Update vom 11.07.2026, 9.44 Uhr: Geiselnahme ist beendet - "Täter überwältigt und Geisel befreit"
Nach einem stundenlangen Nervenkrieg ist die Geiselnahme in einem Supermarkt im Süden Berlins beendet. "Der Täter ist überwältigt und die Geisel befreit", sagte Polizeisprecher Florian Nath der Deutschen Presse-Agentur am Samstagvormittag. Zum Zustand der Frau konnte der Polizeisprecher zunächst nur berichten, dass sie unter Schock stehe und von Rettungskräften behandelt werde.
Kurz nach 22 Uhr am Freitagabend hatte der Täter laut Polizei die Frau in dem Rewe-Markt im Stadtteil Marienfelde in seine Gewalt gebracht und bedroht.
Der Mann habe unterschiedliche Forderungen gestellt, sagte Polizeisprecher Nath später. Über die Hintergründe der Tat war zunächst nichts bekannt. Die Polizei betonte, dass für Anwohner keine Gefahr bestanden habe.
Nach Angaben eines Mitarbeiters des Rewe-Supermarkts handelte es sich bei der Geisel um eine Mitarbeiterin des Geschäfts. "Sie war einfach am falschen Ort zum falschen Zeitpunkt", sagte der 22-Jährige zu mehreren Journalisten. Die Polizei hat die Schilderungen des Mannes auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur weder bestätigt noch dementiert. Er könne das nicht kommentieren, sagte ein Polizeisprecher. "Es ist ein laufender Einsatz."
Erstmeldung vom 11.07.2026, 7.01 Uhr: Geiselnahme in Supermarkt in Berlin
In einem Supermarkt im Süden Berlins hält ein Mann seit dem späten Freitagabend (10. Juli 2026) eine Frau als Geisel.
Kurz nach 22 Uhr hatte der Täter die Frau in dem Rewe-Markt im Stadtteil Marienfelde in seine Gewalt gebracht und bedroht, wie Polizeisprecher Stefan Petersen-Schümann der Deutschen Presse-Agentur sagte. "Der Mann ist noch mit der Frau im Supermarkt, wir sind weiterhin vor Ort", sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur am Samstagmorgen (11. Juli 2026) gegen 5.30 Uhr. Da der Einsatz noch läuft, gibt die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nur wenige Informationen preis. Der Supermarkt befindet sich in der Hildburghauser Straße, an der Ecke zum Tirschenreuther Ring.
Schon seit Stunden: Mann hält Frau in Rewe-Markt in Berlin als Geisel
"Wir haben Kontakt zu dem Geiselnehmer, zu dem Mann", sagte Petersen-Schümann weiter. Es gebe Einsatzkräfte, die für solche Vorfälle entsprechend geschult seien, erklärte er. Über die Hintergründe der Tat war zunächst nichts bekannt.
Der Supermarkt ist großräumig abgesperrt, wie ein Reporter vor Ort berichtete. Das Spezialeinsatzkommando (SEK) ist vor dem Gebäude positioniert. Zahlreiche Polizeifahrzeuge, Rettungswagen und die Feuerwehr sind vor Ort. Am frühen Morgen stellten die Beamten eine Leiter ans Gebäude und verschafften sich einen Blick in den Markt, wie ein dpa-Reporter beobachtete.
Hinter der Absperrung, mit Blick auf den Markt, harrten einige Angestellte des Supermarkts aus. Sie hatten dünne Stoffdecken umgelegt, die ihnen der Rettungsdienst bereitgestellt hatte. Nach dpa-Informationen befanden sie sich zum Zeitpunkt des Vorfalls im Laden. Die Polizei geht davon aus, dass sich keine weiteren Personen in dem Supermarkt befinden. Für Menschen in der Umgebung besteht laut Polizei keine Gefahr.
Hintergründe von Geiselnahme noch völlig unklar: Polizei steht in Kontakt zu Geiselnehmer
Unklar ist, wer der Geiselnehmer konkret ist. Auch zur Identität der Frau machte die Polizei keine Angaben. Auch zu den Hintergründen und dem möglichen Motiv der Tat ist nach Angaben der Polizei bislang noch nichts bekannt. Ob der Geiselnehmer konkrete Forderungen gestellt hat, war ebenfalls zunächst unklar. "Auch das ist alles Gegenstand der laufenden Ermittlungen."
In der Nacht waren die Straßen rund um den Tatort nahezu menschenleer. Nur vereinzelte Passanten waren unterwegs. Neben dem Supermarkt befindet sich eine Tankstelle.
Marienfelde liegt im Bezirk Tempelhof-Schöneberg am südlichen Rand der Hauptstadt, weit entfernt vom Berliner Stadtgeschehen. Es ist eine ruhige Wohngegend, geprägt von Einfamilienhäusern und mehrstöckigen Wohnbauten. In der Gegend befinden sich mehrere Schulen und Kindertagesstätten.