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Alles über die Eisheiligen: Bedeutung, Zeitpunkt 2024 und Tipps für Gärtner


Autor: Redaktion

Pfalz, Freitag, 10. Mai 2024

Bist du bereit für die Eisheiligen 2024? Erfahre, was hinter den plötzlichen Kälteeinbrüchen im Mai steckt und welche Bedeutung sie für Gärtner haben.
Die sogenannten Eisheiligen sind fast in jedem Jahr für niedrige Temperaturen im Mai verantwortlich. Doch was hat es mit dem Wetterphänomen eigentlich auf sich? Foto: Patrick Seeger/dpa


Das Wetter in Rheinland-Pfalz verspricht in den kommenden Tagen viel Sonnenschein. Bis auf einige wenige Tage, an denen die Temperaturen auf angenehme 25 Grad stiegen, dominieren nasse, düstere und kühle Wetterverhältnisse. Die Volksweisheit besagt, dass die "Eisheiligen" einen weiteren Kälteeinbruch mit sich bringen könnten. Doch was sagt die aktuelle Wetterprognose dazu und was verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff "Eisheiligen"?

Wer sind die Eisheiligen überhaupt?

Die "Eisheiligen", bestehend aus Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophie, sind auch als die "gestrengen Herren" - trotz der "kalten Sophie" - bekannt. Sie repräsentieren Bischöfe und Märtyrer aus dem vierten oder fünften Jahrhundert. Ihre Gedenktage im Mai werden traditionell mit einem abrupten Wetterwechsel zu Kälte in Verbindung gebracht. Die beachtliche Bekanntheit dieser Heiligen lässt sich auf alte Bauernregeln zurückführen. Diese Regelwerke dokumentieren ein Wetterereignis, welches während des Mittelalters oft zu Beginn des Mais auftrat: Plötzliche Kälteeinbrüche stören das gewöhnlich bereits warme Frühlingsklima und führen manchmal sogar zu Bodenfrost. Daher leitet sich der Zusatz "Eis-" in der Bezeichnung dieser heiligen Tage ab.

Wer war Mamertus?

Mamertus, geboren um 400 in Lyon und gestorben 477 in Gallien, war ein Bischof der katholischen Kirche. Er übte das Amt des Erzbischofs von Vienne aus und initiierte die Tradition der drei Bittgänge, die vor Christi Himmelfahrt gefeiert werden. Er wird als Schutzheiliger der Schäfer und Feuerwehrleute verehrt. Bei Dürrekatastrophen, hohem Fieber und Krankheiten, die die Brust betreffen, wenden sich Gläubige an Mamertus.

Wer war Pankratius?

Geboren um das Jahr 290 im heutigen Territorium der Türkei und enthauptet um 304 aufgrund seiner christlichen Überzeugungen, gilt Pankratius als Märtyrer der römischen Epoche. Sein Name wird mit "Der alles Überwältigende" übersetzt.

Wer war Servatius?

Servatius, der von 340 bis 384 nach Christus lebte, war Bischof im damaligen Tongern, das heute in Belgien liegt. Gemäß einer Legende wurde er mit einem Holzschuh zu Tode gebracht. Es wird erzählt, dass er den Einfall der Hunnen im Jahr 450 prophezeit habe. Nach neueren Erkenntnissen wird jedoch vermutet, dass Servatius eine fiktive Persönlichkeit sein könnte, dessen Geschichten auf den Lebensläufen von zwei realen Personen basieren.

Wer war Bonifatius?

Bonifatius, laut Überlieferung in Rom geboren und um das Jahr 306 in der heutigen Türkei gestorben, war ursprünglich kein Anhänger des Christentums. Seine Aufgabe bestand darin, Reliquien aus der Türkei nach Rom zu transportieren. Bei seinem Aufenthalt dort, wo er die Verfolgung der Christen miterlebte, ließ er sich aus Mitgefühl taufen. Er bekräftigte seinen neu gefundenen Glauben, was zu seiner Hinrichtung durch ein Bad in kochendem Pech führte.

Wer war Sophie?

Sophia von Rom, auch als "kalte Sophie" bekannt, war eine weitere christliche Märtyrin, die um das Jahr 304 verstarb. Sie ist die letzte in der Reihe der Eisheiligen und wird zur Abwehr von Spätfrösten sowie zur Unterstützung des Wachstums der Aussaat herangezogen.

Wann sind die Eisheiligen 2024?

Die Eisheiligen finden in jedem Jahr an den folgenden fünf Tagen statt.

