Der Druckmaschinenhersteller Manroland Sheetfed in Offenbach wird sein Werk schließen. Für das insolvente Unternehmen, dessen Geschichte über 150 Jahre zurückliegt, hat sich kein Investor gefunden, der die Produktion fortführen will. Einem Großteil der 744 Beschäftigten werde zum 1. Juni gekündigt, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtet.

Auf einer Betriebsversammlung am Montag (20. April 2026) sei die Belegschaft über das Aus informiert worden, berichtet die FAZ. Betriebsratsvorsitzender Stefan Vogler habe erklärt, dass rund 80 Mitarbeiter noch bis zum Jahresende bleiben sollten, um den Verkauf des Ersatzteil- und Servicegeschäfts vorzubereiten. Für eine Übernahme der Wartungsverträge gebe es zwar Interessenten - "aber nicht für die Produktion am Standort Offenbach", so Vogler gegenüber der FAZ.

Manroland Sheetfed schließt komplette Produktion in Offenbach - IG Metall hat Vermutung

Ein Unternehmenssprecher habe bestätigt, dass das Werk nach einer Phase der sogenannten Ausproduktion geschlossen werde, heißt es im Bericht der FAZ. Für diese Phase sei vorgesehen, "mit zunächst 84 Mitarbeitenden zu arbeiten". Ob Beschäftigte von einem möglichen Käufer des Ersatzteilgeschäfts übernommen würden, sei noch offen. Manroland Sheetfed hatte im März ein sogenanntes Schutzschirmverfahren eingeleitet - ein spezielles Insolvenzverfahren mit dem Ziel einer Sanierung, wie die FAZ berichtet.

Die Langley Holding, die das Unternehmen 2012 übernommen habe, sei nicht länger bereit gewesen, die Verluste des seit Jahren defizitären Unternehmens auszugleichen. Trotz der Beauftragung des bekannten Insolvenzverwalters Arndt Geiwitz habe sich kein Geldgeber für eine Fortsetzung der Produktion gefunden, erklärt die Zeitung. Der Markt für Offsetdruckmaschinen sei zuletzt vor allem von der Nachfrage nach hochwertigen Verpackungen getrieben worden, heißt es im Bericht der FAZ. Da viele Konsumgüter in Asien gefertigt würden, seien chinesische Druckereien wichtige Abnehmer gewesen.

Doch auch dort sei die Nachfrage zuletzt gesunken. Betriebsratschef Vogler erklärte gegenüber der FAZ, dies hänge möglicherweise mit der geschwächten Konjunktur zusammen. Die IG Metall kritisiert, die Holding habe es versäumt, in den Standort zu investieren. Die Arbeitnehmervertreter riefen Holding-Chef Anthony Langley auf, eine Transfergesellschaft für die Beschäftigten zu finanzieren. Auch der Offenbacher Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) schlug ähnliche Töne an. "Ich will, dass es wenigstens eine anständige Übergangsgesellschaft gibt", sagte er laut FAZ auf der Betriebsversammlung. Der fränkische Autozulieferer PMG konnte hingegen gerettet werden, aber nur mit massivem Stellenabbau. 

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