Update vom 22. Mai 2026: Drei Tote bei Hauseinsturz – Polizei sucht nach Ursache

Wie kann ein Wohngebäude plötzlich in sich zusammenfallen und so zu einer Todesfalle werden? Nach dem dramatischen Hauseinsturz in Görlitz mit drei Toten sucht die Polizei nach der Ursache des Unglücks. Die Ermittlungen vor Ort gestalten sich allerdings schwierig: Die Kriminaltechniker hätten ihre Arbeit in den Nachtstunden unterbrechen müssen, weil sich die Reste der Giebelwände in Bewegung gesetzt hätten, sagte Raik Schulze, Leiter des Führungsstabes der Polizei, am Morgen in Görlitz. 

"Dank der Technik des Technischen Hilfswerkes (THW) konnten wir unsere Einsatzkräfte rechtzeitig in Sicherheit bringen", sagte er. Die Spezialisten hatten bereits zu Beginn des Einsatzes Sensoren an die Giebelwände geklebt, um die Helfer vor einem möglichen Einsturz zu warnen. Derzeit gehe es darum, die Gefahr zu beseitigen, damit die Untersuchungen am Unglücksort fortgesetzt werden können, so Schulze.

Zur Unglücksursache konnte die Polizei vorerst keine Angaben machen. Es werde in alle Richtungen ermittelt, sagte Schulze. "Wir schließen nichts aus." Es gehe vom Materialversagen über eine technische Ursache bis hin zu fahrlässiger Handlungsweise. "Da stehen wir noch am Anfang." Einen dringenden Tatverdacht habe die Polizei zurzeit nicht. 

Rettungseinsatz dauerte 72 Stunden

Oberbürgermeister Octavian Ursu (CDU) vermutete nach dem Unglück eine Gasexplosion. Nach vorherigen Angaben muss es ein Gasleck gegeben haben, da während des Einsatzes Gas ausgetreten war. Wo genau das Gasleck war, lasse sich noch nicht genau sagen, so Schulze. 

Das Mehrfamilienhaus mit Miet- und Ferienwohnungen war am Montagabend (18. Mai 2026) komplett eingestürzt. Es befand sich mitten in einer langen, gepflegten Häuserzeile. Der Rettungseinsatz wurde am Donnerstagabend nach etwa 72 Stunden beendet, nun ist die Einsatzstelle in Händen der Polizei.

Unermüdlich hatten Hunderte Einsatzkräfte im Dauereinsatz in dem großen Trümmerhaufen nach drei Vermissten gesucht. Ab Montagabend bis Donnerstagabend waren dauerhaft mehr als 130 Kräfte vor Ort, wie Anja Weigel, Leiterin der Feuerwehr Görlitz, sagte. 

Haus stürzte ein, als Angehöriger beim Einkaufen war

Insgesamt waren demnach zwischen 500 und 1000 Menschen beteiligt. Teils arbeiteten sie sich mit Schaufeln und bloßen Händen durch den Schutt. Auch Spürhunde suchten mit. Beim Bergen von Trümmerteilen waren auch mehrere Radlader, Bagger und Kräne im Einsatz.

Um die Angehörigen zu betreuen, waren Notfallseelsorger sowie ein rumänischer Pfarrer aus Dresden und ein rumänisch-ukrainischer Pfarrer aus Zittau an der Unglücksstelle. Sie kümmerten sich unter anderem um einen Rumänen, dessen Verlobte und Cousine in dem Haus waren, als es einstürzte. Die drei wollten in Görlitz Urlaub machen. Das Unglück geschah, als er einkaufen war, wie der Mann erzählte.

Am Donnerstag gab es für ihn traurige Gewissheit: Die Leiche einer 25 Jahre alten Rumänin wurde in der Nacht gefunden, einige Stunden später auch eine tote 26-Jährige. Am frühen Abend dann entdeckten die Suchteams eine dritte Leiche.

Ergebnisse aus Rechtsmedizin in kommender Woche erwartet

Es handle sich um einen Mann, mit hoher Wahrscheinlichkeit um den vermissten 48-Jährigen mit bulgarischer und deutscher Staatsangehörigkeit, sagte der Polizeisprecher. Er hielt sich früheren Angaben zufolge aus beruflichen Gründen in Görlitz auf.

Die Toten werden nun in der Rechtsmedizin untersucht. Dabei wird unter anderem die Todesursache festgestellt. Erste Ergebnisse erwartet die Polizei am Dienstag oder Mittwoch. 

Die Angehörigen seien zunächst abgereist, erklärte Oberbürgermeister Ursu. Ein Gedenken ist nach Angaben des CDU-Politikers vorerst nicht geplant. Von den Rettungskräften sei der dringende Wunsch nach Ruhe und Erholung über die Pfingsttage gekommen. Er wolle die Kirchen aber um Fürbitten während der Pfingstgottesdienste bitten, sagte Ursu. Über ein späteres Gedenken wolle man später gemeinsam entscheiden.

