Update vom 2. Februar 2026: Bundesweite Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr laufen

Wegen eines bundesweiten Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi kommt es heute vielerorts ganztägig zu erheblichen Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV). Busse, Straßen- und U-Bahnen bleiben bei vielen kommunalen Verkehrsunternehmen infolge des Arbeitskampfs in den Depots. Betroffen sind nahezu alle 16 Bundesländer, wie Verdi mitteilte. Lediglich Niedersachsen ist den Angaben nach zunächst ausgenommen. Für die etwa 5.000 Beschäftigten dort gelte noch die Friedenspflicht.

Für Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dürfte es stressig werden - sie müssen trotzdem pünktlich am Arbeitsplatz erscheinen. Und für Eltern ebenso: Auch Schülerinnen und Schüler können nicht einfach zu Hause bleiben. Dazu kommt das Wetter: In einigen Regionen drohen laut den Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) weiter gefrierender Regen und Straßenglätte. 

Auch in Nürnberg fahren am Montagmorgen, dem 2. Februar 2026, kaum Busse vom Betriebshof der VAG. U-Bahnen stehen still, der Straßenbahnverkehr ist eingestellt und Busse fahren nur im Notbetrieb, bestätigte auch News5. Die VAG habe jedoch bereits frühzeitig informiert, dass Busse jeweils zur vollen Stunde auf den Nightliner-Linien vom Hauptbahnhof starten. 

Züge der Deutschen Bahn nicht betroffen

Die Regional- und S-Bahnen der Deutschen Bahn fahren derweil ohne Einschränkungen. "Die S-Bahnen in Berlin, Hamburg, München, Stuttgart, Köln, Nürnberg, Rhein-Main und der Regional- und Fernverkehr der DB werden als Unternehmen nicht von Verdi vertreten und sind daher von dem Streik nicht betroffen", teilte der bundeseigene Konzern mit. 

In den Tarifverhandlungen, die in allen 16 Bundesländern meist mit den Kommunalen Arbeitgeberverbänden geführt werden, fordert Verdi insbesondere deutlich bessere Arbeitsbedingungen - etwa durch kürzere Wochenarbeitszeit und Schichtzeiten, längere Ruhezeiten, aber auch durch höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am Wochenende. 

In Bayern, Brandenburg, dem Saarland, Thüringen und bei der Hamburger Hochbahn wird der Gewerkschaft zufolge zusätzlich über höhere Löhne und Gehälter verhandelt. 

Das müssen Arbeitnehmer und Schüler beachten

Grundsätzlich gilt, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer selbst dafür verantwortlich sind, pünktlich im Betrieb anzukommen, sie tragen das sogenannte "Wegerisiko". Das gilt bei Streik genauso wie etwa bei Schnee und Glätte. Heißt: Auch wenn Busse und Bahnen nicht fahren, dürfen Angestellte nicht einfach zu spät kommen. Darauf macht Volker Görzel vom Verband deutscher Arbeitsrechtsanwälte aufmerksam. Wenn das Homeoffice keine Lösung ist, müssen Angestellte also nach zumutbaren Alternativen suchen.

Fällt der Schulbus aus, gilt das auch nicht als Ausrede, dass das Kind nicht in der Schule erscheint. "Der Streik im Nahverkehr ändert nichts an der Schulpflicht", sagt Wilhelm Achelpöhler, Anwalt für Verwaltungsrecht. Wegen eines einzelnen Tages werde zwar wohl kaum ein Schulträger ein Problem daraus machen, so die Vermutung des Anwalts. "Aber streng genommen handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, für die theoretisch ein Bußgeld verhängt werden könnte. Das ist eine Ermessenssache."

Eltern müssen also im Falle eines Streiks nicht nur überlegen, wie sie selbst pünktlich zur Arbeit kommen, sondern auch eine Lösung finden, damit der Nachwuchs rechtzeitig in der Schule erscheint.

