Aktion zusammen mit der Unternehmerin Karin Walter-Mommert finanziert, sagte der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag, der Wasserstand sei gestiegen, was ein Anbringen der Pontons und ein Begleiten des Wals wie geplant unmöglich mache. "Gestern hätten wir die richtige Wasserhöhe noch gehabt", sagte er. "Heute haben wir plötzlich 70 Zentimeter mehr." Das sei eine ganz andere Situation. Der Wal registriere vollumfänglich, dass er völlig frei sei. Daher sei die Frage, "ob sich dieser Wal noch geleiten lässt". Das lang erdachte Konzept sei so nicht durchzusetzen. "Jetzt sind wir quasi irgendwo Stunde null." Erschwerend für die Rettungsaktion könnte auch auffrischender Wind sein, der erwartet wird.

Gunz beklagte zugleich Verzögerungen durch Bürokratie, "die uns eineinhalb bis zwei Tage zurückgeworfen haben". "Jetzt brauchen wir ein Wunder", sagte Gunz. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) wies in einem Statement auf Poel am Sonntag Verzögerungen seitens der Behörden zurück. Sie reagierten schnell und flexibel, sagte er. Die Aktion wird vom Umweltministerium in Mecklenburg-Vorpommern beobachtet und eng mit Behördenvertretern abgestimmt.

Wasserstand gestiegen - greifen Retter jetzt zu Plan B? 

Der ursprüngliche Plan sah vor, eine Plane unter den vor Poel festsitzenden Wal zu ziehen und diese an Pontons zu befestigen, die wiederum von einem Schlepper an einer langen Leine gezogen werden. So sollte das Tier in die Nordsee und möglichst sogar bis in den Atlantik transportiert werden. Die Vorbereitungen dafür laufen seit Donnerstag. Die Plane ist nach Behördenangaben bereits im Wasser, der Wal kann sie demnach sehen. Am Sonntag wurde zudem eine Rinne vom tieferen Wasser in Richtung Wal hergestellt, indem Schlick weggesaugt wurde.

Vertreter der Initiative vor Ort hatten zuvor von tollen Reaktionen und viel Lebensenergie des Wals berichtet. Sie schlossen zugleich nicht aus, dass sich der rund zwölf Meter lange Meeressäuger aus eigener Kraft freischwimme. In diesem Fall greife "Plan B". "Das heißt, die DLRG-Boote sind auf Stand-by, dass für den Fall, dass er losschwimmt, wir ihn dann guiden können. Und es ist sichergestellt, dass wir ihn dann auch bis in die Nordsee und dann über die Nordsee in den Atlantik leiten können", sagte Rechtsanwältin Constanze von der Meden. Zwischen dem Hafen in Kirchdorf und dem vor der Insel Poel liegenden Wal waren zuletzt DLRG-Boote unterwegs, die auch zur Sicherung des Einsatzpersonals vor Ort waren.  Der Wal hatte sich in der Vergangenheit schon mal aus eigener Kraft freischwimmen können, sich dann aber wieder festgesetzt. 

Seit Anfang März war der Wal immer wieder an der Ostseeküste aufgetaucht, zunächst im Hafen von Wismar, später in der Lübecker Bucht und an der Küste bei Steinbeck (Kreis Nordwestmecklenburg). Das Tier hatte sich Experten zufolge wiederholt in Netzen verfangen. Einsatzkräfte und Meeresschützer der Organisation Sea Shepherd hatten es von einem Teil des Materials befreit. Vor Poel hatte er sich zum dritten Mal festgesetzt. Messungen des Umweltministeriums zufolge ist der Buckelwal 12,35 Meter lang, 3,20 Meter breit und 1,60 Meter hoch. Der geschwächte Wal liegt bereits seit 21 Tagen in der Wismarbucht vor der Insel Poel. 

Fast zeitgleich zu der Pressekonferenz der privaten Initiative am Nachmittag gab auch Backhaus eine Pressekonferenz. Nach seinen Worten geht es dem Wal den Umständen entsprechend "einigermaßen" gut. "Er lebt, er atmet", so Backhaus. Der Wal sei unter der Kontrolle von fünf Tierärzten, von dreien der privaten Rettungsinitiative und zweien der staatlichen Veterinärverwaltung. "Er signalisiert, er vokalisiert und er zeigt auch Aktionen."

"Er lebt, er atmet" - geht es "Timmy" besser als gedacht?

Falls der Buckelwal befreit werden oder sich selbst befreien kann, könnte das Tier auch einen GPS-Sender verpasst bekommen. "Es wird jetzt im Übrigen auch noch geprüft, ob wir ihm einen GPS-Sender verabreichen, wenn ich das mal so sagen darf, also aufkleben", betonte Backhaus. Es mache durchaus Sinn, ihn damit auszustatten. "Damit wir genau wissen, wo er ist. Denn der Wal kann eben auch für längere Zeit abtauchen. Und dann können wir ihn Tag und Nacht begleiten."

Die leitende Tierärztin der Initiative, Janine Bahr-van Gemmert, zeigte sich zuversichtlich zum Zustand des Wals. "Er atmet deutlich tiefer ein. Das ist ein gutes Zeichen. Gemeinsam mit zwei weiteren Veterinären sei sie bei dem Wal gewesen. "Dass das ein Tier ist, das nicht in den letzten Zügen liegt, haben wir gesehen." Bedenken, dass ein Rettungsversuch dem Tier schaden könnte, wies sie zurück. "Wir sind nicht hier, um irgendeinem Tier weiteres Leiden zuzufügen", sagte sie. Vielmehr solle der Wal aus seinem "Gefängnis" befreit werden.

Kritik von Wissenschaftlern und anderen Fachleuten an der Aktion wies Bahr-van Gemmert zurück: "Diese Leute haben diesen Wal ja nicht gesehen. Wir haben ihn vor Ort gesehen." Wissenschaftler, Fachleute von Behörden sowie Mitarbeiter von Nichtregierungsorganisationen waren sich nach umfassender Prüfung zuvor einig, dass der Wal Ruhe brauche und weitere Eingriffe dem Tier massive Schäden zufügen würden. Der Buckelwal sei orientierungslos und so schwach und geschädigt, dass er die Heimreise nicht schaffen werde.

Update vom 19.04.2026, 10.55 Uhr: Zeitplan weiter unklar – Team will keinen Druck von außen

Die private Rettungsinitiative für den vor der Ostseeinsel Poel festliegenden Buckelwal setzt ihre Arbeit am Sonntag fort. Am Samstag waren Helfer den gesamten Tag wieder in der Nähe des Wals, und eine schwimmende Arbeitsplattform war näher an den Meeressäuger gebracht worden. Ein Transport ins offene Meer war nach Angaben der an dem Rettungsversuch beteiligten Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert jedoch auch am dritten Tag der Aktion nicht möglich. Der geschwächte Wal liegt am Sonntag bereits den 20. Tag an derselben Position in der Kirchsee in der Wismarer Bucht.

Seit Donnerstag laufen die Arbeiten der privaten Initiative, die das Tier lebend zurück in die Nordsee bringen möchte. Ursprünglich war für den Fall eines erfolgreichen Verlaufs des Rettungsplans für Freitag der Start des Transports geplant gewesen. Wie genau der intern bekannte Zeitplan nun aussieht, wollten die Mitglieder der Initiative am Samstag nicht preisgeben. Hintergrund sei, dass das Team von außen nicht unter Druck stehen wolle. "Wir sind jetzt gut dabei", sagte Bahr-van Gemmert. Sie gestand aber auch ein: "Wir wären gerne noch schneller."

Die Situation sei schwierig, sagte die Veterinärin, die auf Föhr ein Robbenzentrum leitet. Die an der Rettung beteiligten Helfer seien aber überzeugt: "Wir machen das Beste für den Wal." Zu sehen, wie der Wal versuche, sich aus seiner Lage "rauszukämpfen", sei für sie kein Tierschutz. "Und ihn in Ruhe sterben lassen ist es auch nicht, weil es keine Ruhe ist", beschreibt sie das Wal-Dilemma.

Tierärztin verteidigt Rettungsversuch – Greenpeace: Verschlechterter Gesundheitszustand erkennbar

Am Samstag hatten die Helfer nach eigenen Angaben unter anderem versucht, das Maul des Tieres zu kontrollieren. "Es sollte geguckt werden, ob noch ein Stück Netz in den Barten ist", sagte Bahr-van Gemmert. Das sei jedoch nicht gelungen. Kritik von Wissenschaftlern und anderen Fachleuten an der Aktion wies sie zurück: "Diese Leute haben diesen Wal ja nicht gesehen. Wir haben ihn vor Ort gesehen." Sie betonte erneut, dass der Wal eine "reelle Chance" habe. Diesbezüglich würden ihr Expertinnen und Experten, die aktuell vor Ort waren, zustimmen.

