Die Maskenpflicht hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach erst kürzlich in fast allen Bereichen des öffentlichen Lebens wieder abgeschafft. Und auch wenn er die Pandemie noch nicht wirklich als beendet ansieht, fällt sich am 7. April dann komplett weg. Seine nächste Aufgabe sieht der Minister in der elektronischen Patientenakte (ePA). Die soll ab 2024 verpflichtend für alle Bürger kommen.
Im Grunde eine gute Idee. Röntgenbilder auf CD, Arztbriefe auf Papier, Befunde per Fax - damit soll Schluss sein. Mit einer neuen App ist dann für Patienten und Mediziner alles sofort und unkompliziert einsehbar.
Probleme mit dem Datenschutz stehen im Blickpunkt
Doch es wird bereits Kritik laut. So hat sich der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber mit Bedenken zu dem angestrebten Verfahren geäußert, auf die Akte nur zu verzichten, wenn der Patient*innen aktiv widersprechen.
Hintergrund: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach wird seinen Vorschlag zur elektronischen Patientenakte dem Bundeskabinett vorstellen und plant, dass jeder Patient automatisch Teil der ePA ist, es sei denn, er widerspricht ausdrücklich.
Mit nur wenigen Klicks können medizinisches Personal wie Ärzte, Physiotherapeuten, Pflegekräfte und Hebammen den Gesundheitszustand ihrer Patienten einsehen oder die Krankengeschichte nahtlos nachvollziehen.
Die elektronische Patientenakte - Lauterbach drückt aufs Gas
Richtig gut kommen erste Versuche mit der elektronischen Patientenakte aber nicht an. Das freiwillige Angebot für 74 Millionen gesetzlich Versicherte, so heißt es in einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) dazu, wurde seit 2021 nur von weniger als einem Prozent der Patient*innen genutzt.
Für Lauterbach ist das erklärtes Ziel der ePA, die Versorgung effektiver und besser zu machen. Mehrfachuntersuchungen sollen damit überflüssig werden. Doch die Datensicherheit könnte am Ende zum ganz großen Streitthema werden. Bei der Vernetzung der Praxen gibt es jedoch Verzögerungen.
Immerhin, technisch soll es zunächst kein großer Aufwand werden. Lauterbach will Verzögerungen in der Umsetzung vermeiden: "Wir warten nicht, bis es für alle Befunde eine standardisierte Datenstruktur gibt" Für den Anfang werde es möglich sein, PDF- oder Word-Dateien einzuspeisen.