Die aktuelle Regierung, insbesondere Bundeskanzler Friedrich Merz, diskutiert darüber, den Acht-Stunden-Tag abzuschaffen. Damit könnten die Deutschen künftig länger arbeiten. Auch das Teilzeit-Modell ist Thema, da sich Merz längere Arbeitszeiten sowie eine höhere Arbeitsleistung wünscht.
Allerdings widersprechen zahlreiche Studien zur Arbeitseffizienz der Annahme, dass längere Arbeitszeiten tatsächlich zu mehr Leistung führen. Viele Gewerkschaften, Arbeitsrechtler und Arbeitnehmer lehnen die Vorschläge ab. Wie eine Umfrage von HolidayCheck zeigt, wünschen sich Berufstätige stattdessen eher mehr freie Tage, vor allem zum Reisen. Dafür wären einige sogar bereit, auf einen Teil ihres Gehalts zu verzichten.
Umfrage zeigt: Arbeiter wollen mehr Freizeit zum Reisen und Erholen
Um eine aussagekräftige Umfrage durchzuführen, hat HolidayCheck im Dezember 2025 eintausend berufstätige Personen befragt. Das Ergebnis: Für die meisten Arbeitnehmer bedeutet Urlaub nicht nur eine Pause vom Alltag, sondern stellt einen wichtigen Bestandteil für ein positives Lebensgefühl dar. Viele sind sich dabei einig, dass der aktuelle Urlaubsanspruch und die verfügbare Freizeit nicht ausreichen, um das Maximum aus ihren Urlaubstagen herauszuholen.
Mehr als jeder Dritte gibt an, gerne häufiger verreisen zu wollen. Hauptgrund für die wenigen Reisen sind die begrenzten Urlaubstage, obwohl 64 Prozent der Teilnehmenden der Umfrage über 26 bis 30 Urlaubstage im Jahr verfügen. Die Mehrheit der Befragten kann sich vorstellen, zugunsten von mehr Urlaubstagen auf einen Teil ihres Gehalts zu verzichten. Das zeigt sich auch daran, dass bereits 25 Prozent der Teilnehmenden unbezahlten Urlaub genommen haben.
Für viele Berufstätige ist Urlaub mehr als nur Luxus, sondern ein essenzieller Ausgleich zum Alltag. Besonders wichtig ist, dass Urlaub als entscheidend für die eigene Gesundheit, das Wohlbefinden und die Lebensqualität angesehen wird. Eine Studie des Psychologen Ryan Grant von der University of Georgia aus dem Jahr 2025 zeigt, dass das Wohlbefinden der Arbeitnehmer während des Urlaubs deutlich steigt und sich auch nach der Rückkehr ins Büro positiv auf die Arbeitseffizienz auswirkt.
Das machen die Deutschen während ihres Urlaubs: Umfrage zeigt deutlichen Trend
Die Urlaubsplanung läuft bei den meisten Arbeitnehmern nach einem ähnlichen Muster ab: Im Mittelpunkt steht meist der ausgedehnte Haupturlaub im Sommer. Viele beginnen bereits zwischen Dezember und Frühjahr damit, ihre Sommerreise zu planen und zu buchen. Um den großen Andrang in den Sommerferien zu vermeiden, entscheidet sich knapp die Hälfte der Urlauber dafür, den Aufenthalt auf einen Zeitraum außerhalb der Hauptsaison zu legen. Etwa 40 Prozent der Beschäftigten legen sich laut Umfragen allerdings nicht auf ein konkretes Datum fest und gestalten ihre Urlaubsplanung lieber flexibel.
Während viele ihre freie Zeit mit festen Reisen wie einem Städtetrip, Strandurlaub oder Naturerlebnissen verbinden, nutzen andere ihren Urlaub dafür, in der Heimatregion zu bleiben. In solchen Fällen stehen Tagesausflüge, Zeit mit der Familie oder das Erledigen von Projekten im Vordergrund. Besonders gefragt sind kurze Auszeiten, die nur wenige Tage dauern, aber dennoch Gelegenheit bieten, dem Alltag zu entkommen. Oft werden finanzielle Gründe für Urlaub zu Hause genannt. Zugleich folgt eine wachsende Zahl dem Trend der sogenannten "Staycation". Dabei handelt es sich um einen Urlaubstrend, der zum Erholen und Ausspannen im eigenen Zuhause genutzt wird und der dem Ziel der Selfcare dient.
Gleichwohl gaben 40 Prozent der Befragten an, dass sie auf Reisen besonders gut abschalten können und daher neue Regionen oder die Natur bevorzugen. Zeit für sich selbst, Abstand vom Berufsleben und Ruhe werden als wichtigste Beweggründe für einen Urlaub genannt. Weniger beliebt ist es hingegen, die freie Zeit für Gartenarbeiten, Projekte in Haus oder Wohnung oder ehrenamtliche Tätigkeiten zu nutzen.
Maximale Urlaubszeit: Diese Tricks werden genutzt, um länger frei zu bekommen
Viele Arbeitnehmer versuchen, ihre Urlaubstage strategisch mit den gesetzlichen Feiertagen zu kombinieren, um sogenannte Brückentage optimal zu nutzen. Ziel dabei ist es, mit möglichst wenigen Urlaubstagen so viel Freizeit wie möglich zu gewinnen. Über die Hälfte der befragten Personen gab an, bereits Brückentage in Anspruch genommen zu haben, häufig auch, um Überstunden abzubauen. Manche nutzen zudem die Chance, unbezahlten Urlaub zu nehmen, sofern dies vom Arbeitgeber erlaubt wird.
Da es im aktuellen Jahr kaum Werktags-Feiertage gibt, brachten einige Parteien, beispielsweise die Linke oder die Grünen, den Vorschlag ein, einen Ausgleichsfeiertag einzuführen. Sie betrachten den Wegfall der freien Tage für Arbeitnehmer als ungerecht und verweisen darauf, dass es in anderen europäischen Ländern bereits "Ausgleichsfeiertage" gegeben hat. Zusätzlich heben Arbeitsrechtsexperten hervor, dass Feiertage der Erholung dienen und auch Arbeitgeber von ausgeruhten Beschäftigten profitieren.
Im Jahr 2026 fallen bundesweit der Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober) und der zweite Weihnachtsfeiertag (26. Dezember) auf einen Samstag. In Berlin und Mecklenburg-Vorpommern ist der Internationale Frauentag am 8. März ein Feiertag, der dann allerdings auf einen Sonntag fällt. Auch Allerheiligen (1. November) und der Reformationstag (31. Oktober) liegen 2026 an einem Wochenende.