Ein Sprecher der Umweltorganisation Greenpeace sagte der Deutschen Presse-Agentur, der Gesundheitszustand des Wals lasse sich an der Intensität der Ausatmung erkennen. "Wenn er strandet, wird die Atmung flacher und eher ein Seufzen, und es ist nicht mehr dieses kräftige Ausblasen." Diese flachere Atmung sei beim Buckelwal immer öfter zu beobachten. "Kranke Wale haben ein anderes Atemmuster, die Abstände zwischen den Atemzügen sind nicht entscheidend, sondern die Art des Atmens", sagte der Meeresbiologe weiter. Diese Walart atme demnach in der Regel zwei relativ kurze, schnelle Atemzüge in Abständen von 20 bis 30 Sekunden, dann folgten zwei bis zu fünf Minuten Pause. Dann sei der Körper mit Sauerstoff geflutet.

Die Umweltschutzorganisation sieht wenig Chancen für eine Rettung des Buckelwals durch die private Initiative. "Was passiert im besten Fall, wenn er befreit wird: Das Tier ertrinkt in der Nordsee", sagte der Umweltschützer. Angesichts des "Hypes" mit dem durch die Aktion erzeugten Motoren-Lärm, den Booten und Tauchern müsse man sich die Frage stellen, ob das Prozedere dem Tierwohl noch zuträglich sei.

Vom ersten Auftauchen bis zur vierten Strandung: Die dramatische Chronologie

Der zeitliche Ablauf des Buckelwal-Dramas 2026 ist inzwischen auch auf der Website des Deutsche Meeresmuseums in Stralsund nachlesbar. Unter der schlichten Überschrift "Wal in der Ostsee" zeichnet die Einrichtung die wichtigsten Ereignisse der vergangenen Wochen nach und liefert auch "Buckelwal in der Ostsee – FAQs". Demnach begann Anfang März mit spektakulären Sichtungen im Hafen von Wismar. Am 3. März tauchte das Tier erstmals auf und lockte Schaulustige an die Kaikante. Einsatzkräfte entfernten Netzreste vom Tier, allerdings nicht komplett. In den folgenden Wochen wurde der Wal immer wieder an verschiedenen Orten der Ostseeküste gesichtet – vor Brook, Scharbeutz, Boltenhagen und sogar in der Trave bei Travemünde. Die Meeresschutzorganisation Sea Shepherd versuchte mehrfach, verbleibende Leinenreste zu entfernen, was nur teilweise gelang.

Am 23. März kam es zur ersten Strandung: Der Wal saß auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand fest. Tagelange Rettungsversuche liefen an, Bagger gruben eine Rinne. Am 27. März schien das Tier befreit – doch das Drama nahm seinen Lauf. Es folgten zwei weitere Strandungen in der Wismarbucht südlich der Insel Walfisch (28. und 29. März), bevor der Buckelwal am 31. März schließlich im Kirchsee vor der Insel Poel festsaß – wo er bis heute liegt. Am 1. April gaben die Verantwortlichen die Einstellung weiterer Rettungsversuche bekannt, um den laut Experten geschwächten Wal in Frieden zu lassen.

Doch am 15. April kam die überraschende Wende: Umweltminister Till Backhaus (SPD) informierte, dass die Behörden das Rettungskonzept einer privaten Initiative geprüft und erlaubt haben. Die von Unternehmerin Karin Walter-Mommert und dem Mediamarkt-Gründer Walter Gunz finanzierte Aktion begann am 16. April – obwohl ein Gutachten vom 7. April das Tier als "schwerstkrank" eingestuft hatte und Experten wegen des sich verschlechternden Hautzustands und möglicher Organschäden davor warnten, dass das Tier bei einer Rettungsaktion am Stress sterben könne.

Update vom 18.04.2026, 19 Uhr: "Wären gerne schneller" - Wal-Rettung muss fortgeführt werden

Über den konkreten Zeitplan der Aktion des Wals wollte die Medizinerin aus Föhr zunächst nichts sagen. Hintergrund sei, dass das Team von außen nicht unter Druck stehen wolle. Intern gebe es durchaus einen Zeitplan. "Wir sind jetzt gut dabei", sagte Bahr-van Gemmert.

Das Team gebe jetzt alles für den Wal. Sie gestand aber auch ein: "Wir wären gerne noch schneller."

Die Tierärztin und die anderen Experten im Team seien davon überzeugt, dass die Rettungsaktion die beste Lösung ist für den Wal. Es bestehe "eine reelle Chance (..), dass er das gut schafft".

Update vom 18.04.2026, 11.49 Uhr: Tag 3 der Rettung - reger Betrieb, aber wenig Details

Am dritten Tag eines privat organisierten Rettungsversuchs für den vor Poel gestrandeten Buckelwal gehen die Arbeiten auf und vor der Insel weiter. Zwischen dem nahegelegenen Hafen in Kirchdorf und einer Arbeitsplattform auf dem Wasser pendelten am Samstagmorgen Arbeiter per Boot hin und her und brachten unter anderem Taucherequipment ins Einsatzgebiet. Detaillierte Informationen über den Fortschritt der Aktion sind allerdings rar - die private Initiative hält sich bedeckt.

Am Morgen waren schon Behördenmitarbeiter mit Ferngläsern ausgestattet auf einem Polizeiboot in die Nähe des Wals gefahren, um die Rettungsaktion zu beobachten. Dabei ankerte das Polizeiboot nach Aussage eines Sprechers der Wasserschutzpolizei in einiger Entfernung. Per mitgeführtem Schlauchboot könne man gegebenenfalls noch dichter an das Tier fahren.

Am Vormittag lag der Buckelwal wieder eher ruhig in der Bucht. In regelmäßigen Abständen war seine Atmung anhand der Wasserfontänen zu beobachten. Am Vortag hatte das Tier zeitweise stark mit der Schwanz- und den Brustflossen geschlagen und sich leicht hin und her gedreht.

Wal liegt ruhig in der Bucht - regelmäßige Atmung beobachtbar

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) war schon am Freitagabend mit einem größeren Aufgebot nach Kirchdorf gekommen, nach Aussage eines Mitglieds, um gegebenenfalls Unterstützung zu leisten. Details nannte er nicht. Am Samstagvormittag begann die DLRG damit, Schlauchboote zu Wasser zu lassen.

Die private Rettungsinitiative selbst hält sich unterdessen bedeckt. Die beteiligte Tierärztin für Kleintiere und Leiterin eines Robbenzentrums auf Föhr, Janine Bahr-van Gemmert, verwies mehrfach auf ein geplantes Pressestatement. Wann und wie dieses gegeben werden soll, blieb unterdessen offen.

Nach früheren Angaben sollte zunächst Schlick im Bereich des Wals weggespült werden, um diesen dann mit Luftkissen anzuheben. Unter den Wal sollte dann eine zwischen Pontons - also schwimmende Plattformen - befestigte Plane geführt werden, mit der er angehoben werden soll. Wissenschaftler, Fachleute von Behörden sowie Mitarbeiter von Nichtregierungsorganisationen waren sich nach umfassender Prüfung zuletzt einig, dass der Wal Ruhe brauche und weitere Eingriffe dem Tier massive Schäden zufügen würden. Der Buckelwal sei orientierungslos und so schwach und geschädigt, dass er die Heimreise nicht schaffen werde.

Schaulustige reisen aus ganz Deutschland an

Im Hafen von Kirchdorf waren am Samstagmorgen zunächst kaum Schaulustige. Ali T. aus Hannover war aber schon in der Frühe vor Ort. "Ich habe das im Fernsehen gesehen, und ich finde das irgendwie spektakulär", sagt der 38-Jährige. Er sei schon in der Nacht zu Freitag angereist und habe eine mehrstündige Autofahrt auf sich genommen. "Mit Ladestopps und so weiter so fünf Stunden", sagt der E-Autofahrer.

Bis Sonntag wolle er bleiben. "Montag muss ich wieder zur Arbeit", sagt er. "Was mich fasziniert, ist, dass der Wal eigentlich schon totgeglaubt wurde und dass jetzt noch was passiert." Er hoffe, dass es dem Rettungsteam gelinge, den Wal ins offene Meer zu transportieren.

Wie schon die vergangenen Tage stehen auch in der Nähe des Ortes Weitendorf-Hof Schaulustige hinter der eingerichteten Absperrung. Von dort ist der Wal besser zu sehen als vom Hafen in Kirchdorf.

Update vom 18.04.2026, 9.25 Uhr: Behörden überwachen Rettungsversuch - Experten warnen vor weiteren Eingriffen

Bereits am frühen Samstagmorgen (18. April 2026) haben sich Behördenmitarbeiter zur Überwachung des Rettungsversuchs für den vor der Insel Poel gestrandeten Buckelwal bereitgehalten. Im Hafen von Kirchdorf beriet sich der Leiter des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) Westmecklenburg, Henning Remus, mit zwei Behördenmitarbeiterinnen und einem Mitarbeiter. Sie bestiegen mit Ferngläsern ausgerüstet ein im Hafen liegendes Polizeiboot, das wenig später ablegte.

Es handle sich um Mitarbeiter verschiedener Behörden, sagte Remus. Sie hielten sich bereit, den Rettungsversuch auch vom Wasser aus im Blick zu behalten. Ob der Schweriner Umweltminister Till Backhaus (SPD) am Samstag wieder vor Ort sein wird, konnte er nicht sagen. Der geschwächte Wal liegt am Samstag bereits den 19. Tag an derselben Position in der Kirchsee in der Wismarer Bucht.

