Es ist ein Fall, der ganz Frankfurt bewegt: Der achtjährige Noah verschwand am Mittwoch, nachdem ein Fahrdienst ihn an seiner Schule abgesetzt hatte. Doch ins Schulgebäude ging er nie – stattdessen wurde sein Ranzen unweit der Schule gefunden.

Jetzt vermutet die Polizei, dass sich der Junge bei seiner Mutter aufhält. Brisant dabei: Sie hat kein Sorgerecht, und ihr Aufenthaltsort ist ebenso unklar wie der des Kindes.

Frankfurt: Noah (8) kam nie in der Schule an – Polizei veröffentlicht Foto von Vermisstem

Der seit Mittwoch, 14. Januar 2026, vermisste Achtjährige aus Frankfurt am Main wird nach Einschätzung der Polizei bei seiner Mutter vermutet. Dies sei nach den aktuellen Ermittlungsergebnissen anzunehmen, teilte die Polizei mit.

Noahs Mutter hat kein Sorgerecht. Der Aufenthaltsort von Mutter und Kind ist unklar. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf das Rhein-Main-Gebiet, erklärte die Polizei. Die Polizei veröffentlichte auch ein Foto des achtjährigen Noah, das "mit hoher Wahrscheinlichkeit nach dem Verschwinden aufgenommen" wurde. Es zeigt den Jungen mit orangefarbener Jacke und Baseballkappe. Die Polizei bittet um Hinweise von Personen, die Noah in Begleitung einer Frau gesehen haben.

Der achtjährige Noah wurde am Mittwochmorgen laut Polizei an seiner Schule im Bahnhofsviertel abgesetzt und ist seitdem verschwunden. Noah lebte nicht bei seiner Familie und war nach Angaben der Stadt Frankfurt seit Herbst 2025 in Betreuung des Jugendamts. Diese Maßnahme bedeutet die vorübergehende Unterbringung in einem Heim oder einer Pflegefamilie.

Ermittlungen im familiären Umfeld des Jungen intensiviert

Das Jugendamt ordnet dies an, um das Wohl des Kindes sicherzustellen. Der Maßnahme im Fall von Noah ging ein richterlicher Beschluss voraus, erklärte das Sozialdezernat. Die Polizei hatte am Freitag mitgeteilt, dass die Ermittlungen im familiären Umfeld des Jungen intensiviert werden. Grund seien unter anderem verschiedene Hinweise, sagte ein Sprecher. Es werde alles überprüft, was die Familie betrifft. Weitere Auskünfte gab die Polizei hierzu nicht.

Das Sozialdezernat erklärte, man stehe mit den Ermittlungsbehörden in engem Kontakt und unterstütze deren Ermittlungen vollumfänglich.

Der Frankfurter Fall weckt Erinnerungen an das Verschwinden des ebenfalls achtjährigen Fabian im Herbst 2025. Nach einer großangelegten Suchaktion rund um Güstrow in der Mitte von Mecklenburg-Vorpommern wurde Mitte Oktober die Leiche des Jungen am Ufer eines Tümpels entdeckt. Eine Verdächtige sitzt in Haft.

Ranzen in der Nähe der Schule entdeckt

Der Achtjährige wurde am Mittwochmorgen laut Polizei von einem Fahrdienst zur Weißfrauenschule im Bahnhofsviertel gebracht, kam jedoch nie im Schulgebäude an. Bei der Suche waren auch ein Hubschrauber und Polizeiboote im Einsatz. In der Nähe der Schule wurde der Ranzen des Jungen entdeckt.

Warum Noah mit einem Fahrdienst unterwegs war, blieb in den Erläuterungen zunächst unklar. Zur persönlichen und familiären Situation wollte sich die Polizei nicht äußern, sagte der Polizeisprecher.

Es handelt sich um eine Förderschule mit dem Schwerpunkt Sprachheilförderung. Die Polizei gab dazu keine weiteren Details bekannt, erklärte aber, der Achtjährige sei in der Lage, sich auszudrücken und zu kommunizieren. Auf der Suche nach Noah wertete die Polizei den Angaben vom Freitag (16. Januar 2026) zufolge weiterhin Hinweise, Fotos und Videos der Bevölkerung aus. Mögliche Zeugen werden befragt.

Videoüberwachung im Frankfurter Bahnhofsviertel

Auch die Bundespolizei am Frankfurter Flughafen hält nach Auskunft eines Sprechers Ausschau nach dem Jungen. Zum Einsatz kam auch die Videoüberwachung im Frankfurter Bahnhofsviertel. Dabei wurde auch Künstliche Intelligenz (KI) genutzt, um Anhaltspunkte zu finden.

Am Donnerstag hatte die Polizei die Suche ausgeweitet, das Schulgelände und die Umgebung wurden erneut durchkämmt, auch Hunde waren dabei im Einsatz. Nach Angaben der Polizei wurde eine dreistellige Zahl von Beamten eingesetzt. Eine private Initiative unterstützte die Polizei mit ihren eigenen Hunden. Hier gibt es weitere Informationen zum Fall und zum Erkenntnisstand.