Die Scheiben von "Golden Toast" sind legendär - doch nun die Hiobsbotschaft von Hersteller Lieken: Der Bäckerei-Riese will sein Werk in Essen zum Jahresende schließen. Betroffen sind rund 120 Mitarbeiter. Die Lebensmittelzeitung (LZ) hatte Anfang der Woche über die Pläne der Unternehmensführung berichtet. 

Demnach informierte die Geschäftsleitung die Belegschaft vergangenen Freitag (8. Mai 2026) über die Schließungspläne. Grund seien "die anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie das stagnierende bis leicht rückläufige Marktumfeld im Bereich Toast und Sandwich", zitiert die LZ aus Unternehmenskreisen. Abgesehen davon machten massive Kostensteigerungen und ein erheblicher Sanierungsbedarf im Essener Werk dem Unternehmen zu schaffen.

Lieken-Bäckerei will Werk in Essen schließen - dort wird "Golden Toast" gebacken

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten läuft Sturm gegen die Entscheidung der Unternehmensführung. "Das ist keine abstrakte Unternehmensentscheidung. Das trifft Familien, Existenzen und Zukunftspläne", so Gewerkschafts-Chef Martin Mura laut der LZ. Abgesehen davon sei die Entscheidung gefällt worden, während es keinen Betriebsrat am Standort gegeben habe. Dieser würde erst Anfang Juni neu gewählt.

Im Essener Werk wird vor allem das Toastbrot von "Golden Toast" produziert - aber auch Lieken-Sonderprodukte werden dort gebacken. Laut dem Unternehmen müssen sich Kundinnen und Kunden aber keine Sorgen machen, dass die bekannten Produkte vom Markt verschwinden. "Golden Toast" soll demnach ab kommendem Jahr an anderen Lieken-Standorten hergestellt werden. 

Es ist der zweite große Schlag für die Lebensmittelbranche in der Region innerhalb weniger Tage - zuletzt hatte eine große Brauerei angekündigt, zwei Standorte in NRW abstoßen zu wollen. Insgesamt stehen Lebensmittelhersteller derzeit massiv unter Druck. Unter anderem kündigte der Schokoladenhersteller Ritter Sport Anfang des Monats einen massiven Stellenabbau an - das erste Mal in der über 100‑jährigen Firmengeschichte.