Ängste und Depressionen, zu wenig Bewegung, zu viel Speck auf den Rippen: Die Corona-Pandemie hat nach Einschätzung der Staatsregierung neben einigen positiven Effekten viele negative Folgen für die Gesundheit der Minderjährigen im Freistaat.

"Der Mehrzahl unserer Kinder und Jugendlichen in Bayern geht es nach wie vor gut. Dennoch besteht kein Zweifel, dass die Pandemie für die Kinder und Jugendlichen auch erhebliche körperliche, psychische und soziale Folgen hatte, die sich teilweise erst noch zeigen werden", sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) in München bei der Vorstellung des aktuellen Kindergesundheitsberichts.

Pandemie: Bayerns Kinder und Jugendliche bewegen sich zu wenig

Sorgen macht den Fachleuten etwa der Bewegungsmangel der rund 2,2 Millionen Kinder und Jugendlichen im Freistaat. Der habe sich in der Pandemie massiv verstärkt, sagte die auf Kinder spezialisierte Sport- und Gesundheitswissenschaftlerin Renate Oberhoffer-Fritz von der Technischen Universität München. "Das hat man in diesem Maß nicht voraussehen können." Dagegen müsse man nun dringend gemeinsam etwas tun. Ebenso wie gegen die zusätzlichen "Corona-Kilos": 30 Prozent der Kinder hätten in einer Befragung angegeben, in der Pandemie-Phase zugenommen zu haben.

Doch die Pandemie hatte nicht nur physische Folgen: Man habe eine enorme Anzahl von psychischen Veränderungen gesehen, sagte Gabi Haus vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. Hilfsangebote für Kinder und Jugendliche müssten deshalb besser vernetzt, niederschwellige Hilfsangebote ausgebaut werden.

In die gleiche Kerbe schlägt die Arbeiterwohlfahrt: "Die Voraussetzungen für die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen müssen auf allen Ebenen gewährleistet werden. In Bayern ist das keinesfalls so, deshalb fordern wir die Staatsregierung auf, flächendeckend die akute und weiterführende Versorgung sowie präventive Maßnahmen auszubauen."

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Es müsse überall auch für Minderjährige einen psychiatrischen Krisendienst geben, bei den sozialpsychiatrischen Diensten und den Suchtberatungsstellen sollten spezialisierte Fachkräfte arbeiten, und es brauche mehr Plätze in jugendpsychiatrischen Kliniken und bei Psychotherapeuten.

Weniger junge Menschen konsumieren Drogen und Alkohol

Der Kindergesundheitsbericht zeigt jedoch auch positive Folgen der Pandemie auf die Gesundheit des Nachwuchses. So gab es durch die Corona-Maßnahmen einen deutlichen Rückgang bei den Unfällen im Freizeitbereich wie auf den Schulwegen. Auch mussten weniger junge Menschen wegen Alkohol- oder Drogenkonsums in medizinische Behandlung. In anderen Bereichen wie den Vorsorgen oder dem Neugeborenenscreening gab es keine großen Änderungen.

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