Gebiet nach Einsturz abgesperrt

Görlitz ist die östlichste Stadt Deutschlands. Sie liegt in der sächsischen Oberlausitz direkt an der Neiße und hat 57.000 Einwohner. Seit 1998 bildet Görlitz zusammen mit der östlich gelegenen polnischen Nachbarstadt Zgorzelec eine grenzüberschreitende Europastadt. Wegen der historischen, im Zweiten Weltkrieg nahezu unzerstörten Altstadt ist die Stadt ein gefragter Drehort für internationale Filmproduktionen.

Das eingestürzte Gründerzeithaus stand in der James-von-Moltke-Straße in der Nähe des Görlitzer Bahnhofs. Der Bereich um das Haus wurde nach dem Einsturz weiträumig evakuiert und abgesperrt.

Originalmeldung vom 21. Mai 2026: Frauenleiche nach Hauseinsturz entdeckt - zwei Menschen weiterhin vermisst

Nun herrscht traurige Gewissheit: Rund zwei Tage nach dem dramatischen Hauseinsturz in der sächsischen Stadt Görlitz ist in den Trümmern die Leiche einer Frau gefunden worden. Es handle sich um die zuvor vermisste 25 Jahre alte rumänische Touristin, sagte eine Sprecherin der Polizei. Nach den beiden anderen Vermissten werde weiterhin gesucht.

Einsatzkräfte fanden die verschüttete Person mithilfe eines Spürhunds am Mittwoch gegen 22.30 Uhr in den Trümmern, wie die Sprecherin in der Nacht schilderte. Daraufhin wurden die Arbeiten erst mal gestoppt. Ein Notarzt stellte den Tod fest, woraufhin die Leiche geborgen wurde. Die Kriminalpolizei habe Spuren gesichert und ermittle.

Die Suche nach beiden weiteren Vermissten ging in der Nacht weiter. Spürhunde sollen helfen, sie zu finden. Sie hätten schon an mehreren Stellen angeschlagen, wie die Sprecherin berichtete. Das Haus, in dem sich laut Polizei Miet- und Ferienwohnungen befanden, war am Montagabend aus bislang ungeklärter Ursache eingestürzt. Daraufhin wurden zunächst fünf Menschen vermisst, bei zwei von ihnen war der Aufenthalt bereits nach wenigen Stunden geklärt - die beiden Feriengäste befanden sich noch auf der Anreise.

Nun gelten noch eine weitere rumänische Touristin im Alter von 26 Jahren und ein 48 Jahre alter Mann mit bulgarischer und deutscher Staatsangehörigkeit als vermisst. Nach ihnen wurde unermüdlich gesucht, teils arbeiteten sich die Einsatzkräfte auch mit Schaufeln und bloßen Händen durch den Trümmerberg.  Es war ein Wettlauf gegen die Zeit. Dazu teilte das Technische Hilfswerk (THW) mit: "Die sogenannte 'goldene Rettungszeit' liegt meist in den ersten 24 bis 72 Stunden – in diesem Zeitraum sind die Überlebenschancen am höchsten", erklärte Andrea Wirth vom THW-Landesverband Sachsen, Thüringen.

Beim Bergen von Trümmerteilen waren auch mehrere Radlader, Bagger und Kräne im Einsatz. Die Belastung für die Einsatzkräfte selbst war hoch. Es gebe viel Staub, die ganze Zeit müsse mit Schutzmasken gearbeitet werden, sagte der Sprecher der THW-Einsatzleitung Daniel Hofmann. Die genaue Ursache des Unglücks in der Stadt im Osten Sachsens steht nach wie vor nicht fest. "Aber es sieht nach einer Gasexplosion aus", sagte der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu (CDU). Wenige Stunden nach dem Zusammensturz des Gründerzeithauses wurde nach Polizeiangaben ein Gasleck gefunden. 

Wettlauf mit der Zeit - Ermittler gehen von Gasexplosion aus

Dies erschwerte auch die Arbeit der Einsatzkräfte, weil vermutet wurde, dass unter den Trümmern Gas austrat. In der Nacht zum Mittwoch waren die Gasleitungen rund um die Unglücksstelle vollständig geleert worden. Dadurch sei die Explosionsgefahr geringer, und die Arbeiten seien weniger gefährlich geworden, sagte eine Polizeisprecherin. Die Suche war währenddessen aus Sicherheitsgründen unterbrochen worden. Trotz der geleerten Gasleitungen kann es der Sprecherin zufolge noch Hohlräume mit Gas geben. Von dem Haus ist nicht mehr viel zu erkennen. "Die Trümmer stapeln sich ungefähr bis zur zweiten Etage. Und es ist tatsächlich ein Schutthaufen, wie man ihn sich vorstellt auf einem großen Abriss", sagte Hofmann vom THW.

Görlitz ist die östlichste Stadt Deutschlands. Sie liegt in der sächsischen Oberlausitz direkt an der Neiße und hat 57.000 Einwohner. Seit 1998 bildet Görlitz zusammen mit der östlich gelegenen polnischen Nachbarstadt Zgorzelec eine grenzüberschreitende Europastadt. Wegen der historischen unzerstörten Altstadtkulisse ist die Stadt auch ein gefragter Drehort für internationale Filmproduktionen.

Das eingestürzte Gründerzeithaus stand in der James-von-Moltke-Straße in der Nähe des Görlitzer Bahnhofs. Der Bereich um das Haus wurde nach dem Einsturz weiträumig evakuiert und abgesperrt.