Die private Rettungsinitiative will ihre Arbeit am Samstagmorgen fortsetzen. Am Freitag waren bereits erste Probespülungen gemacht und weiteres Material herbeigeschafft worden. Bereits da war jedoch schon klar: "Wir sind einen Tag hinten dran", sagte der Mediamarkt-Gründer Walter Gunz der Deutschen Presse-Agentur. Er finanziert zusammen mit der Unternehmerin Karin Walter-Mommert die Aktion.

Zeitplan richtet sich nach dem Befinden des Tieres

Ob die eigentliche Rettung am Samstag starten kann oder es bei weiteren Vorbereitungsarbeiten bleibt, ist unklar. Beim Zeitplan müsse man sich nach dem Befinden des Tieres richten, hatte eine Mitarbeiterin aus dem Team der privaten Initiative gesagt. Das etwa zwölf Tonnen schwere Tier soll auf einer Plane zwischen zwei Pontons in Richtung Nordsee transportiert werden. Die Plane muss zuvor unter das Tier gebracht werden. Dazu soll es mit Luftkissen angehoben werden, wofür wiederum zuvor Schlick weggespült werden muss.

Die Pontons sollen von einem Schlepper an einer langen Leine gezogen und so angeordnet werden, dass innen eine Freifläche von sechs mal zwölf Metern entsteht. "Da drin wird der Wal sich dann ja aufhalten", sagte der Chef des von der privaten Initiative beauftragten Tauchunternehmens, Fred Babbel. Messungen des Umweltministeriums zufolge ist der Buckelwal 12,35 Meter lang, 3,20 Meter breit und 1,60 Meter hoch.

Wissenschaftler, Fachleute von Behörden sowie Mitarbeiter von Nichtregierungsorganisationen waren sich nach umfassender Prüfung zuletzt einig, dass der Wal Ruhe brauche und weitere Eingriffe dem Tier massive Schäden zufügen würden. Der Buckelwal sei orientierungslos und so schwach und geschädigt, dass er die Heimreise nicht schaffen werde.

Greenpeace: Wal wird in der Nordsee ertrinken

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace sieht wenig Chancen für eine Rettung des vor der Insel Poel gestrandeten Wals durch die private Initiative. "Die Chancen, dass er in der Nordsee landet und dort frei schwimmt, sind gering", sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Er gehe davon aus, dass der Wal dort ertrinken wird, weil er so geschwächt ist. Die Überlebenschancen des Tieres bei einem erfolgreichen Rettungsversuch seien demnach gering. Das gelte erst recht für die Möglichkeiten des Wals im Atlantik - sollte er dorthin gelangen.

Der tonnenschwere Meeressäuger werde durch verschiedene Faktoren geschwächt. Der Wal könne aktuell keine Nahrung aufnehmen und hungere - der Ernährungszustand sei entsprechend schlecht, sagte der Umweltschützer. Hinzu kommen die Reste eines Netzes im Maul des Wals: "Wir wissen nicht was mit dem Netz ist, möglicherweise ist es in die Haut eingewachsen, oder er hat Teile verschluckt - das wissen wir nicht."

Wissenschaftler gehen zudem davon aus, dass sich Wasser in der Lunge des Wals sammelt. Dadurch sei die Atmung beeinträchtigt und der Sauerstoff-Austausch über die Lungenoberfläche stark eingeschränkt, sagte der Sprecher. Dadurch werde das ohnehin durch Hautkrankheiten geschwächte Tier zusätzlich beeinträchtigt. "Dieser Wal ist so schwach, dass er sich entschieden hat, dort liegenzubleiben." Den Transport schätzt er als riskant ein. "Ich weiß nicht, ob dieser Schleppverband den weiten Weg in die Nordsee übersteht - das ist nicht ohne." Die Umweltschutzorganisation Greenpeace beteiligt sich nicht an der geplanten Rettungsaktion, denn nach den vorliegenden Informationen sei der Wal krank und stark geschwächt.

Update vom 17.04.2026, 18.55 Uhr: Rettungsaktion startet am Samstag

Langsam wird es spannend: Der geplante Rettungsversuch des vor der Insel Poel gestrandeten Wals startet frühestens am Samstag. Am Freitag sei mit den Probespülungen begonnen worden, sagte der Chef des von einer privaten Initiative beauftragten Tauchunternehmens, Fred Babbel. "Dann bringen wir alles auf Position, dass alles abendfest gemacht wird, und dann geht's morgen früh weiter."

Technisch sei der Plan, die Fläche freizuspülen, vor die später die Pontons gesetzt werden sollen. Diese sollen dann so angeordnet werden, dass innen eine Freifläche von sechs mal zwölf Metern entsteht.

"Da drin wird der Wal sich dann ja aufhalten", sagte Babbel. Er habe den Eindruck, dass es dem Wal im Moment ganz gut gehe. "Er hat sich ja heute auch einmal komplett gedreht." Das Tier soll auf einer Plane zwischen den Pontons in Richtung Nordsee transportiert werden.

Update vom 17.04.2026, 15.45 Uhr: Tierärztin sieht "reelle Chance" für Buckelwal

Das Team der privaten Rettungsinitiative für den gestrandeten Buckelwal vor der Ostsee-Insel Poel gibt sich optimistisch. Das seit mehr als zwei Wochen dort liegende Tier habe eine reelle Chance, dort wegzukommen, sagte die Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert von der Insel Föhr im Hafen von Kirchdorf auf Poel. "Wir versuchen im Sinne des Tieres, ohne Stress dieses Tier aus dieser misslichen Lage zu befreien."

Die heftigen Bewegungen des Tieres am Morgen mit kräftigen Schlägen der Schwanzflosse, der Fluke, wertete sie als gutes Zeichen. "Er hat sich heute beim Umdrehen fast so ein bisschen hin- und hergewälzt." Das sei ein Zeichen, dass er keine großen Verletzungen habe. Der Wal zeige, dass er sich bewegen wolle. Auch am Nachmittag bleibt das Tier aktiv: Im Livestream von News5 ist immer wieder zu sehen, dass er mit seiner Schwanzflosse schlägt und ab und zu Wasser ausstößt.

Wal mit Salzlösung und nassen Tüchern versorgt

Der Wal habe sich zuvor in ein abgebrochenes Schlauchstück der Sprinkleranlage verfangen, die ihn seit Tagen mit Ostseewasser besprüht, berichtete Bahr-van Gemmert weiter. Davon sei er befreit worden. Möglicherweise habe er davon eine Hautläsion, doch diese heile erfahrungsgemäß im richtigen Salzwasser wieder.

"Wir haben gemerkt, man kann Kontakt mit dem Tier aufnehmen", sagte Bahr-van Gemmert weiter. Die nassen Tücher, die am Vortag erstmals auf den Rücken des Wals gelegt wurden, seien ganz wichtig für die Haut, sagte die Tierärztin. Die Helfer hätten dabei mit einer bestimmten Salzlösung gearbeitet, da der Atlantik viel salzhaltiger als die Ostsee sei.

Die Tierärztin sagte weiter, an dem gegenwärtigen Ort könne der Wal nicht in Ruhe sterben. Die Umgebung sei völlig untypisch für ihn. Vorbeifahrende Schiffe machten Lärm.

Update vom 17.04.2026, 11.59 Uhr: Rettungsaktion für "Timmy" - MediaMarkt-Gründer: Liegen im Plan zurück

Der private Rettungsversuch für "Timmy" verzögert sich. "Wir sind einen Tag hinten dran", sagte der MediaMarkt-Gründer Walter Gunz der Deutschen Presse-Agentur. Er finanziert zusammen mit der Unternehmerin Karin Walter-Mommert die Aktion. 

Man habe am Donnerstag, dem ersten Tag des Rettungsversuchs, einen Teil des Programms nicht durchführen können, sagte Gunz. 

Umweltminister Till Backhaus (SPD) hatte bei der Bekanntgabe der privaten Aktion am Mittwoch gesagt, die Initiative plane das Freispülen des Wals am Donnerstag. Am Freitag könne das Tier dann auf seine Reise in den Atlantik gehen. Dieser Plan ist offensichtlich nicht mehr zu halten.

Umweltminister: Heiße Phase startet

Das Tier soll auf einer Plane zwischen zwei Pontons transportiert werden. Die Plane muss zuvor unter das Tier gebracht werden. Dazu soll das Tier mit Luftkissen angehoben werden, wofür wiederum zuvor Schlick weggespült werden muss. Die Pontons sollen von einem Schlepper an langer Leine gezogen werden.

Ob das überhaupt so klappen kann, ist offen. Als sich am Freitagmorgen ein Taucher dem Tier näherte, reagierte es plötzlich unerwartet heftig. Es buckelte, schlug kräftig mehrfach mit seiner Schwanzflosse und drehte sich fast 90 Grad um die eigene Achse, wie im Livestream von News5 zu sehen war. Die Helfer zogen sich umgehend zurück.

