Der deutsche Molkerei-Riese Hochwald Foods könnte zwei Werke schließen. Über eine entsprechende Strukturanpassung habe die Geschäftsleitung bei einer Betriebsversammlung informiert, wie die Lebensmittel Zeitung (LZ) am Freitag berichtete. Das Unternehmen aus Thalfang im Hunsrück produziert für Nestlé Produkte von Bärenmarke.
Laut der LZ berichteten Teilnehmer der Betriebsversammlung - die vergangene Woche stattgefunden hatte - über die mögliche Schließung des technisch veralteten Bärenmarke-Werks in Weiding in der Oberpfalz und eines weiteren Standorts in Karlsruhe, an dem vor allem H-Milch abgefüllt wird. Die Geschäftsführung wollte sich gegenüber dem Branchenmedium nicht konkret zu den Plänen äußern - "Wir überprüfen regelmäßig alle Standorte auf ihre Wettbewerbsfähigkeit", so Hochwald-CEO Detlef Latka.
Milch-Riese könnte Werke schließen - noch keine Entscheidung gefallen
Auch im Management von Hochwald Foods soll es einen Umbau geben. So sollen das Marketing und der Vertrieb nach Ausscheiden eines Top-Managers aus dem Vorstand neu organisiert werden. Die Neuorganisation soll laut dem LZ-Bericht ab Ende Mai angestoßen werden und läuft unter der Strategie "Hochwald 2020" und "Prepared for tomorrow".
Ziel der Umstrukturierung ist es, sich unter den Top-3-Lieferanten an in- und ausländische Kunden zu positionieren. Im Markengeschäft ist jedoch nur noch Bärenmarke übriggeblieben - die Joghurtmarken Elinas und Lünebest wurden erst kürzlich an den Mitbewerber Theo Müller verkauft. Nach LZ-Informationen trägt Bärenmarke mit 200 Mio. Euro zum Gesamtumsatz von 2,2 Milliarden Euro bei.
Der Vorstand wehrt sich entschieden gegen Übernahme-Gerüchte. "Ehrenamtliche Organe und Geschäftsführung werden auch in Zukunft alles daransetzen, dass die Unternehmensgruppe eigenständig bleibt", zitiert die LZ. Abgesehen von den Werken in Weiding und Karlsruhe unterhält Hochwald Foods Standorte in Mechernich, Thalfang, Hungen, Hünfeld und im niederländischen Bolsward.