Mit einem gestohlenen Auto hat sich ein Mann eine riskante Verfolgungsfahrt von der Oberpfalz nach Tschechien geliefert.
Wie die Polizei mitteilte, wollten Beamte den Wagen im Landkreis Cham bei Neukirchen beim Heiligen Blut kontrollieren. Bei der anschließenden Flucht sei der 38-jährige Fahrer unter anderem auf der Gegenspur gefahren, wodurch ein entgegenkommender Verkehrsteilnehmer ausweichen und stark bremsen musste.
Spektakuläre Verfolgungsjagd: Flüchtiger prallt in Tschechien gegen eine Mauer
Die Beamten nahmen die Verfolgung des Flüchtigen auf und überquerten wenig später die Grenze nach Tschechien.
Im Verbund der sogenannten Schengenstaaten arbeiten die Polizeibehörden in Tschechien und Bayern eng zusammen. Derartige Fälle der sogenannten polizeilichen Nacheile sind in bilateralen Abkommen geregelt und berechtigen die bayerischen Beamten zum Grenzübertritt, um den Flüchtigen verfolgen zu können.
Nach mehreren Kilometern sei der Flüchtige in der tschechischen Stadt Nýrsko mit seinem Wagen gegen eine Gartenmauer geprallt. Der 38-jährige Fahrer sei dabei am Bein verletzt worden. Er habe noch versucht, wegzulaufen, es aber nach wenigen Metern aufgegeben und sei festgenommen worden. Der Mann kam in ein tschechisches Gefängnis, wo er auf seine Auslieferung nach Deutschland wartet.
Unschöne Überraschung - Besitzer des Autos wusste nichts
Sofort eingeleitete Ermittlungen zu dem Fahrzeug ergab, dass der Audi A6, Baujahr 2018, in der Nacht vom 17. März 2026 auf den 18. März 2026 im Stadtgebiet Ellingen im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen entwendet wurde. Als die zuständige Polizeiinspektion Weißenburg den Eigentümer aufsuchte, wusste dieser noch nicht, dass sein Fahrzeug entwendet wurde.
Nach bisherigem Ermittlungsstand überwand der Täter gewaltfrei das im Fahrzeug verbaute Keyless-Go-System. Der Entwendungsschaden liegt im mittleren fünfstelligen Eurobereich.