Sie näherten sich erst nach etwa einer Stunde wieder und erneuerten die nassen Tücher auf dem Rücken des Wals zum Schutz vor der Sonne, wie im Livestream zu sehen war. Das ließ sich der Wal augenscheinlich ruhig gefallen. Es wurde mit einem großen Schlauch Wasser in Richtung des jungen Meeressäugers gesprüht. 

Helfer bereiteten am Vormittag eine große Arbeitsplattform an der Kaimauer am Hafen von Kirchdorf vor, auf der unter anderem Schläuche, eine Pumpe, ein mobiler Kran und Arbeitsgerät standen. Auch mehrere kleine Schwimmpontons lagen an Land bereit. Einige Kamerateams waren in den Hafenort gekommen - auch rund 30 Schaulustige waren vor Ort, um die Bergungs-Aktion zu verfolgen. "Der Bergungsversuch geht jetzt in die heiße Phase über", sagte Backhaus am Freitag. Der Wal bekomme jetzt eine weitere Chance, aber er müsse dabei auch mitmachen.

Ein Schwimmbagger hat um die Mittagszeit den Hafen von Kirchdorf auf der Insel verlassen und fuhr in Richtung des Wals, der in etwa bauchtiefem Wasser liegt.

Update vom 17.04.2026, 9.50 Uhr: Tag 2 des neuen Rettungsversuchs gestartet - Helfer am Wal

Der gestrandete Buckelwal vor der Ostsee-Insel Poel hat mit heftigen Bewegungen auf einen sich nähernden Taucher reagiert. Das Tier schlug heftig mit der Schwanzflosse, der Fluke, und drehte sich um beinahe 90 Grad. Die Helfer zogen sich daraufhin vom Tier zurück. Nach wenigen Minuten beruhigte sich das Tier wieder und lag erneut still im Wasser.

Bei der privaten Rettungsaktion waren zunächst sechs Helfer um kurz nach 8 Uhr auf Booten im Morgennebel zu dem Tier gefahren und überprüften "Timmys" Zustand, wie im Livestream von News5 zu sehen war. Sie erneuerten ein nasses Tuch auf dem Rücken des Wals.

Im Laufe des Tages soll versucht werden, das tonnenschwere Tier mit Luftkissen anzuheben. Weil der Buckelwal aber seit mehr als zwei Wochen auf dem Grund festliegt, muss zunächst Meeresboden unter ihm weggespült werden.

Der Wal soll dann auf einer Plane zwischen zwei Pontons gelagert werden. Wenn alles gut geht, kann ein Schlepper damit beginnen, die empfindliche Fracht in die tiefere Ostsee und dann durch Kattegat und Skagerrak in die Nordsee und schließlich in den Atlantik zu ziehen. Dort könnte das Tier im besten Fall in die Freiheit entlassen werden.

Update vom 17.04.2026, 8.44 Uhr: Rettungsaktion für den Buckelwal wird fortgesetzt

Wird die privat organisierte Rettungsaktion für den vor der Insel Poel gestrandeten Buckelwal ein Erfolg? Rasche Gewissheit darüber gibt es wohl nicht. Die Vorbereitungen, einschließlich einer behutsamen äußerlichen Untersuchung, wurden am Donnerstagnachmittag (16. April 2026) unterbrochen, um dem Tier eine Pause zu gönnen.

Ein Konvoi aus mehreren Lastwagen hatte am Donnerstag Material in den kleinen Hafen von Kirchdorf auf der Insel Poel transportiert. Darunter befinden sich zwei Pontons, die eine entscheidende Rolle bei dem Vorhaben spielen sollen. Details der Aktion sind nicht bekannt. Klar ist jedoch, dass die Helfer versuchen wollen, das tonnenschwere Tier mit Luftkissen anzuheben. Da der Buckelwal aber seit mehr als zwei Wochen auf dem Grund festsitzt, muss zunächst der Meeresboden unter ihm weggespült werden.

Der Wal soll dann auf einer Plane zwischen zwei Pontons gelagert werden. Wenn alles gut verläuft, kann ein Schlepper damit beginnen, die empfindliche Fracht in die tiefere Ostsee und dann durch Kattegat und Skagerrak in die Nordsee und schließlich in den Atlantik zu ziehen. Dort könnte das Tier im besten Fall in die Freiheit entlassen werden.

Wal reagiert auf Ansprache

Alle Experten gehen davon aus, dass der Wal stark geschwächt und schwer krank ist. Ein Walexperte und zwei Tiermedizinerinnen nahmen am Donnerstag vorsichtig Kontakt zu ihm auf und stellten fest, dass er auf Ansprache reagiert, wie die Sprecherin der Rettungsaktion sagte. Sein Blasrohr sei intakt, an ihm seien keine Entzündungszeichen zu erkennen. Aufregung zeige der Meeressäuger nicht.

Hinter dem Rettungsversuch steht eine private Initiative um Mediamarkt-Gründer Walter Gunz und Unternehmerin Karin Walter-Mommert, die aus dem Pferdesport bekannt ist. Sie finanzieren und organisieren die Aktion mit Zustimmung der Behörden in Mecklenburg-Vorpommern.

Der Meeresbiologe Boris Culik äußerte sich positiv zum Rettungsversuch. Er schätze die Maßnahmen, die man vorhabe, als sehr vielversprechend ein, sagte Culik, der früher am Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel gearbeitet hat. Ob der Wal überlebe, sei ungewiss, sagte der Meeresbiologe. Denn das Hauptproblem - das Netz in seinem Maul - bleibe bestehen. Culik sagte: "Wenn man ihn nicht davon befreit, wie soll er sich dann ernähren und wieder zu Kräften kommen?"

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace beteiligt sich nicht an der geplanten Rettungsaktion, denn nach den vorliegenden Informationen sei der Wal krank und stark geschwächt, so eine Sprecherin.

Update vom 16.04.2026, 18.40 Uhr: Rettungsaktion vorerst unterbrochen

Bange Stunden in der Ostsee: Die Vorbereitungen für den Rettungsversuch des vor der Insel Poel gestrandeten Buckelwals sind am späten Nachmittag unterbrochen worden. Sie sollen am Freitag fortgesetzt werden, wie eine Sprecherin der Organisatoren sagte. Man wolle dem Tier jetzt Ruhe gönnen.

Im Laufe des Tages war Ausrüstung an den Einsatzort gebracht worden. Tierärztinnen hatten den Wal äußerlich untersucht. Die Retter planen den Informationen zufolge, Luftkissen unter das Tier zu bringen und es schonend anzuheben. Dazu soll zuvor Schlick unter ihm weggespült werden. Der Wal soll dann auf einer Plane zwischen zwei Pontons gelagert und in die Nordsee beziehungsweise in den Atlantik transportiert werden. Ein Schlepper soll die Pontons ziehen.

Update vom 16.04.2026, 15.35 Uhr: Lastwagen-Konvoi mit Schwimmpontons eingetroffen

Am Hafen von Kirchdorf auf der Ostsee-Insel Poel ist ein Lastwagen-Konvoi mit mobilen Kränen, enormen Schwimmpontons und Rohren eingetroffen. Das Equipment wird für den vermutlich letzten Versuch zur Rettung des in der Nähe von Kirchdorf in der Wismarer Bucht gestrandeten Buckelwals benötigt.

Insgesamt erreichten fünf große Lastwagen das Hafengelände. Auf dem abgesperrten Parkplatz wurden zunächst die Rohre entladen. Wann und auf welche Weise das schwere Gerät ins Wasser gebracht wird, war noch unklar.

Update vom 16.04.2026, 14.14 Uhr: Rettungsaktion für Wal "Timmy" läuft - doch das Netzproblem bleibt

Die Rettungsaktion für "Timmy" hat am Donnerstagmittag begonnen. Sechs Helfer haben sich im hüfttiefen Wasser zu dem Buckelwal begeben, wie im Livestream von News5 (siehe oben) zu sehen war. Unter anderem spritzten sie mit den Händen Wasser auf den Wal. Ehe sie sich wieder entfernten, legten sie eine Art Tuch auf das Tier, das allerdings nur einen kleinen Teil von ihm bedeckt.

Die Behörden in Mecklenburg-Vorpommern hatten am Mittwoch eine private Rettungsmission genehmigt. Danach soll versucht werde, Luftkissen unter das Tier zu bringen und es schonend anzuheben. Dazu soll zuvor Schlick unter ihm weggespült werden. Der Wal soll dann auf einer Plane zwischen zwei Pontons gelagert und in die Nordsee beziehungsweise in den Atlantik transportiert werden. Ein Schlepper soll die Pontons ziehen.

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) verteidigte den Rettungsversuch gegen Kritik. Entscheidend sei, dass nun erstmals ein geeignetes ernstzunehmendes Konzept vorliege, das minimalinvasiv vorgehe. "Es darf dem Tier nicht geschadet werden." Der Wal dürfe nicht verletzt werden. "Solange das eingehalten wird, sehe ich keinen Grund, dass die Chance nicht genutzt wird", sagte Backhaus auf der Insel Poel.

