Sollte Russland tatsächlich im Juli die Gaslieferungen nach Deutschland einstellen, steht das Land vor einem Problem - und zwar vor einem Problem, das teuer wird. Verbraucher*innen werden dann mit noch heftiger ansteigenden Gas-Preisen konfrontiert sein. Aber nicht nur das, auch die Strompreise schnellen seit einiger Zeit in die Höhe. 

Die explosionsartig steigenden Preise liegen vor allem darin begründet, dass Brenn- und Rohstoffe immer knapper werden. Doch die Krise hat viele Aspekte. Die 5 neuesten Hiobsbotschaften, lassen noch höhere Belastungen für Bürger*innen in Deutschland befürchten.

Energiekrise spitzt sich zu: Das sind die 5 neuesten Hiobsbotschaften in Sachen Gas & Strom

Während die Politik händeringend nach Lösungen sucht, scheinen immer neue Hiobsbotschaften die aktuelle Lage zu verschärfen. Die neuesten 5 Nachrichten, die zur Verschlimmerung der Krise beitragen, findest du hier.

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1. Explosionsartig steigende Preise bringen Verbraucher*innen in Bedrängnis

Die komplette Einstellung russischer Gaslieferungen könnte zu einer schweren Gasversorgungskrise führen. Bereits am Montag (04.07.2022) ist die für den europäischen Gasmarkt maßgebliche Referenzsorte Dutch TTF auf den höchsten Stand seit fast vier Monaten gestiegen. Die Megawattstunde kostete zeitweise ganze 160 Euro, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland - rnd - berichtet. Für Bürger*innen liegen die Preise bereits seit Monaten auf Rekordniveau

Rund 2,2 Millionen Haushalte sind von saftigen Preiserhöhungen im Sommer betroffen. Im Juli kündigen die Versorger Erhöhungen von durchschnittlich 50 Prozent an. Und dabei sind die Preise bereits im Juni gestiegen. Wie die Bild-Zeitung exemplarisch darstellt, hat ein Beispiel-Haushalt im Juni durchschnittlich 2752 Euro im Jahr für Gas (Durchschnittspreis von 13,8 Cent pro kWh). Das bedeutet ein Plus von 113 Prozent zum Juni 2021.

Skandinavisches Gas rückt deshalb in den Fokus und gewinnt für Deutschland immer größere Bedeutung. Aber auch hier gibt es schlechte Nachrichten. 

2. Streik norwegischer Gas- und Ölarbeiter sorgt für mehr Gas-Verknappung

In Skandinavien hat sich ein Streik unter Gas- und Ölarbeitern angekündigt. Medienberichten zufolge hat die Gewerkschaft Lederne zum Streik aufgerufen. Und der kommt zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt: Um ganze 13 Prozent könnte die Produktion in den nächsten Tagen zurückgehen.

Die Menge der Energie, die täglich weniger gepumpt werde, werde bis zu rund 290.000 Fass (159 Liter) Rohöl entsprechen. Zugleich würden auch 130.000 Fass Erdöl weniger gewonnen, das berichtet der Arbeitgeberverband für die Branche (NOG).

Der Streik könnte sich sogar noch weiter ausdehnen. Momentan ist noch nicht absehbar, welche Folgen das für die Versorgung Deutschlands mit Energie haben wird.

3. Wirtschaftliche Entwicklung stark beeinflusst - droht eine Rezession? 

Nach Einschätzung des Finanzdienstes Bloomberg ist die deutsche Industrie von den extrem ansteigenden Gaspreisen ganz besonders betroffen. Zwischen 35 und 40 Prozent des Gasbedarfs in Deutschland geht auf Industrieunternehmen zurück.

Sollte das Gas also so knapp werden, dass Privathaushalte und Pflege- sowie soziale Einrichtungen zuerst versorgt werden müssen, werden Unternehmen darunter besonders leiden.

Die Bloomberg-Experten haben hochgerechnet, dass es bei null Lieferungen aus Russland in der Industrie im August zu einer massiven "Nachfragevernichtung" kommen wird. Das bedeutet, dass Unternehmen wegen der hohen Preise ihre Aktivitäten zurückfahren oder sogar ganz einstellen könnten. Einige erwägen wohl bereits, ihre Produktion ins Ausland zu verlagern. Eine solche Entwicklung könnte die deutsche Wirtschaft in eine Rezession stürzen.

4. Staatliche Hilfen für die Gasbranche? Regierung sucht nach Lösungen

Die Bundesregierung sucht jetzt nach Möglichkeiten, der Gasbranche unter die Arme zu greifen. Es könnte staatliche Hilfen geben, wie beispielsweise bereits für Unternehmen wie die Lufthansa während der Corona-Pandemie. Das Geld soll die Liquidität der Branche steigern, um weiter Brennstoff zum Einlagern zu kaufen.

Klaus Müller, Chef der Bundesnetzagentur, hat in einem Interview angedeutet, dass diese Summe nicht ausreiche, wie rnd berichtet. Aufgrund der ausbleibenden Lieferungen aus Russland müssten Unternehmen Gas derzeit extrem teuer einkaufen.

Die Alternative wäre nur, dass die Bundesregierung den Notstand ausruft. Dann würden Liefervereinbarungen von einem Tag auf den anderen ausgesetzt. Die Einkaufspreise könnten von den Energiekonzernen dann weitergegeben werden - an Verbraucher*innen.

5. Der Preis-Schock nimmt seinen Lauf 

Um das zu vermeiden, arbeitet die Regierung laut rnd an einem umfänglichen Paket von Maßnahmen. Neben Hilfen für die Gasbranche und für energieintensive Unternehmen, sind weitere Zuschüsse für Haushalte mit geringen Einkommen im Gespräch.

Denn eins ist sicher: Derzeit steigen die Preise weiter. Die Gas- und Strompreise haben sich binnen eines Jahres verdreifacht. Für die meisten Privathaushalte ist diese Belastung kaum stemmbar. 

EEG-Umlage soll Privathaushalte zumindest in Sachen Strom entlasten: Was bringt die Maßnahme wirklich?

Zum 1. Juli ist der Wegfall der EEG-Umlage in Kraft getreten, um Verbraucher*innen zu entlasten. Im April hatte der Deutsche Bundestag der Abschaffung der EEG-Umlage über die Stromrechnung zugestimmt. Viele Stromunternehmen teilten mit, dass sie die Entlastung bald an alle Privat- und Geschäftskunden weitergeben.

Viele Experten halten die Maßnahme allerdings für einen Tropfen auf den heißen Stein. Da die meisten Stromanbieter die Preise seit Herbst 2021 massiv erhöhen, mildert die Abschaffung der EEG-Umlage den Anstieg der Strompreise um weniger als 50 Prozent.

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