Viele Frauen leiden unter starken Unterleibsschmerzen und halten diese für normale Regelschmerzen. Doch dahinter kann eine ernsthafte Erkrankung stecken: Endometriose. Die Zahl der Diagnosen steigt seit Jahren - doch die Dunkelziffer bleibt hoch.

Bei Endometriose befindet sich Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutterhöhle - etwa am Bauchfell, an den Eierstöcken oder dem Darm. Die Erkrankung zählt zu den häufigsten gynäkologischen Krankheiten und kann das Leben der Betroffenen stark beeinträchtigen.

Zahl der Diagnosen in Bayern mehr als verdoppelt

Die Zahl der Frauen mit einer Endometriose-Diagnose hat sich in Bayern binnen 20 Jahren mehr als verdoppelt. Gab es im Jahr 2005 noch rund 39.800 Betroffene, waren es 2024 bereits etwa 82.900. Das geht aus dem aktuellen Arztreport der Krankenkasse Barmer hervor.

Zugleich sank das Alter bei der Erstdiagnose in Deutschland um knapp vier Jahre. Im Schnitt sind Frauen inzwischen 37,4 Jahre alt, wenn sie Klarheit über die Ursache ihrer Beschwerden bekommen. Im Freistaat sind 1.248 von 100.000 Frauen wegen Endometriose in ärztlicher Behandlung - das ist der fünfte Platz im Ländervergleich.

Die regionalen Unterschiede in Deutschland sind groß: In Berlin werden 1.618 von 100.000 Frauen behandelt, in Thüringen nur 939. Die Erkrankung wird häufiger in dicht besiedelten als in ländlichen Regionen diagnostiziert.

Viele Betroffene halten Symptome für normale Regelschmerzen

Das Hauptsymptom einer Endometriose sind Unterleibsschmerzen, die oft zusammen mit der Regelblutung, aber auch während oder nach dem Geschlechtsverkehr auftreten. Die oft krampfartigen Schmerzen können in den Unterbauch, den Rücken und die Beine ausstrahlen. Übelkeit, Erbrechen und Durchfall können hinzukommen. Die Schmerzen können chronisch werden, auch die Fruchtbarkeit kann beeinträchtigt sein.

Die tatsächliche Zahl der Betroffenen dürfte deutlich höher liegen als die offiziellen Zahlen. "Es ist davon auszugehen, dass viele Frauen ihre Beschwerden für starke Regelschmerzen halten und deshalb nicht frühzeitig ärztliche Hilfe suchen", erläuterte Barmer-Landesgeschäftsführer Alfred Kindshofer.

Die Krankheit müsse noch stärker im gesellschaftlichen Bewusstsein ankommen, forderte Kindshofer. "Endometriose kann viele Bereiche des Lebens beeinflussen - Familienplanung, Mobilität und psychische Gesundheit."

Begleiterkrankungen sind weit verbreitet

Betroffene leiden deutlich häufiger unter weiteren Erkrankungen, als es ihrem Alter entsprechen würde. Dazu zählen Schmerzdiagnosen im Bauch und Becken sowie Migräne und Muskel-Skelett-Erkrankungen. Auch depressive Episoden und Angststörungen kommen häufiger vor.

Die repräsentative Analyse der Krankenkasse basiert auf den anonymen Abrechnungsdaten ihrer Versicherten. Für die Jahre von 2005 bis 2024 wurden rund zehn Prozent der Bevölkerung in Deutschland berücksichtigt und auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet.

"Die regionalen Unterschiede zeigen, dass noch weitere Aufklärungsarbeit erforderlich ist", betonte Kindshofer.

Ein Redakteur hat diesen Artikel unter der teilweisen Verwendung eines KI-Sprachmodells verfasst und/oder optimiert. Sämtliche Informationen wurden sorgfältig geprüft.

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