Kleiner Trost nach der Schlappe für die kommende Mond-Mission: Die europäische Raumfahrtagentur Esa ist zuversichtlich, dass ein deutscher Astronaut im Rahmen des "Artemis"-Programms zum Mond fliegen wird. Übrigens hat Deutschlands Raumfahrtministerin Dorothee Bär erst kürzlich ihren kosmischen Traum enthüllt.

Für 2028 seien gleich zwei Mond-Missionen geplant - und für "Artemis 4" oder "Artemis 5" sei ein deutscher Astronaut vorgesehen, teilte die Esa mit. Diese Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Wer in diesem Fall von den beiden deutschen Raumfahrern Matthias Maurer und Alexander Gerst mitfliegen dürfe, stehe noch nicht fest. 

Hoffnungen für Deutschen bei Mondmission - Esa mit Prognose

"Wir sind überzeugt, dass ein deutscher Astronaut bald den Weg zum Mond schaffen wird", erklärte Maurer gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Die Erforschung des Mondes stehe erst in den Anfängen, ergänzte Gerst und fügte hinzu. "Wir planen ja langfristig auf dem Mond zu forschen, deshalb wird es in den kommenden Jahren zahlreiche weitere Möglichkeiten für internationale Astronauten geben."

Am Dienstag hatte die US-Raumfahrtagentur bekannt gegeben, dass an der nächsten, für 2027 geplanten Mission "Artemis 3" der Italiener Luca Parmitano als europäischer Raumfahrer teilnimmt. Diese Mission fliegt aber nicht zum Erdtrabanten, sondern bleibt in der Erdumlaufbahn und soll Andockmanöver mit Mondlandefähren erproben.

Esa-Chef Josef Aschbacher hatte am Rande der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) erklärt, er werde darüber entscheiden, welcher Astronaut an "Artemis 4" und "Artemis 5" teilnehme. Der Flug zum Mond sei natürlich der wirklich interessante Flug. Dazu sei die Esa momentan in sehr guter Diskussion mit der US-Raumfahrtbehörde Nasa. 

Zuvor hatte eine Äußerung Maurers den Eindruck erweckt, dass er und Gerst in zwei aufeinander folgenden Missionen zum Mond fliegen würden. Dem hat die Esa in einer Mitteilung widersprochen. In der Vergangenheit gab es im "Artemis"-Programm immer wieder Verzögerungen. An den Plänen für die Missionen 4 und 5 habe sich aber zuletzt nichts geändert, sagte Aschbacher. Die Verantwortung liege bei der Nasa, die Esa unterstütze mit Bauteilen. Sowohl Gerst als auch Maurer sind erfahrene Astronauten. Gerst flog 2014 und 2018 zur Internationalen Raumstation ISS, Maurer 2021.

Bayerisches Weltraum-Projekt erfolgreich - fünf Satelliten fliegen ins All

An anderer Stelle kann vor allem Bayern mit dem Projekt "CuBy" einen kosmischen Erfolg für sich verbuchen: Fünf Kleinstsatelliten sollen laut Bayerns Heimat- und Finanzminister Albert Füracker (CSU) in den nächsten Wochen ins All geschickt werden. Das Ziel: Sie sollen alle drei Tage Bilder und Daten von Bayern liefern. "Und so können wir wichtige Informationen für Hochwasserprognosen, für Klimaveränderungen, für die Land- und Forstwirtschaft dort erkennen und haben eine zuverlässige Grundlage für alle zukunftsweisenden Entscheidungen im Bereich Umwelt, Hochwasser und Zivilschutz", sagte Füracker.

Die Daten werden dem Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung in München sowie den Bayerischen Staatsforsten, der Landwirtschaft und dem Katastrophenschutz zur Verfügung gestellt. Konkret könne das etwa bayerischen Waldbesitzern helfen, da die Satelliten Daten liefern, wie es dem Wald aktuell geht. Multispektralkameras an Bord sollen sehr scharfe Bilder derselben Orte aus etwa 400 Kilometern Höhe senden, die dann regelmäßig miteinander verglichen werden. 

Das Projekt wird laut Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung mit dem Zentrum für Telematik in Würzburg, dem Start-Up S4 – Smart Small Satellite Systems GmbH und der Technischen Universität München (TUM) umgesetzt. Die Satelliten, die bei planmäßigem Start in den kommenden Wochen mit einer Trägerrakete von den USA aus in den Weltraum gelangen, sollen demnach zunächst Technik und Datenqualität testen. 

Kleine Satelliten sind laut den Entwicklern deutlich günstiger als große, sowohl in der Herstellung als auch bei der Platzierung in der Umlaufbahn, denn: je leichter die Satelliten, desto günstiger der Raketenstart. Erste Bilder aus dem All zu fünf Gebieten im Freistaat werden laut Ministerium erst in einigen Monaten erwartet. Danach werde über einen Ausbau zur flächendeckenden Erfassung ganz Bayerns entschieden.