Ursprungsmeldung vom 30. Januar 2026: Massive Einschränkungen durch Warnstreiks am Montag

Wer Busse sowie Straßen- und U-Bahnen in Bayern nutzt, muss am Montag (2. Februar 2026) mit massiven Einschränkungen durch Warnstreiks rechnen. Die Gewerkschaft Verdi ruft an diesem Tag die Beschäftigten im Nahverkehr zu einem ganztägigen Ausstand auf. Betroffen sind unter anderem München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Bamberg, Passau, Landshut und Schweinfurt.

Verdi hatte bereits nach einer ergebnislosen ersten Verhandlungsrunde mit "massiven Warnstreiks" im Freistaat bis zur nächsten Runde am 13. Februar gedroht - jedoch zunächst kein konkretes Datum dafür genannt.

Verhandlung mit umfangreichen Forderungen

In den betroffenen Städten werden voraussichtlich dennoch einzelne Busse verkehren, vor allem dort, wo der Betrieb an externe Firmen ausgelagert ist. Die S-Bahnen in München und Nürnberg sind nicht betroffen, da sie von der Bahn betrieben werden.

Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) rechnete bei den Bussen mit einem stark eingeschränkten Betrieb. Die U-Bahn bleibe aus Sicherheitsgründen zunächst außer Betrieb. Ob später zumindest eine Linie fahren könne, hänge davon ab, ob genügend Personal den Dienst antrete. Ähnlich sei die Lage bei der Tram.

In Nürnberg sollen die U-Bahnen stehen bleiben. Im Busbereich ist vorgesehen, auf Basis der Nachtlinien 14 Linien zu betreiben, die jeweils zur vollen Stunde am Hauptbahnhof starten.

Das fordert die Gewerkschaft

Die Forderungsliste der Gewerkschaft ist umfangreich: Unter anderem beinhaltet sie eine Erhöhung der Tarifgehälter um 668,75 Euro pro Monat sowie den Wechsel von einer 38,5-Stunden-Woche auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich.

Weitere Aspekte sind ein um fünf Prozentpunkte erhöhter Sonntagszuschlag von 30 Prozent, eine tarifliche Regelung für eine Mindestruhezeit von elf Stunden sowie für die Arbeitnehmer vorteilhaftere Regelungen dazu, was vor Fahrtbeginn und nach Fahrtende als Arbeitszeit angerechnet wird. Als Laufzeit strebt Verdi zwölf Monate an.

In Bayern findet der Tarifvertrag Nahverkehr laut Verdi in mehr als 20 Unternehmen Anwendung und regelt damit die Gehälter und Arbeitsbedingungen von rund 9000 Beschäftigten.

Vorstellungen lagen zuletzt weit auseinander

Der Kommunale Arbeitgeberverband (KAV) Bayern bezeichnete die Forderungen der Gewerkschaft nach der Verhandlungsrunde am Montag (26. Januar 2026) als realitätsfern: "Sie übersteigen das von jedem Unternehmen wirtschaftlich Leistbare bei weitem." Man habe stattdessen unter anderem eine Erhöhung der Tarifgehälter um mindestens 5,0 Prozent in zwei Schritten vorgeschlagen. Zudem sollten Ausbildungsgehälter in zwei Schritten um insgesamt 150 Euro steigen - jeweils bei einer Laufzeit bis Ende 2027.

Die Verdi-Branchenkoordinatorin für Busse und Bahnen in Bayern, Katharina Wagner, sagte, die Eskalation in der Tarifrunde liege allein in der Verantwortung der Verhandler auf der Seite der Arbeitgeber. "Wir haben im letzten Jahr deutlich gemacht, dass wir die Arbeitsbedingungen und die Löhne der Beschäftigten in Bayern mit einer langfristigen Strategie verbessern und sichern wollen. Dies wäre über die Verabredung verschiedener Etappenziele möglich gewesen. Einzig zu einem Tarifabschluss, bei dem uns die Bedingungen diktiert werden, waren wir nicht bereit." 2023 hatte es bis zu einer Einigung insgesamt fünf Verhandlungsrunden gebraucht, damals kam es auch zu Warnstreiks.

Ein Redakteur hat diesen Artikel unter der teilweisen Verwendung eines KI-Sprachmodells verfasst und/oder optimiert. Sämtliche Informationen wurden sorgfältig geprüft.

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