Daheim arbeiten, statt ins Büro zu fahren? Das hörte für viele Menschen erst einmal gut an. Doch spätestens, seit in der Corona-Pandemie deutlich mehr Arbeitnehmer*innen zuhause arbeiten mussten, zeigen sich auch die Schattenseiten des Home-Office.

In einer Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) werden gleich mehrere Nachteile des Home-Office immer deutlicher: Den Menschen fällt es schwerer, abzuschalten. Sie leisten mehr unbezahlte Überstunden und leiden häufiger unter körperlichen Beschwerden durch die Arbeit. Dies zeigen auch die Ergebnisse einer Umfrage des DGB, über die die Süddeutsche Zeitung berichtet. 

Entgrenzung der Arbeit

Demnach gab über ein Viertel aller Befragten (28 Prozent) an, im Home-Office unbezahlte Überstunden anzuhäufen. Von gut einem Drittel der Befragten werde zudem erwartet, auch außerhalb der normalen Arbeitszeit erreichbar zu sein. Bei Befragten, die mehr im Büro tätig sind, war der Anteil jeweils nur halb so hoch.

Zudem lässt fast jeder Zweite zuhause Pausen regelmäßig ausfallen oder verkürzt sie deutlich (46 Prozent). 

Laut Experten liegt die Hauptgefahr beim Home-Office in einer Entgrenzung der Arbeit. Die Vermischung von privatem und professionellem Leben erzeugt psychische Belastungen und Probleme. Der DGB fordert auch deswegen eine stärkere Reglementierung des Home-Office:  "Mit einem gesetzlichen Ordnungsrahmen für das mobile Arbeiten können die Rechte und die Selbstbestimmung der Beschäftigten gestärkt werden", zitiert der BR DGB-Chefin Yasmin Fahimi.