Die Brauerei Schneider Weisse akquiriert die unter Druck stehenden Bier-Marken Weltenburger und Bischofshof. Bestandteil des Geschäfts soll nach aktuellem Stand auch die Übernahme der ältesten Klosterbrauerei der Welt in Weltenburg sein, wie die Unternehmen mitteilen. Wirksam werden soll der Verkauf zum 1. Januar 2027.
Die Bischofshof-Brauerei in Regensburg mit 56 Angestellten, die es nach eigenen Angaben seit 1649 gibt,soll jedoch zum Jahresende 2026 geschlossen werden. Der deutsche Biermarkt verkleinert sich seit geraumer Zeit, was viele Brauereien unter Druck setzt. "Auf uns alleine gestellt, war ein wirtschaftlicher Weiterbetrieb der Marken trotz aller Anstrengungen und guten Weichenstellungen der letzten Monate nicht mehr möglich", sagt Till Hedrich, Geschäftsführer von Bischofshof und Weltenburger.
"Zerschlagung durch einen Investor" verhindert: Weltenburger Brauerei bleibt bestehen
"Die drohende komplette Geschäftsaufgabe oder die Zerschlagung durch einen Investor ganz ohne Bezug zur Region und ihrer Geschichte können wir durch die jetzt gemeinsam mit Schneider Weisse zu verwirklichende 'bayerische Lösung' aber abwenden und damit auch ein wichtiges Stück bayerischer Brautradition dauerhaft bewahren." Die Brauereien arbeiten schon länger zusammen. Die geplante Zusammenlegung der Produktion in Kelheim und Weltenburg soll Synergien freisetzen und die Effizienz erhöhen.
Durch die Übernahme soll - so die Unternehmen - ein kompletter Verlust der Arbeitsplätze vermieden werden. Für die 56 betroffenen Mitarbeiter in der Brauerei in Regensburg sollen sozialverträgliche Lösungen gefunden werden. Wo möglich wolle man sie "an passende Unternehmen aus dem Netzwerk in der Getränkebranche und dem weiteren Umfeld der Brauerei vermitteln", sagt Hedrich. Bischofshof gehört einer Stiftung des Bistums Regensburg. Über den Kaufpreis vereinbarten die Vertragspartner Stillschweigen. Die im Jahr 1050 gegründete Klosterbrauerei Weltenburg ist seit 1973 Teil von Bischofshof. Sie soll fortgeführt werden - ebenso der Logistikbereich von Bischofshof mit 21 Mitarbeitern.
Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer betonte: "Neben dem Traditionsaspekt ist für uns ganz zentral, dass wir durch den Erhalt der Braustätte im Kloster Weltenburg sowie der Logistikabteilung von Bischofshof zumindest einen Teil der Arbeitsplätze direkt in der Region halten können." Für eine Fortführung der Brauerei in Regensburg habe allerdings "jede wirtschaftliche Grundlage" gefehlt. Der Geschäftsführer von Schneider Weisse, Georg VII. Schneider, sprach von einem "Portfolio absoluter Traditionsmarken", das entstehe. "Mit den entstehenden Synergien von Einkauf über Herstellung bis Vertrieb sind wir für die aktuellen Herausforderungen bestens aufgestellt." Eine Traditionsbrauerei in Oberfranken darf indes jubeln - sie hat eine große Auszeichnung erhalten. Wer braut bei uns in der Region eigentlich das beste Helle? Hier findet ihr die Favoriten unserer Leser.
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