Umweltminister Backhaus: Der Wal hat eine Chance

Alle Beteiligten wüssten, dass der Wal sich in einem schwierigen Zustand befinde. "Aus meiner Sicht hat der Wal aber auch eine Chance." Er zeige nach wie vor Aktivitäten. Ab und zu bewege er die Flossen. Er hebe den Kopf aus dem Wasser und atme regelmäßig und kommuniziere auch durch Rufe. "Und ich habe immer gesagt, ich werde diesen Wal bis zum Ende begleiten, in die Freiheit fürs Leben oder auch andersrum. Und dazu stehe ich."

Bei allem Wohlwollen finde er, dass auch die Wissenschaft sich mal irren könne, sagte er mit Blick auf kritische Stimmen zu dem Rettungsversuch, der von zwei Unternehmen initiiert wird. Die Verantwortung für den Gesamtprozess liege nun bei diesen Organisatoren. Es sei der 17. Tag, an dem der Wal dort liege, so Backhaus weiter. 

Trotz Kritik von Greenpeace und anderen bewertet der Meeresbiologe Boris Culik den neuerlichen Rettungsversuch durchaus positiv. Er schätze die Maßnahmen, die man vorhabe, als sehr vielversprechend ein, sagte Culik, der früher am Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel gearbeitet hat. "Also, man kann ihn damit auf jeden Fall aufschwimmen." Dennoch sei es eine andere Frage, ob der Wal dies überlebe. Denn das Hauptproblem des Netzrestes in seinem Maul bleibe bestehen.

Meeresbiologe: Aktion ist positiv - doch Netzproblem bleibt

Wenn man den Wal nun transportiert, müsse man sich auch Gedanken machen, wie man ihn von den Netzresten im Maul befreie. Dazu müsse man ihn zunächst dazu bringen können, sein Maul zu öffnen, sagt Culik, der sich vor einigen Jahren mit einer Firma selbstständig gemacht und akustische Warngeräte zum Schutz von Schweinswalen entwickelt hat. "Wenn man ihn nicht davon befreit, wie soll er sich dann ernähren und wieder zu Kräften kommen? Dann ist es letztlich der Abtransport eines sterbenden Tieres in andere Gewässer."

"Für die Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern ist das ja ein Glücksfall, dass jetzt ein privater Investor kommt und denen den Wal wegtransportiert", sagt Culik. Die Landesregierung sei für alles innerhalb der 12-Meilen-Zone zuständig. "Wenn der jetzt da gestorben wäre, hätten Sie ihn entsorgen müssen. Das wäre dann zulasten der Landeskasse gegangen." Herr Backhaus entledige sich damit zudem des Problems, dass er persönlich verantwortlich gemacht werde, wenn der Wal in Mecklenburg-Vorpommern stirbt.

Update vom 16.04.2026, 12.18 Uhr: Greenpeace sieht "Timmy"-Rettung kritisch

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace beteiligt sich nicht an der geplanten Rettungsaktion für Buckelwal "Timmy". "Wir unterstützen die Rettungsaktion nicht, denn nach allen uns vorliegenden Informationen ist dieser Wal krank und stark geschwächt", teilte eine Sprecherin auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit.

Laut wissenschaftlichen Gutachten des Deutschen Meeresmuseums und des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung seien die Erfolgsaussichten des Tieres bei einer Lebendbergung sehr gering und gingen mit einem hohen Verletzungsrisiko einher. 

Greenpeace habe sich in den vergangenen Tagen an den Rettungsversuchen beteiligt. "Jetzt konzentrieren wir unsere Arbeit darauf, den Schutz der Meere auch als Lebensraum der Wale voranzubringen."

Neuer Rettungsversuch für Ostsee-Wal "Timmy"

Ungeachtet dessen ist der Rettungsversuch für "Timmy" am Donnerstagmorgen angelaufen. Zunächst war allerdings noch keine Aktion im Wasser beim Wal vor der kleinen Ostsee-Insel Poel zu sehen, beobachteten dpa-Reporter vor Ort.

Umgesetzt werden soll das Konzept von einer privaten Initiative, die für die Aktion laut Umweltministerium die Verantwortung trägt. Ohne die Aktion werde der Wal in jedem Fall sterben, hatte Mediamarkt-Gründer Walter Gunz der dpa gesagt. "Wenn man was versucht, dann hat man zumindest die Chance, dass man ihn rettet."

Hinter dem Konzept stehen neben Gunz die Unternehmerin Karin Walter-Mommert, die aus dem Pferdesport bekannt ist. "Wir haben keine Chance, aber wir ergreifen sie", sagte die Unternehmerin der dpa. Sie wüssten, dass der Rettungsversuch letal ausgehen könne. "Aber lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende." Dann sei das die Natur. "Aber dieser Zustand jetzt ist für ganz Deutschland, für Menschen mit Empathie und Herz, unerträglich anzusehen."

Luftkissen sollen unter dem Tier angebracht werden

Nach Angaben von Backhaus vom Mittwoch war geplant, im Laufe des heutigen Tages Luftkissen unter das Tier zu bringen und es schonend anzuheben. Dazu soll Schlick unter ihm weggespült werden. Der Wal solle dann auf einer Plane zwischen zwei Pontons gelagert und transportiert werden.

Zuvor sah alles danach aus, dass die Reise des Wals vor der Insel Poel enden würde. Experten hatten erklärt, dem kranken und geschwächten Tier könne nicht sinnvoll geholfen werden. Die Verantwortung für die neue Aktion liege komplett bei den Initiatoren, betonte Backhaus, auch finanziell. "Die haben unser Haus komplett freigestellt."

Das Deutsche Meeresmuseum, das bislang eng in die Bewertung der Lage des Wals eingebunden war, hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass es "nicht in die Vorbereitungen der aktuell geplanten Lebendbergung des Buckelwals vor Poel einbezogen wurde". Auch das gesamte Konzept liege dem Museum nicht vor.

Meeresmuseum nicht in neue Rettungsaktion involviert

Die Situation des Wals hatte zuletzt für starke Emotionen gesorgt. Von Anfeindungen und sogar Morddrohungen gegen Beteiligte war die Rede. Menschen protestierten vor Ort und drangen in einen Sperrbereich ein.

Backhaus geht von weiteren künftigen Wal-Strandungen an deutschen Küsten aus. "Der nächste Wal kommt bestimmt", sagte er vor Beginn der neuen Rettungsaktion für den Buckelwal. Er verwies auf einen Beluga-Wal, der vor Flensburg gesichtet worden sei. "Das heißt, wir werden uns mit dem Thema weiter auseinandersetzen müssen."

Für den Umgang mit künftigen Strandungen forderte Backhaus eine überregionale Koordination. Dafür gebe es mit dem Havariekommando, das vom Bund und den Küstenländern für Schiffsunglücke gebildet wurde, eine geeignete Einheit, sagte er auf Poel, wie im Livestream von News5 zu sehen war. Das Kommando habe Wissenschaftler und Technik verfügbar.

Backhaus sagte, er habe einen entsprechenden Antrag für die Umweltministerkonferenz im Mai gestellt. Er sei überzeugt, dass der Antrag Zustimmung finden werde. "Im Übrigen muss da auch Geld investiert werden", sagte Backhaus weiter. Diese Aufgabe sehe er "sehr deutlich" unter anderem beim Bundesamt für Naturschutz - "dass man hier Lösungen findet" für Personal und für Investitionen.

Update vom 16.04.2026, 06.55 Uhr: Rettungsaktion für "Timmy" startet in Kürze

Für den bei Wismar gestrandeten Buckelwal soll der neue Rettungsversuch heute (16. April 2026) beginnen. Umgesetzt werden soll das Konzept von einer privaten Initiative, die für die Aktion laut Umweltministerium die Verantwortung trägt. Ohne die Aktion werde der Wal in jedem Fall sterben, hatte Mediamarkt-Gründer Walter Gunz der Deutschen Presse-Agentur gesagt. "Wenn man was versucht, dann hat man zumindest die Chance, dass man ihn rettet."

Hinter dem Konzept stehen neben Gunz die Unternehmerin Karin Walter-Mommert, die aus dem Pferdesport bekannt ist. Nach Angaben von Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) ist geplant, heute Luftkissen unter das Tier zu bringen und es schonend anzuheben. Dazu soll Schlick unter ihm weggespült werden. Der Wal solle dann auf einer Plane zwischen zwei Pontons gelagert und transportiert werden.

Gehe alles gut, könne der Transport aus der Region am Freitag beginnen, sagte Backhaus. Ein Schlepper soll die beiden Pontons bis in die Nordsee und den Atlantik ziehen, um den Wal dort freizulassen.

Überraschende Wendung bei "Timmy"

Zuletzt sah alles danach aus, dass die Reise des Wals vor der Insel Poel enden würde. Experten hatten erklärt, dem kranken und geschwächten Tier könne nicht sinnvoll geholfen werden. Es sei das Beste, ihn in Ruhe und Würde sterben zu lassen. Bei einer Pressekonferenz in Schwerin kündigte Backhaus am Mittwoch dann eine Kehrtwende an.

