Münchens SPD-Oberbürgermeister Dieter Reiter hat im Wettstreit um die Führung des Rathauses eine Niederlage gegen den Grünen-Kandidaten Dominik Krause eingeräumt. Es sei der letzte Tag seiner politischen Laufbahn, sagte Reiter angesichts eines deutlichen Vorsprungs von Krause bei der laufenden Auszählung der Stichwahl. Reiter geriet zuletzt wegen seines Umgangs mit Vereinsmandaten beim FC Bayern München sowie den Vergütungen in die Kritik.
Nach Auszählung von 674 von 926 Wahlbezirken erreichte der 35-jährige Krause 58,3 Prozent der Stimmen. Reiter kam demnach nur auf 41,7 Prozent. Bei der Wahlparty der Grünen brandete Jubel auf, als die erste Tendenz bekannt wurde. Reiter sagte dagegen: "Ich hab's verbockt." Das Wahlergebnis sei seine Schuld, betonte er. "Es war mir eine Ehre, hier in dieser Stadt Oberbürgermeister sein zu dürfen." Er kündigte das Ende seiner politischen Karriere an: "Das war's von mir."
Stichwahl gegen Reiter gewonnen: Krause wäre Münchens erster grüner Oberbürgermeister
Die Wahl war so spannend wie seit Jahrzehnten nicht mehr in München. Lange Zeit galt Amtsinhaber Reiter als unangefochtener Favorit. Doch dann wurde bekannt, dass er schon seit Jahren Geld vom FC Bayern München für einen Posten in dessen Verwaltungsbeirat erhalten hatte und sich dies nicht - wie er es hätte tun müssen - vom Stadtrat genehmigen ließ. Vor allem wegen seines Umgangs damit geriet Reiter massiv in die Kritik.
Nach großem öffentlichem Druck räumte er Fehler ein und trat von seinem Posten im Verwaltungsbeirat und auch von dem des Aufsichtsrates, den er gerade erst übernommen hatte, zurück.
Sollte Krause die Wahl tatsächlich gewinnen, hätte die bayerische Landeshauptstadt zum ersten Mal in ihrer Geschichte einen grünen Oberbürgermeister.
Wahlergebnis historischer Einschnitt für SPD
Im ersten Wahlgang am 8. März hatte er zwar mit 35,6 Prozent noch deutlich vor Krause mit 29,5 Prozent gelegen. Allerdings lag das damals vor allem an den Briefwählern, von denen ein Großteil noch vor Bekanntwerden der Affäre abgestimmt hatte. Nach den nur am Wahltag selbst abgegebenen Stimmen lag Krause bereits vor zwei Wochen vor Reiter.
Nach 14 Jahren im Amt muss der 67-jährige Reiter, der einen komplett auf ihn zugeschnittenen Wahlkampf mit dem Slogan "München. Reiter. Passt" geführt hatte, sich nun wohl dem 35-jährigen Krause geschlagen geben. Der Grünen-Kandidat hatte deutlich mehr auf Themen wie den Kampf gegen Wohnungsnot und hohe Mieten gesetzt und für frischen Wind im Münchner Rathaus geworben.
Das Wahlergebnis wird voraussichtlich ein historischer Einschnitt für die SPD. Seit 1948 war fast immer ein Sozialdemokrat Münchner Oberbürgermeister - mit Ausnahme der Jahre 1978 bis 1984, als CSU-Mann Erich Kiesl den Posten innehatte.
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