  • 11. Mai: Mamertus
  • 12. Mai: Pankratius
  • 13. Mai: Servatius
  • 14. Mai: Bonifatius
  • 15. Mai: Sophie

Die alten Bauernregeln bezogen sich dabei jedoch auf den Julianischen Kalender. Mit der Gregorianischen Kalenderreform 1582 verschoben sich die Daten, die Tage der Heiligen blieben jedoch am angestammten Platz im Kalender. Die Kälteeinbrüche finden also inzwischen in der Regel rund eine Woche später statt, etwa ab dem 20. Mai.

Welche regionalen Unterschiede gibt es?

Im Norden Deutschlands gilt Mamertus als erster Eisheiliger, in Süddeutschland und Österreich beginnen die Tage der Eisheiligen erst am 12. Mai mit Pankratius. Dieser Unterschied hat vermutlich einen meteorologischen Ursprung: Da die kalte Luft aus den nördlichen Polargebieten kommt, erreichen diese Luftmassen den Süden der Republik oftmals erst einen Tag später.

Was ist die Ursache für den Kälteeinbruch zu den Eisheiligen?

In Mitteleuropa herrschen Anfang Mai in der Regel schon recht hohe Temperaturen. Das Festland erwärmt sich im Gegensatz zum Meer jedoch deutlich schneller. Diese Temperaturdifferenzen erzeugen Tiefdruckgebiete und verursachen eine Verschiebung der Luftmassen: Warme Luftströme auf dem Festland ziehen nach Norden und saugen "eiskalte" Luftströme aus den Polargebieten auf das Festland. Bei klarem Himmel kann dann auch Bodenfrost entstehen.

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Wirklich genau sind die Bauernregeln zu den Eisheiligen allerdings nicht. Alleine durch die Kalenderreform ist die Bauernregel der Eisheiligen rund zehn Tage später anzuwenden. Darüber hinaus zeigen Messreihen, dass an den Tagen der Eisheiligen keine Häufung von Frost auftritt - weder an den ursprünglichen, noch an den korrigierten Daten. Allerdings stellte man fest, dass Bodenfrost im Mai mindestens ein- bis zweimal vorkommt.

Gärtner aufgepasst: Das solltet ihr zu den Eisheiligen wissen

Für Gartenbesitzer sind die Eisheiligen im Mai ein wichtiger Termin. Denn erst nach den Eisheiligen, so heißt es oft, geht die Saison für Garten- und Balkonbepflanzung wirklich los. Bauernregeln wie diese liefern tatsächlich Hinweise für Landwirte und Gärtner - auch heute noch. In den Sprichwörtern steckt ein alter Erfahrungsschatz über meteorologische Wahrscheinlichkeiten und wiederkehrende Naturphänomene. Die Bauernregeln zu den Eisheiligen beziehen sich auf Spätfröste im Frühling - im schlimmsten Fall erfrieren dann empfindliche und noch ganz junge Pflanzen im Beet.

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Aber es zeigt sich immer wieder auch: Alte Bauernregeln sind nur eine grobe Orientierungshilfe. Nicht jedes Jahr bringt noch Spätfrost bis Mitte Mai - in den vergangenen Jahren blieben das oft ganz aus. Zudem gibt es heute wissenschaftlich ausgeklügelte Wettervorhersagen, auf die sich Gartenbesitzer besser verlassen können. Trotzdem lässt sich sagen: Ein paar Bauernregeln zu kennen und zu beherzigen, schadet nicht. So hilft es sicher, grobe Zeiträume, in denen sich die Witterung häufig stark verändert wie Anfang bis Mitte Mai, zu verinnerlichen und die Gartengestaltung erst danach zu planen.

Spätestens nach den Eisheiligen können dann die kleinen, auf der Fensterbank vorgezogenen Gemüse- und Blühpflanzen ins Beet und in den Balkonkasten kommen. Außerdem können zum Beispiel Gurken und anderes Gemüse direkt ins Beet gesät werden. Alle gekauften, nicht winterharten Kräuter sowie Dahlienknollen und weitere Blühpflanzen werden ausgepflanzt. Und Kübelpflanzen kommen nun endgültig aus dem Winterlager ins Freie.

Welche Bauernregeln gibt es?

Die Bauernregeln, die sich auf die Eisheiligen beziehen, sind zahlreich. Hier eine Auswahl der Bekanntesten:

  • Pankraz, Servaz, Bonifaz, machen erst dem Sommer Platz.
  • Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
  • Vor Nachtfrost du nie sicher bist, bis Sophie vorüber ist.
  • Pankrazi, Servazi und Bonifazi sind drei frostige Bazi, und zum Schluss fehlt nie die kalte Sophie.
  • Pankraz und Servaz sind zwei böse Brüder, was der Frühling gebracht, zerstören sie wieder.
  • Pflanze nie vor der kalten Sophie.
  • Mamerz hat ein kaltes Herz.
  • Die kalte Sophie macht alles hie.
  • Mamertius, Pankratius, Servatius bringen oft Kälte und Verdruss.

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