Demnach gab er grünes Licht für ein Rettungskonzept, das vorsieht, den Wal lebend zu bergen und bis in die Nordsee und gegebenenfalls in den Atlantik zu bringen. "Insofern tritt jetzt eine neue Situation ein", sagte Backhaus. Er sei zwar noch vorsichtig, aber "doch ziemlich glücklich".

Den Angaben zufolge soll der Bereich unter den Brustflossen des Wals, den Flippern, zunächst freigespült werden. Anschließend soll das Tier mit Hilfe von Luftkissen angehoben und eine Plane unter das Tier geführt werden. Auf dieser zwischen zwei Pontons gespannten Plane soll der Wal dann abtransportiert werden. Ein Schlepper soll die beiden Pontons ziehen. Dieses ambitionierte Vorhaben sei in seiner Form nach seiner Kenntnis einzigartig, sagte Backhaus.

"Er ist nicht aktiv, er ist erst recht nicht agil, aber er zeigt, dass da Leben noch drinsteckt", sagte auch Backhaus nochmals. "Er hat sicher schwere Schäden, das ist so." Aber vielleicht gelinge die Rettung dennoch.

Die Verantwortung für die Aktion liege komplett bei den Initiatoren, betonte Backhaus, auch finanziell. "Die haben unser Haus komplett freigestellt."

Update vom 15.04.2026, 15.25 Uhr: Minister gibt Okay für Rettungsversuch für Wal - soll sofort starten

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister gibt seine Zustimmung für den Rettungsversuch einer privaten Initiative für den bei Wismar gestrandeten Buckelwal. Der Plan sieht eine Bergung des lebendigen Tieres und einen Transport in die Nordsee und möglicherweise bis in den Atlantik vor, erklärte Till Backhaus (SPD) auf einer Pressekonferenz in Schwerin.

Die Behörden hätten das entsprechende Konzept geprüft und grünes Licht gegeben. Nach Aussage von Backhaus soll das Tier am Donnerstag (16. April 2026) mithilfe eines Luftkissens schonend angehoben werden. Der Wal soll dann auf einer Plane zwischen zwei Pontons gelagert und transportiert werden. Gehe alles gut, könne der Transport aus der Region am Freitag beginnen, sagte Backhaus. Ein Schlepper soll die beiden Pontons bis in die Nordsee und den Atlantik ziehen, um den Wal dort freizulassen. 

Die Maßnahmen sollten umgehend beginnen. Die Verantwortung liege bei den Initiatoren. "Wir dulden dieses Vorhaben", sagte Backhaus. Bei den Initiatoren handelt es sich laut Backhaus unter anderem um den Mediamarkt-Gründer Walter Gunz und Karin Walter-Mommert. Die Initiatoren würden in Kürze weitere Details bekanntgeben.

Taucher sollen Wal beruhigen

Zunächst sollen Backhaus zufolge von der Rettungsinitiative Taucher ins Wasser geschickt werden, die Kontakt zu dem Tier aufnehmen und es beruhigen sollen. "Tierwohlstützende und leidlindernde Maßnahmen" sind demnach vorgesehen. Der Tauchgang soll demnach um 17.30 Uhr beendet sein. 

Der kranke und geschwächte Wal liegt seit dem 31. März vor der Ostsee-Insel Poel. Bislang hatten Experten erklärt, dem Buckelwal könne nicht sinnvoll geholfen werden, und es sei das Beste, ihn in Ruhe und Würde sterben zu lassen. Das Tier war bereits mehrfach gestrandet.

Update vom 15.04.2025, 8.31 Uhr: Ministerium warnt vor falschen "Timmy"-Spendenaufrufen

In sozialen Netzwerken verbreiten sich im Kontext des vor der Insel Poel gestrandeten Wals laut dem Umweltministerium falsche Informationen und Spendenaufrufe. "Diese Inhalte sind irreführend und missbrauchen die aktuelle Situation rund um den gestrandeten Wal", kritisierte Umweltminister Till Backhaus (SPD). Es handelt sich hierbei nicht um offizielle Maßnahmen oder genehmigte Spendenaktionen. Die Beiträge sind emotional aufgeladen und nutzen die Betroffenheit über den gestrandeten Wal aus.

Backhaus betonte ausdrücklich, dass das Umweltministerium keine Spendenkampagnen initiiert habe. Er riet dazu, verdächtige Inhalte umgehend der Polizei zu melden und keine Zahlungen an unbekannte Organisationen oder über Links in den sozialen Netzwerken zu tätigen. Auf einer Online-Plattform wird den Angaben zufolge eine Nachricht verbreitet, die falsche Informationen sowie falsche Spendenaufrufe, angeblich auch von behördlicher Seite, enthält.

Zudem kursieren im Internet derzeit Inhalte, in denen vermeintliche Expertenmeinungen, gefälschte Unterschriften sowie manipulierte Dokumente verwendet werden. Teilweise kommen auch KI-generierte Videos zum Einsatz, in denen Falschinformationen über die Rettung des Wals behauptet werden. Der kranke und geschwächte Wal liegt seit dem 31. März vor der Insel Poel fest. Experten gehen davon aus, dass er dort stirbt.

Update vom 14.04.2026, 07.10 Uhr: "Timmy"-Demo eskaliert - Polizei schreitet ein 

Die Stimmung ist aufgeheizt: Bei einer Demonstration für den gestrandeten Wal in einer Bucht der Ostsee-Insel Poel in Mecklenburg-Vorpommern sind nach Angaben des Schweriner Umweltministeriums mehrere Teilnehmer in einen Sperrbereich eingedrungen. Polizisten drängten die knapp zehn Menschen zurück, wie ein Ministeriumssprecher sagte.

Rund um die Bucht, in der das sterbende Tier im flachen Wasser liegt, hat die Polizei die Zugänge zum Wasser abgesperrt. An einem dieser Punkte hatten sich am Abend dem Sprecher zufolge rund 50 Demonstranten versammelt.

Zudem mussten unter Polizeibegleitung zwei Tieflader, die auf einem Parkplatz in der Nähe des Sperrbereiches standen, die Insel verlassen, sagte ein Sprecher. Die Tierschutzorganisation, die die Lastwagen und das Baggerschiff auf die Insel gebracht hatte, kritisierte das Vorgehen der Polizei als unverhältnismäßig. 

Bereits mehrfach hätten in den vergangenen Tagen Menschen versucht, zu dem Wal zu gelangen, berichtete der Sprecher. Zuletzt war eine Frau im Neoprenanzug von einer Insel-Fähre ins Wasser gesprungen.

Update vom 13.04.2026, 19.35 Uhr: Wal "Timmy" leidet immer mehr - Organe geschädigt

"Inzwischen gehen unsere wissenschaftlichen Berater davon aus, dass sich Wasser in der Lunge des Wals sammelt", teilte Umweltminister Till Backhaus (SPD) mit. Dies sei ein Hinweis, dass seine Organe schwer geschädigt seien. "Dies mitansehen zu müssen, fällt allen Beteiligten schwer." Bereits vor einigen Tagen war laut Backhaus festgestellt worden, dass sich die Atmung des Tieres verändert hatte.

Auch das deutsche Staatsoberhaupt will sich über den gestrandeten Buckelwal informieren. Im Rahmen eines ohnehin geplanten Besuchs des Ozeaneums in Stralsund plant Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Donnerstag einen Austausch mit Experten über den Wal, wie das Bundespräsidialamt mitteilte.

Steinmeier führt seine Amtsgeschäfte diese Woche drei Tage lang von Stralsund aus als 18. Station der Reihe Ortszeit Deutschland, mit der der Bundespräsident Eindrücke abseits der Metropolen sammeln will.

Update vom 13.04.2026, 9.20 Uhr: Frau springt von Fähre und will zu "Timmy" schwimmen - Mobilisierungsversuch scheitert

Das Bangen um "Timmy" geht weiter: Der gesundheitliche Zustand des vor der Insel Poel gestrandeten Wals ist nach Angaben des Umweltministeriums Mecklenburg-Vorpommerns weiterhin schlecht. Im Laufe des Morgens werde das weitere Vorgehen besprochen, sagte ein Pressesprecher des Ministeriums. Am Wochenende hatte es einen erneuten Rettungsversuch gegeben, der erfolglos blieb. Es wurde versucht, den Wal zu ermutigen, sich selbst zu befreien, indem die eigenen Walgesänge des Tiers unter Wasser abgespielt wurden. Hintergrund war, dass der Wal in den Nächten zuvor starke Walgesänge von sich gegeben hatte. 

Am Samstagmittag bildeten etwa 150 Menschen im Hafen eine Menschenkette, um für die Rettung des Meeressäugers zu demonstrieren, sagte eine Polizeisprecherin. Einige Stunden später versammelten sich laut Polizei am Kirchdorfer Hafen auf der Insel Poel ebenfalls etwa 170 Menschen, um für die Rettung des Wals einzutreten. Dort sei es auch zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen zwei Teilnehmerinnen gekommen, woraufhin die Polizei zwei Strafanzeigen wegen des Verdachts der Körperverletzung aufgenommen habe. 

