Mit einer selbstlosen Aktion hat ein Mann in der hessischen Kleinstadt Schwalmstadt für eine besondere Überraschung gesorgt: Aus persönlicher Begeisterung fürs Schwimmen schenkt er allen Kindern und Jugendlichen in den Sommerferien den freien Eintritt ins örtliche Freibad. Die überwältigende Begeisterung, die seine Geste ausgelöst hat, habe ihn selbst überrascht, erklärt der Wohltäter gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
"Ich finde es gar nicht so großartig", sagt der Spender, der bewusst auf öffentliche Aufmerksamkeit verzichtet und anonym bleiben möchte. Geld habe er genug. "Das letzte Hemd hat keine Taschen. Da kann man das ja auch mal so für solche Sachen ausgeben." Zuvor hatte er auch mit der "Hessischen/Niedersächsischen Allgemeine" (HNA) gesprochen.
Freier Freibad-Eintritt für Kinder in den Sommerferien - Wohltäter erklärt seine Beweggründe
Wie kam er auf die Idee mit der Spende? An einem warmen Tag zu Beginn des Sommers sei er nahezu der einzige im Ziegenhain-Bad gewesen, neben dem Bademeister und Kassenpersonal. Und da habe er sich gedacht: "So eine tolle Einrichtung, und dann wird die nicht genutzt, da muss man doch irgendwas machen."
Also entschloss er sich, allen Kindern und Jugendlichen von vier bis einschließlich 16 Jahren den Eintritt zu finanzieren. Jüngere Kinder können ohnehin kostenlos rein, alle zwischen vier und 16 zahlen sonst einen Euro. Er sprach mit dem Freibad, dem Freibad-Verein, der Spenden annimmt, und der Stadt - und pünktlich zum Ferienstart stand der Deal.
Seine Absicht sei, dass "die Kinder mehr ins Schwimmbad gehen, untereinander mehr Kontakt haben und Spaß haben", sagt der ältere Mann. "Die können da auch Fußball spielen, da gibt es ein Beachvolleyballfeld. Also es geht nicht nur ums Schwimmen. Sie kommen dann vielleicht von den digitalen Geräten auch so ein bisschen runter."
"Tolle Bereicherung": Bürgermeister sieht wunderbares Zeichen für den Zusammenhalt in der Stadt
Es gebe ja auch eine ganze Reihe Jugendlicher, die mit ihren Eltern nicht in den Urlaub fahren könnten, weil das Geld nicht reiche. "Und die können vielleicht auch gar nicht jeden Tag ins Schwimmbad gehen, weil das dann zu teuer ist. Das war in meiner Jugend so, das ging bei mir auch nicht", sagt der Schwalmstädter. "Und dann ist es für die Jugendlichen auch mal eine gewisse Freude, sich da mit ihren Freunden zu treffen."
Bürgermeister Tobias Kreuter schrieb zur Bekanntgabe der Spende, sie sei ein wunderbares Zeichen für den Zusammenhalt in der Stadt. "Sie kommt genau zur richtigen Zeit. Besonders für die Familien, die diesen Sommer nicht in den Urlaub fahren können, ist der freie Eintritt eine tolle Bereicherung."
Er habe vorsichtshalber schon mal 5000 Euro an die Stadt überwiesen, um den Eintritt zu finanzieren, so der anonyme Gönner. "Und wenn es nicht reicht, dann ärgert es zwar ein bisschen mein Portemonnaie, aber die Freude darüber, dass dann noch mehr Jugendliche da waren, die überwiegt das dann."
Gönner ist selbst großer Schwimmfan - "es ist einfach entspannend und ein schönes Gefühl"
Schwimmen sei ja sehr gesund, sagt der Spender. "Man schwebt ja im Wasser." Beim Rückenschwimmen gucke er dann immer in den Himmel, dann schaue er auf die Wolken, vorbeifliegende Segelflieger und Störche: "Es ist einfach entspannend und ein schönes Gefühl."
In Franken gibt es derweil etliche schöne Freibäder. Das sind die Favoriten unserer Leser.