Bei der "Autobahngold"-Masche sprechen Täter Autofahrer meist auf Parkplätzen oder an Raststätten an und geben vor, sich in einer finanziellen Notlage zu befinden. Unter dem Vorwand, dringend Geld für Benzin oder die Weiterreise zu benötigen, bieten sie vermeintlich wertvollen Schmuck oder Uhren als Pfand oder zum Tausch gegen Bargeld an. Die angebotenen Gegenstände entpuppen sich später jedoch als wertlos.
Im Bereich oberpfälzischer Polizeiinspktionen wurden zuletzt gleich mehrere solcher Fälle bekannt. Mitte März meldeten zwei Lkw-Fahrer, dass sie im Bereich des Grenzübergangs Waidhaus von angesprochen wurden. Die Täter baten die Männer um Geld für Kraftstoff, im Gegenzug erhielten Opfer zwei Smartphone-Schachteln. Später stellte sich heraus, dass ein Mobiltelefon gefälscht und die Verpackung des zweiten Geräts leer war.
Betrüger nutzen auch Smartphones als Angebot zur Gegenleistung
Ein weiterer Fall ereignete sich in Tschechien. An einer Tankstelle wurde ein Deutscher von zwei Männern und zwei Frauen mit einem Auto mit deutschem Kennzeichen angesprochen. Die Täter baten den Mann, ihren Tankvorgang zu bezahlen, und boten als Gegenleistung Goldschmuck oder ein Mobiltelefon an. Der Mann ging aber nicht auf den mutmaßlichen Betrugsversuch ein.
Anfang April wurde ein 72-jähriger Deutscher Opfer dieser Autobahngold-Betrugsmasche. Auf dem Parkplatz eines Supermarktes in Tschechien wurde er von einem Mann angesprochen. Dieser bot ihm ein Mobiltelefon und Goldschmuck an. Als der Täter dem Senior die Kette anlegen wollte, entwendete er zeitgleich die getragene Kette seines Opfers. Bei einer anschließenden Auseinandersetzung trat der Unbekannte den Senior und flüchtete mit einem Auto mit deutschem Kennzeichen. Darin saß nach bisherigen Erkenntnissen auch eine weibliche Person.
Täter bieten vermeintlich wertvolle Gegenstände als Pfand an
Ebenfalls Anfang April kam es bei Dietfurt (Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz) zu einem Fall der Betrugsmasche. Dort wurde ein 25-Jähriger auf einer Kreisstraße von einem anderen Autofahrer angehalten. Dieser gab an, dringend weiterfahren zu müssen, aber kein Geld zum Tanken zu haben.
Der Täter bat den 25-Jährigen um 100 Euro Bargeld. Im Gegenzug würde er ihm als Pfand eine Armbanduhr und einen Ring hinterlassen. Die beiden tauschten nach Polizeiangaben vor Ort Telefonnummern aus und vereinbarten eine Rückzahlung des Geldes. Der Unbekannte fuhr anschließend in entgegengesetzter Richtung zur Tankstelle davon. Wie sich später herausstellte, waren die Uhr und der Ring von geringem Wert.
Schutz vor der "Autobahngold-Betrugsmasche": Polizei gibt Tipps
Die Polizei gibt folgende Tipps, wie man sich vor der Betrugsmasche an Autobahnen, Bundesstraßen und Tankstellen schützen kann.
- Seien Sie misstrauisch gegenüber Personen, die auf Parkplätzen, an Raststätten oder am Straßenrand Geld oder Wertgegenstände anbieten.
- Kaufen oder tauschen Sie keine Schmuckstücke oder Uhren von unbekannten Personen – auch dann nicht, wenn die Geschichte glaubwürdig erscheint.
- Informieren Sie sofort die Polizei, wenn Sie auf solche Personen treffen oder andere Verkehrsteilnehmer angesprochen werden.
- Notieren Sie unauffällig Kennzeichen, Fahrzeugtyp und Beschreibung der beteiligten Personen. Bringen Sie sich dabei aber nicht selbst in Gefahr.
- Warnen Sie auch ältere Angehörige oder Bekannte, die besonders häufig Ziel solcher Betrugsversuche sind.
- Lassen Sie sich in vermeintlichen Notsituationen anderer nicht unter Druck setzen und handeln Sie besonnen. Echtes Gold gibt es nicht am Straßenrand.
Vor allem in der warmen Jahreszeit registrieren Polizeidienststellen vermehrt Versuche von Kriminellen, Reisende mit der Autobahngold-Masche zu betrügen.