Zudem habe es auf der Insel am Samstag weitere spontane Versammlungen mit gleicher Intention gegeben - eine führte bis an den Sperrbereich. Mehrere Menschen betraten laut Polizei die gesperrte Zone, teils liefen sie dort bis zum Ufer. Nachdem sie bemerkt hatten, dass gerade ein erneuter Mobilisierungsversuch zur Rettung des Wals zugange war, haben sie die Zone wieder verlassen, wie die Sprecherin des Umweltministeriums sagte. Nach dem Vorfall sei die Walwacht nun personell verstärkt worden. Auch am Sonntagnachmittag fand wieder eine Versammlung am Hafen in Kirchdorf auf der Insel Poel statt, wie die Polizei berichtete. Im Verlauf seien 50 bis 80 Menschen vor Ort gewesen. Die Veranstaltung sei bislang friedlich verlaufen, teilte die Polizei am Nachmittag mit.

In der Nähe des gestrandeten Wals hat die Polizei am Abend eine Schwimmerin aus dem Wasser geholt. Sie sei nach derzeitigen Erkenntnissen zuvor von einer Fähre in die Ostsee gesprungen, sagte eine Polizeisprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Bild hatte zunächst davon berichtet. Die Frau habe einen Neoprenanzug getragen. Es werde aber dennoch überprüft, ob sie eine Unterkühlung hat, sagte die Sprecherin. "Es ist kalt im Wasser - auch mit Neopren." Rechtliche Konsequenzen würden geprüft.

Der verletzte Buckelwal liegt bereits seit dem 31. März in der Wismarbucht. Die letzten Rettungsversuche wurden am 1. April aufgrund des Gesundheitszustandes des Tiers eingestellt, um den Wal in Frieden gehen zu lassen, wie Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) mitteilte.

Update vom 11.04.2026, 13.43 Uhr: Vom Buckelwal geht keine Gefahr für Umwelt aus

Von dem vor Wismar gestrandeten Buckelwal geht keine Gefahr für die Umwelt oder öffentliche Gesundheit aus. Das teilte das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern mit. Demnach habe "Timmy" aktuellen Erkenntnissen zufolge keinen Einfluss auf die Wasserqualität in der Wismarbucht in der Ostsee. 

"Die Proben wurden ausgewertet, und ich kann sagen, dass das Wasser bei dem Wal Badewasserqualität hat", sagte der zuständige Minister Till Backhaus (SPD) in der Pressemitteilung. Laut ihm sind keine Grenzwerte überschritten worden. Zuvor war das Landesamt für Gesundheit beauftragt worden, den Zustand des Wassers bei dem Wal vor der Insel Poel zu untersuchen.

Seit über einer Woche liegt der rund zwölf Meter lange Meeressäuger in der Bucht vor Wismar. Weitere Rettungsversuche sind aufgrund des schlechten Gesundheitszustands des Wals nicht geplant. Man wolle das Tier jetzt "in Frieden gehen lassen", so Backhaus.

"Timmy" reagiert nicht mehr auf Boote

Experten zufolge liegt das Tier im Sterben. Der Wal reagiere nicht mehr auf Boote, was laut Bianca König von der Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) Deutschland ein Zeichen für den Sterbeprozess sei. Am Samstagmorgen (11. April 2026) gab das Tier weiterhin Lebenszeichen von sich.

Update vom 10.04.2026, 11.25 Uhr: Buckelwal "Timmy" hat eine weitere Nacht überlebt - und zeigte Aktivität

Der an der Ostseeküste gestrandete Buckelwal hat die Nacht überlebt. Die Lage des Tieres sei unverändert, sagte der Sprecher des Schweriner Umweltministeriums, Claus Tantzen. "Er atmet noch", bestätigte er. Außerdem soll der Wal in der Nacht leichte Aktivitäten gezeigt haben.

Am Vormittag werde besprochen, was weiter unternommen werde. "Ich gehe davon aus, dass wir das Tier weiter in Ruhe lassen, wie wir es die letzten Tage gemacht haben", so Tantzen.

Fachleuten zufolge liegt das Tier im Sterben. Der Wal reagiere nicht mehr auf Boote, was laut Bianca König von der Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) Deutschland ein Zeichen für den Sterbeprozess sei. 

Am Dienstag hatte Umweltminister Till Backhaus (SPD) auf Grundlage eines wissenschaftlichen Gutachtens entschieden, den Wal in Ruhe sterben zu lassen. Diese Entscheidung wird auch von dem International Whaling Commission Strandings Expert Panel (IWC SEP) unterstützt. Es betont auch, dass das Tier durch weitere Rettungsversuche nur mehr leiden würde.

Update vom 09.04.2026, 12.27 Uhr: Widersprüchliche Aussagen zum Buckelwal

Am Mittwochnachmittag schlug der Buckelwal vor der Insel Poel laut Bild-Zeitung plötzlich zweimal mit der Schwanzflosse und drehte den Kopf ein Stückchen. Das Blatt zitiert Ministeriumssprecher Claus Tantzen mit den Worten: "Aber das ändert an der Situation leider nichts." Die Ostsee-Zeitung will sogar erfahren haben, dass sich das Tier zwei bis drei Meter vorwärtsbewegt habe, sein Maul schaue nun ein Stück Richtung Ausgang der Bucht.

Ganz anders klingt die Einschätzung der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Ein Sprecher des Umweltministeriums bestätigte zwar am Donnerstagmorgen (9. April 2026), dass sich das Tier leicht bewegt habe - doch der Kontext ist ein völlig anderer. Die Lage des in der Ostsee festsitzenden Buckelwals habe sich nicht verändert, das Tier liege weiterhin an derselben Stelle vor der Insel Poel, an der es seit mehr als einer Woche feststecke. Fachleuten zufolge liegt der Wal bereits im Sterben. "Dass der Wal nicht auf Boote reagiere, sei ein Zeichen für den Sterbeprozess", erklärte Bianca König von der Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) Deutschland gegenüber der dpa. Wie lange dieser Prozess dauere, sei unklar.

Bei einer Pressekonferenz am Dienstag hatten Expertinnen und Experten gemeinsam mit Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) aktuelle Erkenntnisse zum Zustand des Wals präsentiert. Das Fazit war eindeutig: Das Tier soll weder lebendig geborgen werden, noch könne es sich selbst freischwimmen. Dazu seien der Wasserstand zu niedrig und die Kräfte des Wals zu gering, erklärte Burkard Baschek, Direktor des Deutschen Meeresmuseums. 

Ministerium schließt Rettung kategorisch aus

Der Buckelwal liegt komplett auf und steckt nach Angaben des Ministeriums rund einen halben Meter tief im Schlick fest. Umweltminister Backhaus schloss eine Rettung kategorisch aus. "Der Zustand des deutlich geschwächten Wals hat sich nicht verändert", hieß es in offiziellen Stellungnahmen. Auch mit einem Freischwimmen des Wals sei nicht zu rechnen.

Die Bild-Zeitung berichtet von "Millionen Menschen", die um "Timmy" bangen würden. Reporter vor Ort schildern dramatisch: "Wenn es windstill ist, hört man seine kläglichen Rufe. So um die 5 Sekunden dauert sein Jammerbrummen." Das Blatt spricht von einem "Ostsee-Drama" und einem "12-Tonnen-Koloss", der "ums Überleben" kämpfe.

Die wissenschaftliche Einschätzung fällt nüchterner aus. Stephanie Groß, die zusammen mit Minister Backhaus und Experte Burkard Baschek auf der Pressekonferenz sprach, machte deutlich: Das Tier würde unter einem weiteren Rettungsversuch extrem leiden. Über Ostern sei der Gesundheitszustand des Tieres weiter untersucht worden - mit ernüchterndem Ergebnis. Tierschutzexpertin König betonte gegenüber der dpa, dass der Buckelwal vor Poel bereits im Sterben liege. "Die Gesamtprognose für das Tier ist nicht gut", teilten das Schweriner Umweltministerium und Umweltschützer mit. Am Donnerstagmorgen lebte "Timmy" noch. Der Zustand sei unverändert, es habe keine besonderen Vorkommnisse in der Nacht gegeben, bestätigte ein Sprecher des Umweltministeriums Mecklenburg-Vorpommern. Demnach atme der Buckelwal weiterhin regelmäßig.

Update vom 08.04.2026, 18.07 Uhr: Wann stirbt Ostsee-Wal "Timmy"?

Der Fall des an der Ostseeküste gestrandeten Wals ist laut internationalen Fachleuten weltweit einmalig. "Noch nie ist beobachtet worden, dass ein Wal innerhalb weniger Tage mehrfach an einer Küste strandet und weiterlebt", sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD). Das habe die Internationale Walfangkommission (IWC) in einem Schreiben an das Ministerium erklärt.

"Dies geschieht hier bei uns auch noch 24 Stunden pro Tag unter Kamerabeobachtung vor den Augen der Öffentlichkeit", betonte Backhaus. "Die Entscheidung, keine Rettungsversuche zu unternehmen, weil sie dem Tier mehr schaden als nützen würden, ist mir so schwergefallen, wie wohl keine andere in meinem bisherigen politischen Leben." Dennoch hätte "kein ernstzunehmender Experte auf der Welt" ein anderes Vorgehen empfohlen.

