Mit gefühlvollen Worten hat Bundesligaspieler Eren Dinkçi nach der Krebserkrankung seiner Freundin Cinja vom Moment der Diagnose erzählt. "Es war ein Riesenschock. Ich war der Erste, der davon wusste. Mir wurde am Telefon schon gesagt, dass Leukämie vermutet wird. Ich habe mich nicht getraut, es ihr direkt zu sagen", sagte der 24-Jährige im Interview der "Bild". Patrice Aminati, Frau von taff-Moderator Daniel Aminati, kämpft seit zwei Jahren gegen Hautkrebs - unter Tränen meldete sie sich zuletzt bei ihren Fans.

Dinkçi fügte hinzu: "Als es sich dann bestätigt hat, waren wir natürlich komplett schockiert. Das war ein Scheißtag. Ich habe auch gar nicht mehr so viele Erinnerungen daran. Ich weiß nur noch, dass ich den Trainer heulend angerufen habe, um ein paar Tage bei ihr bleiben zu können und frei zu bekommen."

Stammzellenspende oft die letzte Hoffnung

Ärzte hatten bei der Partnerin des Spielers vom 1. FC Heidenheim Ende Januar Blutkrebs diagnostiziert, Leukämie ist dabei die häufigste Form. In Deutschland erhält alle zwölf Minuten ein Mensch diese Diagnose. Für viele Betroffene ist eine Stammzellspende die letzte Hoffnung auf ein Überleben. In der Familie wurde kein passender Spender gefunden. Deshalb rufen Dinkçi, Heidenheim und der SC Freiburg gemeinsam mit der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) zu kostenlosen Registrierungsaktionen auf.

"Ich würde niemanden zwingen. Aber wenn es im eigenen Umfeld passiert, würde jeder alles tun, um zu helfen. Es geht nicht nur um meine Partnerin, sondern um so viele Menschen, die darauf warten", sagte Dinkçi. "Egal welche Blutgruppe – jeder sollte sich informieren und registrieren. Wenn man sieht, wie viele Menschen betroffen sind, merkt man, wie wichtig dieses Thema ist."

Der Offensivspieler sprach auch über den aktuellen Gesundheitszustand seiner Partnerin. "Den Umständen entsprechend geht es ihr gut. Sie ist relativ fit, sehr positiv – und gibt uns allen so viel Energie", sagte er. "Eigentlich müssten wir ihr die Energie geben, aber sie macht das wirklich richtig, richtig stark. Sie ist aktuell zu Hause mit ihrem Stiefvater und wird ambulant behandelt. Da ist immer jemand da – wie ein Wechsel im Fußball: Einer geht, der nächste kommt. Dieses Gefühl hilft uns enorm."

"Da sieht man, wie viel in den Hintergrund rückt": Verein steht hinter Dinkçi und Partnerin

Dinkçi bedankte sich zudem für viel Unterstützung. "Wie viele Menschen sich gemeldet haben. Ich muss mich wirklich bei jedem Einzelnen bedanken, der das geteilt hat", sagte er. "Und was mich besonders berührt hat: wie viele aus der Fußballwelt sich gemeldet haben – Spieler, mit denen ich zusammengespielt habe oder die ich einfach kenne. Alle haben es weiterverbreitet. Dieses Geschäft wird oft als hart beschrieben, aber in solchen Momenten merkt man: Die Fußballfamilie hält zusammen."

Die Krebsdiagnose bei der Partnerin von Eren Dinkçi hat ebenfalls beim Heimatverein SC Freiburg für Erschütterung gesorgt. "Da sieht man, wie viel dann auch in den Hintergrund rückt", äußerte Trainer Julian Schuster. "Das sind Aufgaben im Leben, die sehr, sehr hart sind."

Er habe den Kontakt zu Dinkçi, der an den 1. FC Heidenheim ausgeliehen ist, gesucht und "natürlich sind wir für Eren da, für Cinja und für die gesamte Familie", so Schuster. "Wir versuchen zu helfen, wir versuchen zu unterstützen mit unserem Umfeld, mit Medizinern und mit unserem Bezug zur Uniklinik."

Registrierungsaktion vor dem nächsten Spiel geplant: "Alles tun, um zu helfen"

Dinkçi ist vom SC Freiburg noch bis zum Saisonende an Heidenheim ausgeliehen. Vor dem Aufeinandertreffen der beiden Clubs am Sonntag in Freiburg findet eine DKMS-Registrierungsaktion statt. In Heidenheim folgt dann am 25. April vor dem Duell mit dem FC St. Pauli noch eine weitere. Auch online ist eine Registrierung möglich.