Erst ein Blitz, dann helle Aufregung: Ein Meteoritenteil hat in Koblenz ein Hausdach beschädigt. Bei dem Einschlag am Sonntagabend entstand nach Angaben des Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz eine etwa fußballgroßes Loch. Der Meteoritenteil traf erst das Dach und dann das Schlafzimmer des Hauses - verletzt wurde aber niemand. "Es waren auch Personen in dem Gebäude, aber nicht innerhalb dieses Raumes", sagte Benjamin Marx, der Einsatzleiter der Feuerwehr Koblenz.
Der Schaden wird heute bei Tageslicht noch einmal begutachtet. Offen ist auch die Frage, was von dem Meteoritenteil noch übrig ist. Weitere Schäden aus anderen Orten waren zunächst nicht bekannt. "Es konnte bestätigt werden, dass wir hier einen Meteoritenüberflug über Rheinland-Pfalz hatten, der sich aufgesplittert hatte. Es kam mehrfach in Rheinland-Pfalz zu Niedergängen und hier auch zu einem Einschlag in ein Wohngebäude", sagte Marx.
Mutmaßlicher Meteorit trifft Wohngebäude - Aufregung im Westen Deutschlands
Die Feuerwehr war mit mehreren Kräften in Koblenz im Einsatz und sicherte nach dem Einschlag zunächst die Lage. "Wir haben auf chemische Substanzen gemessen und nukleare Strahlung gemessen, da haben wir nichts festgestellt", sagte Marx. Zunächst hatte der Meteoritenüberflug, dessen imposante Lichterscheinung weithin in Westdeutschland zu beobachten war, für viele Notrufe gesorgt. Auch ein lauter Knall war mancherorts zu hören. Bürger hätten von einem "hell leuchtenden Flugkörper mit kurzem Feuerschein" beziehungsweise einem "Feuerblitz am Himmel" berichtet, teilte die Polizei in Kaiserslautern mit. Auch über eine Rakete sei spekuliert worden. Es gebe jedoch "keinerlei Hinweise auf ein sicherheitsrelevantes Ereignis".
Sichtbar war das kosmische Geschoss vor allem in Niedersachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Laut Bayerischem Rundfunk (BR) meldeten Augenzeugen auch aus dem Raum Würzburg, den Lichtblitz gesehen zu haben.
Trifft ein Asteroid auf die Lufthülle der Erde, zerfällt er oft in viele kleine Stücke. Manche davon verglühen, andere landen auf der Erde. Diese Brocken nennt man Meteoriten. Meteoriten stammen nach Angaben von Experten meist aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter und können mehrere Milliarden Jahre alt sein. Sie sind Überreste der Entstehung unseres Sonnensystems.
Meteoriteneinschläge auf der Erde sind sehr selten. In Deutschland fielen im April 2023 bei Elmshorn mehrere Teile eines Meteoriten zu Boden. Das größte Fragment war ein rund 3,7 Kilogramm schwerer Brocken, der von Wissenschaftlern untersucht und später ausgestellt wurde. Er galt damals als der schwerste gefundene Meteorit seit rund 100 Jahren in Deutschland.