Der Buckelwal liegt laut Experten im Sterben. Dass der Wal nicht auf die Boote reagiere, sei ein Indiz für den Sterbeprozess, erklärte Bianca König von der Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) Deutschland der Deutschen Presse-Agentur. Wie lange dies dauere, sei unklar. Es könne heute Abend (8. April 2026) geschehen, aber auch erst in drei Tagen.

Strandung von Großwalen in Mecklenburg-Vorpommern selten

Der seit mehr als einer Woche in der Bucht vor der Insel Poel festsitzende und kranke Wal lebt noch. Die Situation ist unverändert, sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei am Mittwochvormittag.

Buckelwal Timmy ist in Mecklenburg-Vorpommern der einzige lebend gestrandete Großwal der letzten zehn Jahre, sagte eine Sprecherin des Meeresmuseums in Stralsund der dpa. Kleinere Schweinswale stranden demnach regelmäßig auch lebendig, können aber aufgrund ihrer Größe leichter zurück ins Meer gebracht werden. Konkrete Daten und Zahlen zu Strandungen sowohl toter als auch lebender Großwale aus früheren Jahren liegen laut Meeresmuseum derzeit nicht vor.

Vor 201 Jahren strandete ein lebendiger Finnwal vor Rügen, dessen Skelett mittlerweile im Meeresmuseum ausgestellt ist. Konkrete Daten und Zahlen zu Strandungen sowohl toter als auch lebender Großwale aus früheren Jahren liegen laut Meeresmuseum aktuell nicht vor.

Wale brauchen Schwerelosigkeit im Wasser

Das Hauptproblem sei das Gewicht des Buckelwals und das flache Wasser, sagte König. "Wale brauchen die Schwerelosigkeit im Wasser, das Gewicht wird immer weiter auf die Organe drücken, das führt zu Organversagen und Kreislaufkollaps", sagte König. "Es hängt davon ab, wie viel Auftrieb er im Wasser hat und vom Gesamtzustand."

Auch die durch den geringen Salzgehalt des Wassers geschädigte und eingerissene Haut sei ein Problem: "Es bilden sich Blasen und die werden von Möwen angepickt." Dann könnten Pilze und Bakterien die Wunden besiedeln und sich auf den gesamten Organismus auswirken, was den Wal zusätzlich schwäche.

Laut Stephanie Groß vom Institut für terrestrische und aquatische Wildtierforschung geht es dem Wal zunehmend schlecht. Er habe zuletzt auf Annäherung per Boot praktisch nicht mehr reagiert, sagte Groß am Dienstag. Zuvor habe der Wal noch die Schwanzflosse bewegt oder den Kopf angehoben. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) sagte, der Patient sei "schwerstkrank".

Konzept für Bergung in der Abstimmung

Am Dienstag hatten Expertinnen und Experten ausgeschlossen, das Tier lebendig zu bergen. Wegen des niedrigen Wasserpegels und seiner geringen Kraft werde sich der zwölf Tonnen schwere Meeressäuger auch nicht selbst freischwimmen können, erklärte der Direktor des Deutschen Meeresmuseums, Burkard Baschek.

Das Konzept für eine Bergung nach dem Tod des Tieres ist laut Backhaus fertig. "Das ist in der Endabstimmung." Die Bergung müsse zwei Tage vorbereitet werden und würde dann einen Tag dauern. Wann geborgen werden soll, ist bislang nicht bekannt. Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern und Dänemark stünden dafür unter Vertrag. Bei der Bergung seien Schiffe und Hebezeuge dabei. "Man muss ihn ja irgendwie rauskriegen."

Den Wal zu töten und von seinem Schicksal zu "erlösen" sei momentan keine Option, sagte König. Auch Backhaus hatte dies bereits ausgeschlossen. Für ein Einschläfern ist bei so großen Säugetieren in der Praxis laut König zu wenig bekannt. Es bestehe die Gefahr, dass Medikamente zu niedrig dosiert werden und der Wal die Tötung bei vollem Bewusstsein erlebe.

Internationale Experten unterstützen gestoppte Rettung

Das Tier zu erschießen, komme ebenfalls nicht infrage. Es sei unter anderem schwierig abzuschätzen, wohin der Schuss gesetzt werde, mögliche Mehrfachschüsse könnten nicht ausgeschlossen werden, sagte König.

Die radikalste, aber wohl effektivste Methode sei es, einen Sprengsatz unter dem Kopf zu platzieren und den Kopf zu sprengen. Das sei jedoch ethisch nicht vertretbar und auch aufgrund der zuschauenden Menschen nicht möglich. Zudem könne die Methode dazu führen, dass der Wal zerreißt und die Proben für eine spätere wissenschaftliche Analyse unbrauchbar werden. "Alle drei Möglichkeiten der aktiven Tötung wurden ausgeschlossen, und es wurde entschieden, den Wal auf natürliche Weise sterben zu lassen", betonte König.

Jede Strandung eines großen Wals sei einzigartig und bedeute eine enorme Herausforderung, sagte Kate Wilson von der Organisation International Whaling Commission (IWC) der Deutschen Presse-Agentur. Dabei komme es auf Größe und Lage des Tieres, den Ort der Strandung – am Strand oder im flachen Wasser – Wetter, Brandung, Gelände und Gezeiten an. "Zusätzlich zu einer besonders schwierigen Kombination dieser Faktoren hatte sich dieses Tier bereits schwer in Fischereiausrüstung verfangen, was es geschwächt haben dürfte."

Mehrere Eilverfahren abgelehnt

Internationale Experten des IWC hatten den Einsatz beim an der Ostseeküste gestrandeten Wal beraten und unterstützt. "Dies war ein äußerst herausfordernder Fall", hieß es am Dienstag in einem Statement auf der Website. Trotz umfassender Anstrengungen sei das Tier wiederholt gestrandet. Daher unterstütze die IWC die Entscheidung der deutschen Behörden, weitere aktive Rettungsversuche zu stoppen.

Nach Angaben des Verwaltungsgerichts Schwerin gab es vier Eilverfahren im Zusammenhang mit dem gestrandeten Wal, bei denen es um die Rettung beziehungsweise das Ergreifen bestimmter Maßnahmen ging. Alle seien von Privatpersonen gestellt und abgelehnt worden. Begründet worden sei dies mit der Unzulässigkeit des Antrags mangels Antragsbefugnis.

Drama um Buckelwal "Timmy" - was bis einschließlich 7. April geschah

Seit Anfang März 2026 trieb sich ein Buckelwal in den küstennahen Gewässern der deutschen Ostsee umher – ein Lebensraum, der für diese Tiere eigentlich völlig ungeeignet ist. Das etwa 12 Meter lange und 12 Tonnen schwere Tier strandete mehrfach, unter anderem vor Timmendorfer Strand in Schleswig-Holstein und schließlich in der Wismarer Bucht vor der Insel Poel. Erschwerend kamen Verletzungen hinzu – vermutlich durch eine Schiffsschraube – sowie Netzreste im Maul des Tieres, von denen ein Großteil zwar durch Rettungskräfte entfernt werden konnte, ein Teil sich jedoch nicht herausziehen ließ.

Trotz intensiver Bemühungen von Feuerwehr, Wasserschutzpolizei, Meeresschutzorganisationen wie Greenpeace und Sea Shepherd sowie des Deutschen Meeresmuseums mussten alle Rettungsversuche am 1. April 2026 offiziell eingestellt werden. Selbst der zunächst erwogene Einsatz eines dänischen Katamarans, der den Wal mit breiten Gurten hätte anheben und transportieren können, wurde nach einem medizinischen Gutachten am 7. April ausgeschlossen. Experten stellten fest, dass der Wasserpegel um rund 60 Zentimeter zu niedrig war, damit sich der Wal aus eigener Kraft hätte befreien können.

Der Zustand des Wals verschlechterte sich kontinuierlich. Laut Wissenschaftlerin Stephanie Groß vom Institut für terrestrische und aquatische Wildtierforschung reagierte das Tier zuletzt kaum noch auf die Annäherung von Booten, während es zuvor noch die Schwanzflosse bewegt oder den Kopf angehoben hatte. Der zu geringe Salzgehalt der Ostsee schädigte die Haut des Wals erheblich, und aufgrund seiner Liegeposition im flachen Wasser waren auch innere Organschäden wahrscheinlich. Umweltminister Till Backhaus (SPD) bezeichnete den Patienten als "schwerstkrank" und sprach von einer der schwersten Entscheidungen seiner 28-jährigen Amtszeit.

Bereits während der Rettungsversuche liefen die Vorbereitungen für die Zeit nach dem Tod des Tieres an. Der Walkörper solle wissenschaftlich obduziert werden, um die Todesursache zu klären und mögliche Vorerkrankungen zu untersuchen. Parallel dazu sahen sich die Helfer vor Ort zunehmenden Anfeindungen und sogar Morddrohungen ausgesetzt, was Umweltminister Backhaus scharf verurteilte. Der Fall rückte zudem ein globales Problem ins Bewusstsein: Jährlich sterben schätzungsweise 300.000 Wale und Delfine weltweit durch Verfangen in Fischereinetzen.