Es ist schon mutig, zwei gute Vorgruppen auftreten zu lassen, ehe man selbst - und dabei ganz allein - als Headliner die Bühne betritt. Ed Sheeran aber strotzt vor Selbstbewusstsein. Er traut sich, was sich nicht viele trauen würden.

Die Aufsteiger Jamie Lawson und die fetzige Anne-Marie wärmten das ohnehin durch die brütende Sonne erhitzte Publikum auf, ehe der neue Superstar am Pophimmel unter Kreischalarm seiner weiblichen Fans das Olympiastadion betrat und mit "Castle On The Hill" loslegte. Zuletzt machte Sheeran - geboren am 17. Februar 1991 im britischen Halifax - mehr durch geplante und dann doch abgesagte Baumfällaktionen, den Bau einer eigenen Hochzeitskapelle oder seine Millionengewinne auf sich aufmerksam, doch jetzt standen wirklich seine musikalischen Qualitäten im Vordergrund.


Luft und Liebe

Auf seiner laufenden Welttournee beeindruckte der Rotschopf mit der Klampfe in München im zweimal restlos ausverkauften Olympiastadion.

Seine eingängigen Mitsing-Songs sind zwar mehr von Eskapismus, Luft und Liebe geprägt als von gesellschaftspolitischer Relevanz - aber dennoch fing der einstige Straßenmusiker und Folk-Barde mit irischen Vorfahren scheinbar mühelos die 70 000 Konzertbesucher für sich ein - und dies ganz ohne Band, Tänzer oder Backgroundsänger. Scheinbar unbekümmert kam Sheeran auf die Bühne, schlug einen Beat auf den Korpus seiner Akustikgitarre, nahm diesen mit einer Loop-Station auf und spielte ihn dann in Schleife ab.


Verwirrung am Einlass

Um dem sogenannten Ticketzweitmarkt mit Fan-Abzocke einen Riegel vorzuschieben, wurden die Tickets personalisiert verkauft - mit aufgedrucktem Namen des Ticketkäufers.

Am Einlass musste dann der auf dem Ticket eingedruckte Name mit dem vorzulegenden Ausweis übereinstimmen, was an den Eingängen zum Olympiastadion zu Verzögerungen führte, wenn es Beanstandungen bei kostenpflichtigen Namensumbuchungen oder sogar Abweisungen gab.