Der bisherige Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) soll auf Jens Spahn (CDU) als Vorsitzender der Unionsbundestagsfraktion folgen. Darauf einigten sich die Vorsitzenden von CDU und CSU, Friedrich Merz und Markus Söder, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Unionskreisen erfuhr.
Zudem waren Gespräche in den Parteigremien der Union und in der Bundestagsfraktion vorausgegangen. Merz hatte nach Spahns Rücktritt angekündigt, in Abstimmung mit der Schwesterpartei "relativ bald" einen Personalvorschlag zu unterbreiten. Der Nachfolger kommt offiziell erst durch eine Wahl in der Fraktion ins Amt, die dafür am kommenden Mittwoch zu einer Sondersitzung (29. Juli 2026) in Berlin zusammenkommen soll. Es wird erwartet, dass die Nachfolge von Frei ebenfalls erst in der kommenden Woche verkündet wird. Ob es neben der Neubesetzung im Kanzleramt auch zu weiteren Kabinettsänderungen kommen wird, war zunächst unklar.
Frei soll Spahn als Unionsfraktionschef folgen - Rückkehr in den Bundestag
Frei kehrt damit in seinen angestammten Bereich der Bundespolitik zurück. In der vorherigen Legislaturperiode war er Parlamentarischer Geschäftsführer unter dem damaligen Fraktionschef und Oppositionsführer Merz und kennt die Arbeit an der Spitze der Unions-Abgeordneten bestens. Der 52-jährige CDU-Politiker aus dem Schwarzwald war bereits nach der Bundestagswahl 2025 für den Fraktionsvorsitz im Gespräch. Merz holte seinen engen Vertrauten dann jedoch ins Kanzleramt.
Dort hat er sich nur schwer eingelebt. Frei wurde von einigen in der Union vorgeworfen, er ziehe es vor, Interviews zu geben, anstatt die Koalitionsarbeit zu koordinieren. Beim Reformpaket übernahmen dann die Fraktionsspitzen selbst diese Aufgabe. Die Fraktionsarbeit passe besser zu Frei, meinen viele. Mit ihm erhält Merz einen loyalen Vertrauten an der Fraktionsspitze.
Spahn war am Samstag (18. Juli 2026) nach zunehmendem parteiinternem Druck von seinem Amt zurückgetreten. Er und sein Mann Daniel Funke hatten öffentlich gemacht, mit Hilfe einer Leihmutter in den USA Eltern geworden zu sein. Dies wurde kritisiert, da Leihmutterschaft in Deutschland verboten ist und sich Spahns Partei klar gegen eine Legalisierung ausspricht. Auch Spahn hatte sich in der Vergangenheit dagegen ausgesprochen.
So begründet Spahn seinen Rückzug
Nach Gesprächen mit Merz hatte der 46-Jährige seinen Rücktritt per Schreiben an die Bundestagsabgeordneten von CDU und CSU erklärt. Der Spagat zwischen seiner privaten Entscheidung für ein Kind durch Leihmutterschaft und der nachvollziehbaren Erwartung an ihn als Fraktionschef sei größer geworden, als er erwartet habe.
Bis zur offiziellen Neuwahl des Nachfolgers führt Spahns bisheriger Stellvertreter, der Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Alexander Hoffmann die Amtsgeschäfte an der Spitze der Unionsfraktion.
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